Stärkezucker
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Stahlwässer •
die Eigenschaft erhalten hat, der damit behandelten
Wäsche einen höheren Glanz zu geben
und das Plätten zu erleichtern. Auch wird häufig
noch Borax zugesetzt, um eine größere Weiße
zu erzielen.
Stärkezucker (Traubenzucker, Glukose,
Glykose, Dextrose, Krümelzucker). Diese
in der Wissenschaft jetzt meist als Glukose
oder Rechtsglukose bezeichnete Zuckerart bildet
einen Bestandteil sehr vieler Früchte, namentlich
der Weintrauben, Kirschen, Pflaumen, und
Feigen und findet sich neben der linksdrehenden
Fruktose im Honig. Bei der Zuckerkrankheit
tritt sie im Harn auf und entsteht außerdem
bei der Spaltung vieler Glykoside mit verd. Säuren.
Auch bei Behandlung- von Zellulose (Sägespänen),
Gummi, Dextrin und Stärke mit Säuren wird S.
gebildet. Der bei der Hydrolyse des Rohrzuckers
entstehende Invertzucker ist ein Gemisch von S.
und Fruktose, Maltose zerfällt bei der Hydrolyse
in zwei Moleküle Glykose, Milchzucker in ein
Molekül Glykose und Galaktose. Zur Darstellung
reiner Glykose bedient man sich des Saftes von
Weintrauben oder des Auszuges von Rosinen, die
mit Witherit oder Kreide neutralisiert und dann
durch Kochen mit Tierkohle entfärbt werden.
Als Ausgangsmaterial für den technischen S.
kommt aber nur die Stärke, und zwar in
Deutschland Kartoffelstärke, in Amerika Maisstärke
in Betracht. Man läßt die mit Wasser
zu einer dünnen Milch angerührte frische Stärke
in siedende, etwas Salpetersäure enthaltende
2°/oige Schwefelsäure einfließen, erhitzt dann
zur Umwandlung der ersten Zersetzungsprodukte:
Dextrin und Maltose, weiter, bis eine herausgenommene
Probe mit Jod keine Blaufärbung
und mit Alkohol keine Fällung mehr gibt, und
läßt dann erkalten. Das Kochen wird zweckmäßig
in geschlossenen Kesseln bei 120 0 vorgenommen,
die erkaltete Flüssigkeit durch Zusatz
von Kalzium- oder Bariumkarbonat neutralisiert,
filtriert, mit Knochenkohle entfärbt, im
luftleeren Raum eingedampft und zur Einleitung
der Kristallisation mit etwas fester Glykose geimpft.
Die nach einiger Zeit kristallinisch erstarrende
Masse gelangt entweder in viereckigen
Holzkisten, als sog. Kistenzucker, direkt in
den Handel oder wird durch Zentrifugieren,
Decken mit Methylalkohol und-nochmaliges'Umkristallisieren
als eine trockene, weiße, dem Hutzucker
ähnliche Masse erhalten. — Die reine
Glykose, C 6 H 12 0 6 , ist der typische Vertreter
der Hexosen oder Monosen, d. h. der aus einer
Kette von sechs Atomen Kohlenstoff bestehenden
Zuckerarten, zu denen außerdem noch die Fruktose
und die Galaktose gehören. Sie bildet ein
Kristallpulver aus locker zusammenhängenden
Nadeln oder harte, klingende Krusten. Das spez.
Gew. beträgt 1,5384, der Schmelzpunkt des Anhydrids
liegt bei 144—146°, derjenige der mit
einem Molekül Wasser kristallisierten Glykose
bei 80—86°. Sie schmeckt weniger süß als Rohrzucker,
löst sich leicht in Wasser und heißem
verd. Alkohol, hingegen kaum in absolutem Alkohol.
Aus Methylalkohol kann sie umkristallisiert
werden. Die wäßrige Lösung ist rechtsdrehend
und zeigt die spez. Drehung 53,30. Gegen
Säüren ist Glykose ziemlich beständig, wird aber
durch Alkalien unter Gelbfärbung zersetzt. Durch
Hefe wird sie leicht vergoren und scheidet aus
den Lösungen von Schwermetallen durch Re- |
duktion Niederschläge von Oxydul oder Metall f
aus. Die Reduktion von alkalischer, Seignettesalz T
enthaltender Kupferlösung (Fehiingscher Lö- [
sung) wird zur quantitativen Bestimmung, die S
Reduktion von Quecksilber- oder Wismutlösun- t
gen zu ihrem qualitativen Nachweis benutzt. —■ ;
Der Stärkezucker des Handels enthält infolge 4
ungenügender Verzuckerung oft noch erhebliche [
Mengen Dextrin. Absichtlich läßt man diese j [
darin bei der Fabrikation des Stärkesirups , j
(Kartoffel-, Kapillärsirups). Zu dessen Her- 1|
Stellung verwendet man eine zur völligen Ver- IE
zuckerung unzureichende Säuremenge und kocht j
ohne erhöhten Druck nur so lange, bis Jodlösung 1
gerade keine Blaufärbung mehr hervorruft. Damit
der Sirup klar bleibt, ist völlige Entfernung |
des Gipses erforderlich. Er bildet dann eine |[
sehr dickflüssige, zähklebrige, farblose oder blaß- j
gelbliche Flüssigkeit, die etwa 20% Wasser und
je 40 °/o Glykose und Dextrine enthält, doch ,
kommen nach der Art der angewandten Ver- |
fahren Erzeugnisse sehr wechselnder Zusammen- ,
setzung in den Handel. — Der S. findet viel- ,
fache Anwendung als Versüßungsmittel bei der ]
Herstellung von Likören sowie von Konfekt- und
Konditoreiwaren. Die früher gebräuchliche Benutzung
zum Gallisieren hat wesentlich nach- |
gelassen, seitdem das neue Weingesetz die Verwendung
dextrinhaltiger Erzeugnisse untersagte- 1
Auch zur Herstellung untergäriger Biere darf j
S. nicht benutzt werden. Der Stärkesirup dient 1
vielfach als billiger Ersatz des Rohrzuckers bei \
der Herstellung von Obstkonserven, Frucht- ]
Sirupen und besonders von sog. Marmeladen, |
die zum Teil vollständig aus künstlich gefärbtem I
Stärkesirup bestehen. Nach der Auffassung der |
Nahrungsmittelchemiker und dem jetzigen Stande , |
der Rechtsprechung muß die Verwendung des 3
Stärkesirups bei Nahrungs- und Genußmitteln, f
mit Ausnahme von Likören und Konditorwaren, I
gekennzeichnet werden. S. und Stärkesirup unter- I
liegen im Gegensatz zum Rohrzucker keiner |
Steuer,
Stahlspäne, ursprünglich ein Abfallprodukt j
der -Industrie, werden in großen Mengen zum |
Reinigen -bzw. Glänzendmachen von Parkett- |
fußböden in verschiedenen Feinheitsnummern '
fabrikmäßig hergestellt und, abgepackt in 1 jc
Kilo-Paketen, in den Handel gebracht. — Stählern
t, das als Ersatz der Stahlspäne in den j
Verkehr gebracht wurde, besteht im wesent- |
liehen aus Glimmersand mit etwa 10 °/o Kalk,
9 0/0 Soda und Spuren Eisenfeile.
Stahlwässer (Chalybokrenen) nennt man
eisenhaltige Mineralwässer, welche das Eisen in
Form des Bikarbonats enthalten, im Gegensatz
zu den Eisensulfat führenden Eisen wässern-Die
wichtigsten deutschen Eisenwässer finden
sich in Pyrmont, Driburg, Elster, Schwalbach,
Reinerz, .Kudowa, Alexisbad, Liebenstein, BockI et
und Brückenau am Rhön, Freienwalde a. O-,
Petersthal, -Griesbach, Rippoldsau und Antogast-Außerdem
finden sich Eisenwässer in Franzensbad
(Österreich), St. Moritz und Tarasp in d ef
Schweiz sowie zu Spa in Belgien. Die Stahl'
wässer enthalten bis zu 0,06 g Eisen in 11 unn