Sumbulwurzel
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Syenit
stehenden Kolben erkannt wird und in den
Ländern am Mittelmeer wild wie auch in Anpflanzungen
verkommt. Die beste und hauptsächlich
im Handel befindliche Sorte, ein grünlichgraues,
grobes Pulver, der sizilianische S.,
wird nach der gleichnamigen sizilianischen Stadt
auch Carini genannt. Eine geringere, nur zu
Gerbereizwecken geeignete Sorte, der unechte,
venetianische, italienische oder Tiroler S.,
stammt von Rhus Cotinus, dem Perrückenbaum,
der auch das Fisetholz liefert, in Südeuropa
bis nach Ungarn und Südösterreich wild
wächst und bei uns als Zierstrauch gezogen
wird. Die besseren Sorten S. haben stets eine
grüne Farbe, während dumpfig riechender S.
von grauer oder schwärzlicher Farbe geringwertig
ist. — Als Gerbmittel dient der S. in
Form der Abkochung nur zur Herstellung von
dünnen Ledern, wie Saffian, die, in den heißen
Brühen durchgearbeitet, schon in 2—3 Stunden
gar werden. In Zeugdruck und Färberei wird er
in Verbindung mit Eisensalzen und Blauholz
zum Schwarz- und Graufarben, mit Zinnsalz
und Rotholz zum Rotfärben sowie zum Tönen
und Heben anderer Farben, namentlich brauner,
olivengrüner und grauer benutzt. Auch hat er
selbst die Wirkung einer Beize, indem er die
Pflanzenfaser befähigt, mit Farben festere Verbindungen
einzugehen. Die Amerikaner bereiten
für die Ausfuhr ein trockenes Sumachextrakt.
Sumbulwurzel (Moschuswurzel, lat. Radix
sumbuli, frz. Racine de sumbule, engl. Sumbuly
root), die stark nach Moschus riechende, bitterschmeckende
Wurzel der im nördlichen China
und dem Amurgebiete wachsenden Doldenpflanze,
Euryangium Sumbul, erscheint in
großen, 7—8 cm breiten und 3—s cm dicken,
mit Resten von Wurzelfasern besetzten, scheibenförmigen
Stücken, deren schwammfaseriges Innere
weißlichgrau, stellenweise bräunlich gefleckt ist.
Die Ware kommt über Rußland oder Ostindien
in den Handel, ist aber nicht immer zu haben.
Empfohlen wurde die S. medizinisch als nervenanregendes
Mittel, wird jetzt aber nur noch in
der Parfümerie und zur Herstellung von Likören
benutzt.
Summitates ist die im Drogenhandel gebräuchliche
Bezeichnung für Zweigspitzen mit
Blüten oder Blättern zu pharmazeutischem Gebrauch,
z. B. Summitates juniperi, Wacholderspitzen,
S. sabinae, Sadebaumtriebe u. a.
Sunnhanf (Sunn, ostindischer Hanf, frz.
Chanvre de sunn, engl. Sunn hemp) ist eine der
Jute ähnliche Spinnfaser, die von der ostindischen,
zu den Hülsenfrüchtlern gehörigen Pflanze,
Crotalaria juncea, binsenähnliche Klapperhülse,
gewonnen und auf Java und Borneo auch
kultiviert wird. Die blaßgelbliche Faser zeigt
einen lebhaften, doch etwas schwächeren Glanz
als Jute. Sie wird etwa 500 mm lang und besitzt
geringere Festigkeit als Hanf, aber größere als
Jute. Verschiedene andere Namen, wie Madrasoder
Bombayhanf, beziehen sich auf dieselbe
Ware. Für unsere Industrie ist sie kaum
von Bedeutung, findet sich aber häufig am
Londoner Markt und wird in England zu
Seilerwaren, Packtuch u. dgl. sowie zu Papier
verarbeitet.
Superol ist eine Handelsbezeichnung für das
als Bleichmittel verkaufte Natriumsuperoxyd
(s. d.), das aber nach Heermann die Gewebefaser
stark angreift und die Wäsche zerstört. —
Neuerdings wird auch das Desinfektionsmittel
Chinosol (Othooxychinolinsulfat) als S. bezeichnet.
Superphosphat. Mit diesem Namen belegt
man im allgemeinen saure phosphorsaure Salze,
in der Technik aber nur das entsprechende
Kalksalz. Wie unter Knochen angegeben, bereitet
man das S. durch Vermischung von Knochenmehl
mit Schwefelsäure, wobei neben Gips
ein wasserlösliches zweifachsaures oder Monokalziumphosphat
entsteht. Das gleiche Verfahren
kann auch auf gebrauchte Knochenkohle
angewandt werden, wobei ein S. von schwarzer
Farbe erhalten wird. Außerdem zieht man als
Rohstoffe natürliche Mineralphosphate, wie Apatit,
Phosphorit, Koprolithen (s. die Aufs.)
und die verschiedenen Sorten von Guano heran.
Der Wert aller Superphosphate richtet sich nach
der Menge der darin enthaltenen, in Wasser löslichen
Phosphorsäure.
Suppendauerwaren. Um die schnelle Herstellung
von Suppen zu ermöglichen, werden
zahlreiche Erzeugnisse in den Verkehr gebracht,
die wegen ihrer großen Haltbarkeit und einfachen
Handhabung besonders für die Massenverpflegung
und für die Ernährung von Truppen
im Felde geeignet erscheinen. Sie bestehen
nach König: 1. aus Gemischen von Fleisch
mit Mehl, Gemüsen und Fett. Hierhin gehört
z. B. die sog. Rumfordsuppe (13,5 °/o
grobe Fleischstücke, 31,8 °/o Graupen, 44,7%
Mehl und 100/0 Kochsalz), ferner Fleischbiskuit,
Fleischzwieback usf., 2. aus Fleischextrakt,
Mehl, Fett und Gewürzen {Suppentafeln
von Knorr u.a.), 3. aus Mehl mit
Fett allein und Gewürzen (kondensierte Suppentafeln,
Erbswurst).
Suppenwürfel sind Mischungen verschiedener
Mehle, wie Erbsen-, Grünkern-, Kartoffel-, Linsenmehl,
mit Fett und Gewürz, aus denen durch
Aufbrühen mit heißem Wasser nährkräftige Suppen
hergestellt werden können. Bouillonersatz-Würfel
(s. d.) dürfen nicht als S. bezeichnet
werden.
Suppositorien (Stuhlzäpfchen) nennt man
kleine kegel-, Zylinder- oder spitzkugelförmige
Gebilde von 3—4 cm Länge und 1 — 1,5 cm
Durchmesser, die zur Einführung in den
Mastdarm bestimmt sind, um Darmentleerung
zu verursachen oder einen Reiz auszuüben.
Abführende S. werden aus Seife oder Talg
hergestellt, reizend wirkende bestehen aus
Gemischen von Kakaobutter mit arzneilichen
Stoffen.
Syenit ist wie Granit und Porphyr eine harte,
gemengte Gebirgsart, die, abgesehen von zahlreichen
Abarten, aus schwarzer Hornblende,
weißem und rotem Feldspat und Quarz in
wechselnden Mengen besteht. Geebnete Flächen
zeigen oft eine sehr schöne Sprenkelung von
hellen Flecken auf dunklem Grunde. Das Gestein
ist ebenso hart und politurfähig wie seine
obengenannten Verwandten und dient wie diese
nicht nur zu Bauten, sondern auch zu Stein-