Vanillin
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Vasogen
glanz, ohne auf Papier Flecken zu geben. Die
V. leidet leicht durch Zerbrechen, Verletzungen,
Austrocknen oder Schimmelbildung und muß
deshalb, in Stanniol verpackt, hermetisch ver
schlossen in trockenen Räumen, und zwar in
Glas oder Blech aufbewahrt werden. Die beste
Ware kommt von Bourbon und Reunion. Java-
V. ist hartschaliger und geringwertiger als die
amerikanische und Bourbon-V. In Mexiko wird
die V. oft mit Akajouöl bestrichen, wodurch sie
an Güte verliert. Derart fettig gemachte Ware
gibt auf Papier braune Flecken. — Verfälscht
wird V. durch Auffrischen bereits mit Spiritus
ausgezogener Schoten mit Perubalsam und Aka
jouöl oder mit Benzoetinktur und Bestreuen
mit Glas-, Azetanilid- oder Benzoesäurepulver
sowie durch Zumischen schlechter Schoten und
ähnlich aussehender Früchte. — Die künstliche
Darstellung des Vanillins, das zu den meisten
Zwecken die V. vollkommen ersetzen kann, hat
den Preis zwar wesentlich ermäßigt, doch ist
die Verwendung des künstlichen Riechstoffs an
Stelle der Vanillefrüchte für manche Zwecke
unmöglich, so daß die Vanille ihren Preis auch
jetzt noch behält. Als billige Ware ist seit meh
reren Jahren die Tahiti-Vanille im Handel,
eine an sich echte, aber durch Entartung un
brauchbare Frucht. Mit Vanillin bestäubte Ta
hiti-Vanille darf nur unter der Kennzeichnung
„mit Zusatz von Vanillin“, nicht aber als „Va
nille“ oder gar „veredelte V.“ in den Verkehr
gebracht werden. — Von anderen Vanille
arten sind noch Vanilla Pompona (s. Vanil-
lon) und Vanilla palmarum zu nennen, die
lediglich zu Parfümeriezwecken dienen. — Medi
zinisch wird die V. selten verordnet, und zwar
fast nur bei hysterischen Leiden und Menstrua
tionserkrankungen. Bisweilen sind angebliche
Vergiftungen durch V. bekannt geworden, so
z. B. nach Genuß von Vanilleeis, doch dürfte
dies wohl mehr auf eine Zersetzung anderer
Bestandteile des Eises selbst zurückzuführen sein.
Immerhin führt der übermäßige Genuß von V.
Kopfschmerzen und Übelkeit herbei. Auch hat
sich bei Menschen, die mit dem Einpacken und
Sortieren von V. fortgesetzt zu tun haben, mehr
fach eine Art Krätzekrankheit gezeigt. — Va
nilletinktur (lat. Tinctura Vanillae, frz. Tein-
ture de Vanille, engl. Tincture of Vanille) ist
ein alkoholischer Auszug, der als Parfüm und
als Speisezusatz verwandt wird.
Vanillin (lat. Vanillinum), der Bestandteil
der Vanillefrüchte, dem diese hauptsäch
lich, wenngleich nicht allein, ihren feinen Ge
ruch und Geschmack verdanken, kann nach
verschiedenen Verfahren auf künstlichem Wege
dargestellt werden. Man bereitet es entweder
aus dem Kambialsafte der Nadelhölzer
durch Oxydation des in ihm enthaltenen Koni
ferins mittels Kaliumdichromats und verdünn
ter Schwefelsäure, oder aus dem Eugenol des
Nelkenöls, dem Harz des Ölbaumes und
dem Guajakol des Buchenholzteers durch
Behandeln mit Chloroform und Ätznatron. V.
entsteht so als ein feinkristallinisches weißes
Pulver, das sich schwer in kaltem, leicht in
heißem Wasser sowie auch in Alkohol und Äther
löst. Es schmilzt bei 80—8i° und läßt sich, vor
sichtig erhitzt, sublimieren und in schönen,
Mercks Warenlexikon.
sternförmig gruppierten Kristallnadeln erhalten.
In chemischer Hinsicht ist V. als Methylpro-
tokatechualdehyd, C 6 H 3 (OH)(OCH 3 ). CHO,
aufzufassen. Im Kleinhandel wird es gewöhn
lich schon mit einer gewissen Menge Zucker
vermischt zum Verkauf gebracht (Vanillin
zucker). Auch sind während des Krieges Mi
schungen von Kochsalz mit etwa i o/o V. als Va
nillinsalz in den Handel gelangt. Trotz seines
feinen und starken Vanillegeruches kann es die
Vanille doch nur zum Teil ersetzen, da außer
dem V. und der Vanillinsäure auch noch ein
aromatisches Harz an dem Geruch und Ge
schmack der Vanille Anteil haben. Die Vanil
linsäure läßt sich ebenfalls künstlich herstellen,
besitzt jedoch nur einen schwachen Geruch.
Vanillon nennt man eine besondere, von der
gewöhnlichen Vanille stark abweichende Sorte
aus Britisch-Guayana von Vanilla pompona.
Die Fruchtkapseln sind viel kürzer, bedeutend
dicker, breiter und fleischiger als bei der ge
wöhnlichen Vanille, der Länge nach gerunzelt,
an beiden Enden verschmälert, umgebogen und
mit einer Narbe versehen. Um das Aufspringen
zu vermeiden, werden sie meist mit Fäden spi
ralig umwickelt. Der Geruch ist bei weitem
nicht so fein wie derjenige der echten Vanille
und erinnert mehr an Piperonal (Heliotropin)
und Kumarin. Sie wird daher auch nicht zu
Konditoreizwecken, sondern nur in der Par
fümerie benutzt.
Vaselin (Vaseline, lat. Adeps petrolei, Un
guentum paraffini, frz. Vaseline, engl. Vaselin),
eine weiche, geruchlose, sich fettig anfühlende
Masse von Salbenkonsistenz, wird aus den De
stillationsrückständen des amerikanischen Pe
troleums gewonnen und teils mit gelblicher
Farbe (halb gereinigt), teils vollständig weiß in
den Handel gebracht. V., dessen Schmelzpunkt
zwischen 35 und 45 0 liegt, wird wegen seiner
milden Beschaffenheit, und weil es nie ranzig
werden kann, meist anstatt des Schweinefettes
zu Salben benutzt. Es besteht aus dem Paraffin
ähnlichen Kohlenwasserstoffen und wird auch
aus Rohozokerit, unter Zusatz von flüssigem
Paraffinöl, dargestellt. — Das lediglich aus
flüssigen Kohlenwasserstoffen bestehende Va-
selinöl (Virginia) dient als Rostschutz und
Schmiermittel.
Vasenol, ein Gemisch von Vaseline und Pa
raffinöl mit etwas Zetylalkohol oder einem
anderen hohen Fettalkohol, findet wegen seines
großen Wasserbindungsvermögens als Salben
grundlage Verwendung.
Vasogen (lat. Vaselinum oxygenatum), eine
neue Salbengrundlage, soll nach Angabe der
Fabrikanten ein durch Behandlung von Vaselin
mit komprimiertem Sauerstoff unter Erhitzen
im Drucktopf hergestelltes Sauerstoffderivat des
Vaselins sein. Nach anderen Angaben werden
gleichartige Stoffe durch Mischen von Paraffin
öl mit Rizinusdisulfosäure oder mit ölsaurem
Ammonium erhalten. Da der Name V. geschützt
ist, werden Nachbildungen als Vasolimente
bezeichnet und zur Herstellung von Mischungen
mit Jod, Jodoform, Kreosot und anderen Medi
kamenten benutzt. Valsol, Vasol und Vaso-
sapon sind ebenfalls andere Namen für gleich-
I artige Salbengrundlagen.
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