Zitronensäure Magnesia
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Zucker
Zwecke 19—200/0 Eisen enthalten soll, als beliebtes
Eisensalz verordnet.
Zitronensäure Magnesia (Magnesiumzitrat,
lat. Magnesium citricum, frz. Citrate de magnesie,
engl. Citrate of magnesia) stellt je nach der Bereitungsweise
ein lockeres, kristallinisches Pulver,
feste kristallinische Krusten oder ein trockenes,
amorphes Pulver dar. Letzteres ist in kaltem
Wasser leicht löslich, während die ersten beiden
Formen sich darin nur langsam lösen. Magnesiumzitrat
dient als mildes Abführmittel, ist aber
gegenwärtig meist in der Form des offizinellen
brausenden Magnesiumzitrats (lat. Magnesium
citricum effervescens, frz. Citrate de magnesie
grahulaire, engl. Eff ervescent citrate of magnesia)
in Gestalt weißer Körnchen im Gebrauche,
die sich in Wasser unter Kohlensäureentwicklung
zu einer angenehm säuerlich
schmeckenden Flüssigkeit auflösen.
Zitrophen, das zitronensaure Salz des p-Phenetidins,
ist ein farbloses, wasserlösliches Kristallpulver
vom Schmelzpunkt 188 0 , das. als Fiebermittel
an Stelle des Phenazetins benutzt wird,
aber mit Vorsicht anzuwenden ist.
Zitwerwurzel (lat. Rhizoma zedoariae, frz. Züdoaire,
engl. Zedoary root), ein vielbenutzter
Gegenstand des Drogenhandels, stammt von
einer Zingiberazee (Curcuma Zedoaria), die
in Ostindien, China und Madagaskar heimisch ist.
Die getrockneten Wurzelstöcke sind entweder in
Scheiben geschnitten oder der Länge nach geviertelt.
Der Holzkörper ist iah und hornartig
und gleich der oft abgeschäiten Rinde mit zahlreichen
Harz- und Ölbehältern erfüllt. Als wirksame
Bestandteile sind ein zineolhaltiges ätherisches
Öl, bitteres aromatisches Harz und Stärke
zugegen. Der Geruch ist stark aromatisch, kampferartig,
der Geschmack gleichzeitig brennend
und etwas bitter. Die Wurzel wird in der Pharmazie
bei Bereitung von Gewürztinkturen, außerdem
zu Magenlikören, wie Ingwer, das Zitwerwurzelöl
(lat. Oleum zedoariae, frz. Ess'ence de
zedoaire, engl. Zedoary oil) zu aromatischen Likören
mit verwandt.
Zobelfelle. Zu dem edelsten und kostbarsten
Pelzwerk gehören die Felle des sibirischen Zobels
(russisch Sobol), einer Marderart (Mustek
zibellina), die an Größe und Lebensweise
den deutschen Mardern gleicht und in
Fallen gefangen wird. Ihr höherer Wert beruht
auf der größeren Feinheit, Weichheit und Dauerhaftigkeit.
Die Wertverschiedenheiten der Felle
selbst hängen besonders von der Farbe ab, die
vom Hellbräunlichen bis in tiefes Dunkelbraun
geht. Je dunkler, desto teurer sind die Z., auch
ist der Pelz der Männchen größer, dichthaariger
und daher wertvoller als derjenige der Weibchen.
Z., bei denen die längsten Haare weiß
sind und mit ihren Spitzen die anderen überragen,
heißen Silberzobel und werden namentlich
deshalb geschätzt, weil sie nicht künstlich
gefärbt werden können. Die schönsten Felle
kommen aus dem östlichen Sibirien von Irkutsk
und Ochotsk, weniger schöne vom Jenissei,
der Lena und dem Amur. Die Z. bildeten ein
Monopol der russischen Regierung und wurden
von den Jägern entweder als Steuer geliefert,
oder an Beamte, verkauft und nach Petersburg
gesandt, wo die besten für besondere Zwecke
ausgesucht, die übrigen versteigert wurden. Sie
werden von reichen Russen und Chinesen, meist
als Pelzfütterung, getragen und dienen auch zur
Herstellung von Kragen und Mützen, bei uns
gewöhnlich nur von Besätzen für Damenpelze.
— Der amerikanische Zobel (Mustela americana)
ist ein Tier von derselben Größe und
Lebensart, aber gröberem Haar. Das Fell erscheint
mehr rötlichbraun, zeigt aber sonst alle
Farbtöne von gelblich bis dunkelbraun. Die
schönsten amerikanischen Z. kommen von den
Küstenländern der Hudsonsbai und der Labradorküste
und werden wegen ihrer mäßigen Preise
in allen Ländern, auch in Rußland, am meisten
aber in England, verbraucht. Auch der kanadische
Z. (M.,canadensis), auch Pekan oder
virginischer Iltisgenannt, liefertgeschätzteschwarze
oder graue Pelze. — Die Schweife der Zobel sind
ebenfalls wertvoll und dienen zu Besätzen für
Damenpelze, zu Herrenmützen usw. Das Färben
der Z., um sie dunkler zu machen, sowie
anderer Felle, um sie den Zobeln ähnlicher zu
gestalten, wurde früher in großer Ausdehnung
betrieben, und noch heute nennen sich alte
Rauchwarenfäfber Zobelfärber.
Zoelestiner Tropfen, eine stark abführende
alkoholische Lösung von Aloe und Rhabarber
mit Zusatz von Eisensaccharat und aromatischen
Stoffen.
ZoeruleYn (Anthrazen- oder Alizaringrün)
ist ein Farbstoff der Phtaleingruppe, der durch
Behandlung von getrocknetem Gallein (s. d.)
mit konz. Schwefelsäure dargestellt wird und in
Form einer dicken braunen, in Wasser und Alkohol
unlöslichen Paste in den Handel kommt.
Daneben findet sich als Zoerulein S. noch eine
pulverförmige, wasserlösliche Modifikation, die
aus einer Alkalisulfitlösung des Farbstoffes besteht.
Z. liefert dunkelgrüne Farben von großer
Echtheit und wird namentlich in Kattundruckereien
als Paste mit Natriumbisulfit, Alaun oder
Chromalaun angewandt. Auch dient Z. zum
Färben von mit Chrom gebeizter Wolle, Seide
und Baumwolle. Der Tonerdelack ist hellgrün,
der besonders echte Chromlack dunkelgrün.
Zucker (lat. Saccharum, frz. Sucre, engl. Sugar).
Unter diesem Namen faßt man in der
Chemie eine Anzahl von Kohlenhydraten zusammen,
die in Wasser löslich und kristallisierbar
sind und, mit vereinzelten Ausnahmen, einen
mehr oder weniger süßen Geschmack besitzen.
Ihrer Konstitution nach kann man folgende
Gruppen von Zuckerarten unterscheiden: Monosaccharide
oder Glykosen besitzen die Fähigkeit,
alkalische Metallsalzlösungen (Fehlingsche
Lösung) zu reduzieren und sich mit Alkalien gelb
zu färben. Sie drehen die Ebene des polarisierten
Lichtes und werden durch Hefe vergoren. Weil
ihr Molekül eine Kette von sechs KoMenstoffatomen
enthält, C 6 H 12 O e , werden sie auch als
Hexosen bezeichnet. Zu den Hexosen gehören
von bekannteren Zuckerarten der
Traubenzucker, Fruchtzucker, die Galaktose und
Sorbose. Die Zucker der zweiten Gruppe, die
Disaccharide oder Saccharosen kann man
auffassen als unter Austritt von einem Molekül
Wasser zustande gekommene Verbindungen von
zwei Glykosemolekülen, in die sie beim Erwärmen
mit verdünnten Säuren unter Aufnahme
von Wasser, Hydrolyse, wieder zerfallen. Rohrzucker
liefert hierbei je ein Molekül Trauben-