Full text: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Braunschweigergrun 
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Brie-Käse 
kohle sowohl direkt als auch nach der Ver 
brennung zu Asche verwandt. Die bedeutendste 
Braunkohlengewinnung findet sich im nordwest 
lichen Böhmen, welches seine wertvollen Kohlen 
nicht nur nach allen Teilen Österreichs, son 
dern auch nach Deutschland sendet, selbst nach 
den Gegenden, an welchen viele (aber erdige) 
Kohlen vorhanden sind. 
Braunschweigergrün, eine * hellgrüne, giftige 
Anstrichfarbe aus basischem Kupferkarbo 
nat (basisch kohlensaurem Kupferoxyd), 
wird durch Fällung einer Kupfersalzlösung mit 
kohlensaurem Natron erhalten und durch Zu 
sätze von Schwerspat oder Gips beliebig ab 
getönt. Unter demselben Namen kommen auch 
Gemenge von Schweinfurtergrün mit basisch 
kohlensaurem Kupferoxyd in den Handel. 
Braunstein (lat. Manganum hyperoxydatum 
nativum,frz.Bioxyde de manganfese,engl.Brown 
stone). Diesen Namen führt in der Industrie 
und im Handel der Pyrolusit oder das Weich 
manganerz, welches in seinen reinsten Ab 
arten aus Mangansuperoxyd (Mn0 2 ) be 
steht, gewöhnlich aber mit andern sauerstoff 
armeren Manganerzen, namentlich mit Manga- 
nit gemengt ist. Ausgiebige B.-Gruben finden 
sich namentlich in Thüringen (bei Ilmenau, 
Öhrenstock, Elgersburg), in der Provinz Nassau, 
in Spanien, im Kaukasus, Frankreich und Eng 
land. Man versendet den B. teils in ganzen 
Stücken, teils in mehr oder weniger fein ge 
mahlenem Zustande als ein schwarzes Pulver. 
Sein Wert richtet sich nach seinem Gehalte an 
Mangansuperoxyd, der in der Regel 70—75 0/0 
nicht übersteigt, oft aber geringer ist. Der Pro 
zentgehalt wird vom Händler garantiert. Guter 
B.muß sich beim Erwärmen mit Salzsäure, ohne 
Rückstand zu hinterlassen, auflösen. Verwen 
dung findet er zur Bereitung von Brom, Jod 
und Chlor, welches letztere wieder teils direkt 
zum Bleichen, teils zur Gewinnung von Chlor 
kalk, chlorsaurem Kali usw. dient. Ferner be 
nutzt man B. in der Glasfabrikation zum Ent 
färben des Glases, zur Bereitung von Mangan- 
stahl und schmiedbarem Guß, zu farbigen Töp 
ferglasuren und zur Herstellung verschiedener 
Manganverbindungen. Aus den bei der Berei 
tung von Chlorgas in großer Menge abfallenden 
manganhaltigen Laugen wird Jetzt das Mangan 
wieder für neue Operationen tauglich gemacht 
(Regeneration), so daß nur die unvermeid 
lichen kleinen Verluste durch natürlichen B. er 
setzt werden müssen. 
Brauselimonaden nennt man die verbreitetste 
Gruppe der billigeren kohlensäurehaltigen, al 
koholfreien Getränke, für deren Beurteilung 
nach den Beschlüssen der freien Vereinigung 
Deutscher Nahrungsmittelchemiker folgende 
Grundsätze maßgebend sind: A. 1. Brause 
limonaden mit dem Namen einer bestimmten 
Fruchtart sind Mischungen von Fruchtsäften mit 
Zucker und kohlensäurehaltigem Wasser. 2. Die 
Bezeichnung der Brauselimonaden muß den zu 
ihrer Herstellung benutzten Fruchtsäften ent 
sprechen. Letztere müssen den an echte Frucht 
säfte zu stellenden Anforderungen genügen. 
3. Eine Auffärbung mit anderen Fruchtsäften 
(Kirschsaft) sowie ein Zusatz von organischen 
Säuren ist nur zulässig, wenn sie auf der Eti 
kette in deutlicher Weise angegeben werden. 
Mit dem Safte von Zitronen, Orangen oder an 
deren Früchten der Gattung Citrus hergestellte 
B. dürfen einen Zusatz des entsprechenden Scha 
lenaromas ohne Deklaration erhalten. B. Unter 
künstlichen Brauselimonaden versteht man 
Mischungen, die neben oder ohne Zusatz von 
natürlichem Fruchtsaft, Zucker und kohlen 
säurehaltigem Wasser organische Säuren oder 
Farbstoffe oder natürliche Aromastoffe enthal 
ten. In solcher Weise zusammengesetzte B. dür 
fen nicht unter dem Namen „Brauselimonade“ 
allein gehandelt werden, sondern müssen die 
deutliche Bezeichnung „Künstliche Brauselimo 
nade“ oder „Brauselimonade mit Himbeer- usw. 
Geschmack“ tragen. C. Der Zusatz von Kon 
servierungsmitteln ist nur insoweit gestattet, 
als ihre Gesundheitsunschädlichkeit selbst bei 
dauerndem Genuß feststeht. Der Zusatz ist in 
jedem Falle nach Art und vorhandener Menge 
deutlich zu deklarieren. D. Saponinhaltige 
Schaumerzeugungsmittel sind für die unter A 
und B genannten Erzeugnisse unzulässig. E. Das 
zu verwendende Wasser muß den an künstliche 
Mineralwässer zu stellenden Anforderungen ge 
nügen. 
Brechweinstein (Antimonkaliumtartrat, 
weinsaures Antimonoxydkali, lat. Tartarus 
stibiatus, Tartarus emeticus, Stibiokali tartari- 
cum, Kalium stibiato-tartaricum, frz. Tartre 6me- 
tique, Tartre anthnonial, engl. Tartar emetic), 
ein giftiges, namentlich brechenerregend wir 
kendes chemisches Präparat, wird durch Sätti 
gen von gereinigtem Weinstein mit Antimon 
oxyd erhalten und bildet farblose, durchsichtige, 
glänzende Kristalle, die an der, Luft bald un 
durchsichtig und weiß werden. Der B. wird 
nicht nur medizinisch, und zwar innerlich und 
äußerlich, sondern in weit größeren Mengen als 
Beize für Anilinfarben in der Färberei und Zeug 
druckerei angewandt. Für medizinische Zwecke 
muß er ganz arsenfrei sein. B. muß sich in der 
tyfachen Menge Wasser klar auflösen, ein 
Rückstand rührt von beigemengtem Weinstein 
oder von weinsaurem Kalk her. Verfälschungen 
kommen vor mit Zinkvitriol, Chlorkalium usw. 
Bremerblau (künstliches Bergblau), eine 
giftige, hellblaue Anstrichfarbe, besteht aus einem 
Gemenge von Kupferkarbonat und Kupferoxyd 
hydrat. Eine etwas ins Grünliche spielende Ab 
art, Bremergrün, wird durch Zusammenreiben 
mit Ölfirnis noch deutlicher grün. 
Brennesselkraut (lat. Herba urticae, frz. Ortie, 
engl. Nettle), das getrocknete Kraut der Brenn 
nessel, Urtica urens, wird als blutstillendes 
Mittel und gegen Hämorrhoiden angewandt. 
Brenzkatechin, Oxyphensäure, Orthodioxy- 
benzol, C 6 H 4 (OH) 2 , findet sich in den Blättern 
des wilden Weins und im Kinogummi sowie 
als Produkt der trocknen Destillation verschie 
dener organischer Stoffe im rohen Holzessig, 
und wird durch Erhitzen von Guajakol mit Jod 
wasserstoffsäure dargestellt. B. wird als photo 
graphischer Entwickler verwendet. Die weißen 
glänzenden Blättchen sind in Wasser, Alkohol 
und Äther leicht löslich. Der Schmelzpunkt liegt 
bei J04 0 , der Siedepunkt zwischen 240 und 245 °. 
Brie-Käse (frz. Fromage de Brie), ein weicher, 
überfetter französischer Käse aus dem Departe
	        
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