Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Briketts

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Brombeeren

ment  Seine  et  Marne,  namentlich  von  Brie  comte
Robert  und  Meaux,  kommt  in  Stanniol  eingewickelt ­
  in  scheibenförmigen  Stücken  in  den
Handel  und  ist  sehr  geschätzt.
Briketts  nennt  man  aus  abgesiebtem  Braunkohlen- ­
  oder  Steinkohlenstaub  durch  Pressen
hergestellte  ziegelförmige  Stücke,  die  sich  wegen
ihrer  regelmäßigen  Form  gut  und  leicht  zusamnaenstellen
  lassen  und  demnach  einen  nur  verhältnismäßig ­
  geringen  Raum  einnehmen;  dabei
geben  sie  ein  sehr  gutes  Brennmaterial  ab,  das
sich  auch  für  Lokomotiven  und  Dampfschiffe
eignet.  Der  sonst  nicht  verwendbare  Braunkohlen- ­
  und  Steinkohlenstaub  läßt  sich  auf  diese
Weise  gut  verwerten.
Brillantgelb.  Diesen  Namen  führen  mehrere
gelbe  Teerfarbstoffe,  so  zwei  verschiedene  Azofarbstoffe ­
  aus  diazotierterDiamidostilbendisulfosäure
  mit  2  Molekülen  Phenol  und  ein  Nitrofarbstoff,
  das  Dinitroalphanaphtolmonosulfosaure
Natron.
Brillantkongo,  3  verschiedene,  durch  die  Buchstaben ­
  G,  R  und  2  R  unterschiedene  Azofarbstoffe, ­
  welche  in  Form  brauner  Pulver  in  den
Handel  kommen  und  beim  Färben  verschiedene
Farbtöne  in  Rot  geben.  B.-R.  entsteht  aus  diazotiertem
  Tolidin  mit  je  einem  Molekül  Naph-'ylamindisulfosäureR
  und  /9-Naphtylamin-/S-Sulfosäure.

Brillantkrozei'n  (Baumwollenscharlach),
e in  hellbraunes,  in  Wasser  mit  kirschroter  Farbe
lösliches  Pulver,  färbt  Wolle  in  sauerem  Bade
r °t  und  besteht  aus  dem  Natronsalze  der
Amidoazobenzolazobetanaphtoldisulfosäure.
Brillantponceau  und
Brillantscharlach,  zwei  Azofarbstoffe,  die  von
öenr  Doppelscharlach  extra  S  (s.  d.)  kaum
verschieden  sind.
,  Britanniametall.  Metallegierungen  von  fast
silberweißer  Farbe,  die  im  wesentlichen  aus
'Hnn  und  etwas  Antimon  bestehen,  häufig  aber
^uch  kleine  Mengen  Zink  und  Kupfer  enthalten.
Man  fertigt  aus  dem  B.,  welches  sich  zu  dünnem
“lech  auswalzen  läßt,  verschiedene  Geschirre,
^anientlich  Teekannen,  Löffel,  Leuchter  usw.,
cll e  bisweilen  auch  galvanisch  versilbert  werden.
Broihahn  (B  reihahn),  ein  in  den  Provinzen
“ a chsen  und  Hannover  gebräuchliches  ober-Sariges
  Weißbier.
Brokatfarben  sind  fein  präparierte  Glimmer-Sc
 hüppchen,  die  zum  Bedrucken  von  Tapeten
J ln d  Buntpapieren  verwendet  werden.  Man  sor-’
 ert  das  natürlich  vorkommende  Mineral  und
Präpariert  es,  wodurch  man  gold-  und  silberfarbene ­
  Sorten  erhält.  Auch  werden  durch  Aufarben
  mittels  Anilinfarben  bunte  B.  hergestellt.
Brom  (Bromine,  lat.  Bromum,  frz.  Bröme,
Jrgl.  Bromine),  ein  chemisches  Element  der
klorgruppe,  das  in  seinen  Eigenschaften  zwi-T
  a 6n  ^ ern  gasförmigen  Chlor  und  dem  festen
steht  und  seltener  als  das  erstere,  aber
^aufjggr  als  das  letztere  auftritt,  findet  sich  in
Natur  nicht  in  freiem  Zustande,  sondern
s - r  jrrForm  von  Verbindungen,  und  zwar  hauptst
 c ^h  mit  Natrium  und  Magnesium  als  Beandteil
  vieler  Salzsolen,  Mineralwässer  und  des
^  eer wassers,  desgleichen  in  den  Staßfurter  und
'“Poldshäller  Abraumsalzlagem  sowie  in  nordme
 nkanischen  Salzlagern.  Die  Abscheidung  des

B.,  die,  ursprünglich  in  Frankreich  und  England
heimisch,  jetzt  nur  noch  in  Deutschland  und
Nordamerika  ausgeübt  wird,  erfolgt  durch  Behandlung ­
  mit  Braunstein  und  Schwefelsäure
oder  auf  elektrolytischem  Wege.  Das  reine  B.
(Br  =  79,92)  ist  eine  schwere,  ätzende  Flüssigkeit ­
  vom  spez.  Gew.  3,19  (o°)  und  fast  schwarzer, ­
  in  dünnen  Schichten  hyazinthroter  Farbe,
die  beständig;  rote  Dämpfe  von  erstickendem
Geruch  ausstößt  und  bei  7,3°  zu  einer  blättrigkristallinischen
  Masse  erstarrt.  Mit  Wasser
mischt  es  sich  nicht,  nimmt  aber  etwas  davon
auf,  und  andererseits  löst  Wasser  etwas  B.  zu
einer  rötlichgelben  Flüssigkeit  (Bromwasser).
Mit  vielen  Elementen  wie  Phosphor,  Schwefel,
Arsen  usw.  verbindet  es  sich,  lebhaft,  z.  T.  unter
Entflammung,  zerstört  auch  organische  Stoffe
(Schleimhäute)  und  wirkt  bereits  in  Verdünnungen ­
  1  :10000  tödlich.  Das  B.  findet  vielfache
Verwendung  in  chemischen  Laboratorien  sowie
zur:Herstellung  von  Bromsalzen,  und  Farbstoffen
(Eosin,  Bromindigo),  zur  Desinfektion  und  bei
der  Goldextraktion.  Zum  Versand  bedient  man
sich  größerer  Glasflaschen,  deren  eingeschliffene
Stöpsel  noch  mit  geschmolzenem  Schellack  und
Tonkitt  umgeben  und  gut  Überbunden  werden.
Die  Flaschen  werden  in  Kieselgur  eingebettet
und  kalt  aufbewahrt.  Die  Gesamtproduktion  im
Jahre  1912  betrug  in  Deutschland  866000  kg,  in
Amerika  323000  kg;  der  Preis  sank  von  90  bis
95  M.  im  Jahre  1865  auf  etwa  2,50  M.  im  Jahre
1912  und  wird  durch  die  sog.  Bromkonvention
geregelt.
Bromalhydrat  (lat.  Bromalum  hydratum,  frz.
Bromal  hydratö,  engl.  Hydrate  of  bromal),  eine
dem  Chloralhydrat  entsprechende  Verbindung,
in  welcher  das  Chlor  durch  Brom  ersetzt  ist,
erscheint  in  nadelförmigen  Kristallen,  welche
sich  leicht  in  Wasser  und  Alkohol  lösen  und
bei  53,5 0  schmelzen.  Geruch  und  Geschmack
sind  dem  des  Chloralhydrats  ähnlich.  Das  B.
wird  zuweilen  medizinisch  verwandt  und  ist
giftig.
Bromalin,  eine  weiße  kristallinische  Substanz
vom  Schmelzpunkt  200  °,  welche  durch  Vereinigung ­
  von  Bromäthyl  mit  Hexamethylentetramin
(s.  d.)  entsteht  und  an  Stelle  von  Bromkalium,
dessen  unangenehme  Nebenwirkungen  es  nicht
zeigt,  bei  Epilepsie  und  Neurasthenie  verordnet
wird.
Brombeeren  (lat.  Fructus  rubi  nigri,  frz.Fruits
de  ronce,  engl.  Black-berry,  Brambles),  die
glänzendschwarzen,  saftreichen,  aromatisch  riechenden ­
  und  süßschmeckenden  Früchte  des  bekannten, ­
  in  Wäldern  und  Hecken  häufigen
Brombeerstrauchs,  Rubus  fruticosus  L.,
finden  bei  uns  nur  beschränkte  Verwertung,
während  sie  in  Nordamerika  in  großen  Mengen
angebaut  und  zur  Bereitung  von  Brombeerwein, ­
  Brombeerlikör  und  Essig  sowie  von
Marmeladen  verwandt  werden.  Von  den  amerikanischen ­
  Sorten  eignet  sich  am  besten  die
Kittatinny-B.  für  den  Anbau  in  Deutschland.  —
Die  fein  behaarten,  dunkelgrünen  Blätter  des
Brombeerstrauchs  werden  getrocknet  als
Herba  s.  Folia  Rubi  fruticosi  (Brombeerblätter, ­
  frz.  Feuilles  de  ronce,  engl.  Bramble-leaves)
  als  Mittel  gegen  Durchfälle  und  Verschleimungen ­
  verlangt.
            
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