Bronzefarben
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Brot
schwefelhaltigen Luft der Großstädte jetzt nur
langsam oder gar nicht bildet, durch Behand
lung mit wäßrigen Lösungen von Salmiak, Wein
stein, Kochsalz und Kupfernitrat künstlich zu
erzeugen, haben noch nicht zu befriedigenden
Erfolgen geführt.
Bronzefarben (Bronzepulver, frz. Bronze
en poudre, engl. Bronze powder) nennt man
metallisch glänzende Farbpulver, welche teils
aus fein geriebenen Abfällen der Metallschläge
rei, teils aus gepulverten und fein geschlämmten
Metallegierungen bestehen und durch vorsichti
ges Erhitzen, durch Zusatz von wenig Fett oder
durch Mischen mit Teerfarben in verschiedenen
Tönen dargestellt werden. Die kostbarsten sind
selbstverständlich die aus echtem Gold und Sil
ber bestehenden B.; der echten Goldbronze sehr
ähnlich ist die Wolframbronze. Unter vege
tabilischen B. versteht man stark konzen
trierte Farbstoffe aus dem Blau- und Rotholz,
die zum Bedrucken von Buntpapier und Luxus
leder dienen und nach dem Glätten, Satinieren,
schönen Metallglanz annehmen. Man verwendet
die B. zur Verzierung von Holz, Gips, Papier
mache, Tonwaren, zum Buntdruck usw.
Bronzeöl (Bronzetinktur, frz. Huile de bronze,
engl. Bronze-oil) ist eine Auflösung von säure
freien Harzen, z. B. Dammar, Kopal, Schellack,
m französischem oder amerikanischem Terpen
tinöl, unter Zusatz von etwas Firnis oder,Stand
öl. Reagiert das B. sauer, so dunkeln die damit
verrührten Bronzefarben rasch nach.
Brot nennt man das aus dem Mehl von Ge
treide, in zurücktretendem Maße auch von Le
guminosen, vermittels des Backprozesses her
gestellte Erzeugnis, welches das wichtigste Nah
rungsmittel des Kulturmenschen bildet . Als Vor
läufer unserer heutigen Backwaren haben wir
die sog. ungesäuerten Brote der alten Germanen
ü nd gewisser Naturvölker Afrikas sowie die von
den Juden zum Passahfeste verzehrten Matzen
unzusehen, die einfach durch Trocknen eines
a us Mehl und Wasser bestehenden Teiges be
reitet wurden. Diese ursprünglichen Erzeugnisse
leiden an dem Fehler, daß sie die Stärkekörner
*n nahezu unverändertem Zustande enthalten
und überdies zu dicht sind, als daß sie von
uen Säften des Körpers leicht angegriffen und
verdaut werden könnten. Zur Erzielung eines
brauchbaren Nahrungsmittels müssen die Stärke-
Körner zuerst zersprengt und chemisch umge-
'vandelt werden, während gleichzeitig durch
mckerung des Gefüges die Einwirkung der
Ver dauungssäfte erleichtert wird. Beides ge
schieht in der Brotbäckerei durch Mikroorganis
men, und zwar durch Hefe (Weißbrotbäckerei),
ml er durch ein Gemisch von Hefe und Bak-
erten, wie es im Sauerteig vorhanden ist, oder
endlich durch Bakterien allein, wie sie bei der
feiwillig eintretenden Gärung des Schrotbrotes
j'-Ur Wirkung gelangen. Der Vorgang der Brot-
Leitung besteht also darin, daß zunächst ein
etnisch aus Mehl, Wasser und etwas Kochsalz
Zusatz von Hefe oder Sauerteig hergestellt
.ml bei mittlerer Temperatur der Gärung über-
t Ssen .wird. Dadurch findet in erster Linie eine
u ^eise Umwandlung der Stärke in Dextrine
. ( Zucker statt, von denen der letztere unter
e m Einflüsse der Mikroorganismen in Alkohol
und Kohlensäure zerfällt. Beim Erwärmen deh
nen sich die entstandenen gasförmigen Körper
aus, bilden in der durch ihren Klebergehalt
elastischen Masse mehr oder weniger große
Hohlräume und bewirken somit ein Aufgehen
des Teiges. Der folgende Backprozeß bei Tem
peraturen von 160—300 0 , die aber im Inneren
des Brotes xoo 0 nicht übersteigen, lockert den
Teig noch weiter, treibt die gebildeten Gase
und einen Teil der Feuchtigkeit aus und erhöht
somit ebenfalls die Verdaulichkeit, Der Vor
schlag, an Stelle der Hefe, mit deren Verwen
dung Stoffverluste von 2—3 °/o verbunden sind,
Backpulver (s. d.) zu nehmen, hat selbst wäh
rend der Kriegszeit keinen Anklang gefunden,
weil der Geschmack darunter leidet. — Seiner
chemischen Zusammensetzung nach ist
das Brot im wesentlichen ein Kohlenhydratnah-
rungsmittel, in welchem' Stärke, Zucker und
Dextrin, d. h. die sog. stickstofffreien Nährstoffe,
überwiegen. Daneben enthält es aber immerhin
ziemlich beträchtliche Mengen Eiweißstoffe,
während der Gehalt an Fett zurücktritt. Mit
Ausnahme des selten vorkommenden Hafer
brotes, dessen Fettgehalt 7—8 0/0 beträgt, ent
hält das Brot durchschnittlich 40 o/ 0 Wasser, 6 bis
7 0/0 Protein, 0,50/0 Fett, 1,50/0 Mineralstoffe und
50 0/0 Kohlenhydrate. — Seit Jahren hat man Ver
suche zur Verbesserung der jetzt üblichen Brot
bereitung unternommen, welche sich vor allem
auf eine Verringerung der mit dem heutigen
Verfahren der Hochmüllerei verbundenen Stick
stoffverluste richteten. Tatsächlich befinden sich
ja die Eiweißstoffe des Getreidekorns vorwie
gend in der äußeren Schalenzone und gehen
mit der Kleie verloren, und man hat daher emp
fohlen, das ganze ungeschälte oder teilweise
geschälte Korn zur Brotbereitung zu verwerten.
Ob diese Erzeugnisse, zu denen von neueren
Erfindungen Avedyks und Simons Brot,
ebenso wie die altbekannten Schrotbrote und
Pumpernickel gehören, nun allerdings auch wirk
lich einen höheren Nährwert besitzen, erscheint
neuerdings wieder fraglich, weil die durch den
höheren Holzfasergehalt bedingte Darmreizung
eine geringere Ausnutzung im Gefolge hat. Auch
das sog. Steinmetz-Brot, bei welchem unter
Entfernung der Schalen eine Anreicherung des
Klebers herbeigeführt wird, scheint ebenso wie
das Grahambrot, ein für Diabetiker bestimm
tes Schrotbrot aus ungegorenem Teig, die Aleu-
ronatbrote (s. d.) u. a. auf einen engeren Kreis
von Verbrauchern beschränkt geblieben zu sein.
— Als Verunreinigung bzw. Verfälschung
des Brotes hat vor allem die Verarbeitung von
Mehl mit Unkrautsamen, Brandsporen und Mut
terkorn zu gelten, ferner der Ersatz von Roggen
oder Weizen- durch geringwertigere Mehle von
Kartoffeln und Mais, der Zusatz von Alaun,
Kupfer- und Zinksalzen. Als Verfälschung ist
ferner zu beurteilen die Verwendung alter Brot-
und Teigreste, die Beimengung sog. aus Pa
raffin bestehender Brotöle und die Einverlei
bung ungebührlicher Wassermengen. Gegen
letztere schützen städtische Verwaltungen sich
meist durch Festsetzung eines Höchst Wasser
gehaltes, die in Dresden zu 45 °/o getroffen wor
den ist. Für die Kriegsdauer sind gewisse Aus
nahmen von diesen Grundsätzen (Zusatz von