Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Büretten

71

Burgunder

Stoffe  sind  meistens  gestreift,  kariert  oder  sonst
gemustert.  Nach  der  Dicke  unterscheidet  man
Winter-  und  Sommerbuckskin.  Der  erstere
besteht  aus  stärkerem  Wollgarn  (Streichgarn)
und  ist  als  Paletotstoff  oft  ungemustert,  während ­
  zu  der  Sommerware  ein  sehr  dünnes  gezwirntes ­
  Streichgarn  benutzt  wird.  Wohlfeile
Waren  sind  jedoch  vielfach  mit  Baumwoll-  oder
Leinengarn  gemischt,  oder  bisweilen  sogar  ohne
alle  Wollzutat  gefertigt.  England  stellt  besonders ­
  große  Mengen  her,  während  die  französischen ­
  B.  sich  durch  geschmackvolle  Muster  auszeichnen. ­
  Die  besten  in  Deutschland  erzeugten
B.  kommen  als  niederländische  aus  den  Fabrikstädten ­
  der  preußischen  Rheinprovinz,  andere
von  Berlin,  Brandenburg,  Burg,  Spremberg,
Kottbus,  Forst,  Grünberg,  Krimmitschau,  Werdau, ­
  Meerane,  Kirchberg,  Lengenfeld,  Hainichen
und  Heidenheim.  Hauptfabrikationsorte  in  Österreich ­
  sind  Brünn  und  Reichenberg.  Sehr  dünne
und  leichte  B.  heißen  Doeskins  (Rehfell,  v.  d.
Engl,  doe-skin).
Büretten  sind  zum  genauen  Abmessen  von
Flüssigkeiten  bestimmte  Maßgefäße,  die  aus
einem  mit  feiner  Skala  versehenen  Glaszylinder
und  einer  Abflußvorrichtung  bestehen  und  nach
der  Form  der  letzteren  in  Gieß-B.,  Blase-B.,
Glashahn-  und  Quetschhahn-B.  unterschieden
werden.  Zum  Aufstellen  der,  besonders  in  Thüringen ­
  hergestellten  B.  bedient  man  sich  der
B.-Stative  und  -Etageren.
Bürsten  (frz.  Brosses,  Vergeltes,  engl.  Brushes).
Hie  Herstellung  der  B.,  die  früher  ausschließlich ­
  Handarbeit  (Bürstenbinderei)  war,  ist
jetzt  zum  größten  Teil  in  Fabrikbetrieb  mit
Hampfkraft  übergegangen.  Hauptsitze  sind  u.  a.
in  Schönheide  (Erzgebirge)  und  Umgegend
(Rothenkirchen,  Rautenkranz),  weitere  Fabriken
•n  München,  Freiburg  in  Baden,  Donaueschingen,
  Hameln.  Das  Hauptmaterial  zur  Herstellung ­
  liefern  die  Schweinsborsten  von  dem
Rücken  des  Schweines  (vgl.  Borsten).  Nächst
den  Rückenborsten,  die  sich  durch  ihre
Länge  und  Steifheit  neben  großer  Elastizität
nuszeichnen  und  gewöhnlich  zu  Kleiderbürsten ­
  verarbeitet  werden,  verwendet  man  auch
Borsten  von  andern  Körperteilen  des  Schweines,
die  jedoch  weicher  sind  und  zur  Herstellung
der  milden  Samtbürsten  dienen.  Zu  dem
gleichen  Zwecke  benutzt  man  auch  die  Borsten
junger  Schweine  und  Ziegenhaare.  Pferdehaare
verwendet  man  zu  Glanzbürsten  und  Zahnbürsten. ­
  Von  Pflanzenfasern  finden  hauptsächhch
  die  Piassavafaser  (s.  d.)  unddieKokosnu
 ßfaser,  ferner  Reisstroh  und  Reiswur-Zeln
  Verwendung.  Endlich  hat  man  auch  Metallbürsten ­
  oder  Drahtbürsten  aus  Draht
v °n  Eisen,  Stahl,  Messing  oder  Kupfer  für  verschiedene ­
  gewerbliche  Zwecke.  Feine  Stahlbürsten ­
  werden  sogar  als  Plaarbürsten  bebutzt.
  Zur  Fassung  der  Borsten  bei  den  einacheren
  Sorten  dienen  gewöhnliche  harte  Höl-5,
 er >  wie  Buche  oder  Eiche,  in  ihrer  natürlichen
tj  arbung.  In  der  Regel  wird  jedoch,  damit  man
a . le  Einziehdrähte  nicht  sieht,  auf  der  Oberseite
*bbe  Deckplatte  befestigt,  die  aus  mehr  oder
Weniger  feinem  Holze  gefertigt,  lackiert,  pocrt
  oder  mit  Furnier  belegt  wird.  Die  Borsten-Ur
 >del  einer  guten  Kleiderbürste  müssen  dicht

stehen,  nach  dem  Niederdrücken  oder  Umbiegen
sofort  wieder  in  ihre  frühere  Lage  zurückkehren
und  dürfen  weder  zu  hart,  noch  zu  weich  sein.
Nur  die  bereits  erwähnten  Samtbürsten,  welche
sehr  weich  sein  müssen,  machen  hiervon  eine
Ausnahme.  Die  Haarbürsten  sind  meistens
mit  Handgriff  versehen  und  besitzen  eine  der
Wölbung  des  Kopfes  entsprechende  gekrümmte
Form,  obschon  auch  viele  so  verfertigt  sind,
daß  die  Borstenoberfläche  in  der  Mitte  etwas
stärker  hervortritt  als  nach  dem  Rande  hin.  Die
Borsten  dürfen  nicht  zu  weich  sein,  da  sie  sonst
nicht  in  das  Haar  eingreifen,  sondern  sich  nur
umbiegen.  Dasselbe  gilt  von  den  Haut-  und
Nagelbürsten.  Die  Zahnbürsten  müssen  mit
besonderer  Sorgfalt  angefertigt  werden  und
dürfen  nicht  zu  hart  sein.  Die  Fassung  geschieht ­
  in  Knochen  oder  Elfenbein,  nicht  selten
mit  zierlich  geschnitztem  Griff.  Scheuerbürsten ­
  und  Schuhbürsten  sind  hart  und  kurzborstig. ­
  Kratzbürsten  von  Metalldraht  werden ­
  teils  zum  Reinigen  von  Feilen,  teils  zum
Abreiben  von  Metallen  und  beim  Bronzieren
benutzt.
Buffalorubin,  ein  braunes,  in  Wasser  mit  roter
Farbe  lösliches  Pulver,  färbt  Wolle  in  saurem
Bade  rot  und  besteht  aus  dem  Natronsalze  der
Alphanaphtylaminazonaphtoldisulfosäure.
Bullrichs  Salz,  s.  Doppeltkohlensaures  Natron.
Buntpapiere  (Bunte  Papiere,  frz.  Papiers
peints,  Papiers  de  couleur,  engl.  Coloured  papers)
  nennt  man  alle  farbigen,  nicht  weißen
Papiere,  und  zwar  sowohl  solche,  die  in  der
ganzen  Masse  gefärbt  sind,  als  auch  diejenigen,
welche  die  Färbung  nur  auf  einer  Seite  mittels
Anstrichs  erhalten  haben.  Im  ersteren  Falle  verwendet ­
  man  entweder  farbige  Lumpen  (naturfarbige ­
  Papiere),  oder  man  setzt  dem  aus
halbweißen  Hadern  bereiteten  Ganzstoff  Farben
zu  (im  Zeug  gefärbte  Papiere).  In  einigen
Fällen  verfährt  man  auch  so,  daß  man  die
Bogen  ohne  weiteres  durch  eine  Farbstoffbrühe
zieht.  Die  mit  Anstrich  auf  einer  Seite  versehenen
B.  sind  entweder  einfarbig  oder  mehrfarbig
marmoriert  und  gemustert  und  fast  alle  geglättet.
Zu  den  in  der  Masse  gefärbten  B.  gehören  die
Affichenpapiere  und  die  dunkelblauen  B.  für
Schreibhefte.  Die  marmorierten  werden  hauptsächlich ­
  zum  Bekleben  der  Bücherdeckel  und
Papparbeiten  verwendet.  Zur  Aufbewahrung
und  Verpackung  von  Nahrungs-  und  Genußmitteln ­
  bestimmte  Papiere  dürfen  nicht  mit  gesundheitsschädlichen ­
  (s.  d.),  Tapeten  nicht  mit
arsenhaltigen  Farben  hergestellt  werden.
Burgunder,  berühmte  französische  Weine  aus
Ober-  und  Nieder-Burgund,  Maconnais  und
Beaujolais.  In  der  zu  Ober-Burgund  gehörigen
Cöte  d’or  wachsen  die  edelsten  Rotweine,  vor
allem  in  den  Lagen  von  Romande-Conti,  Richebourg
  bei  Vosne,  Bongeot,  Mont-Rochet  bei
Puligny  (auch  weiß),  St.  Georges  bei  Nuits  und
Corton  bei  Aloxe.  Sehr  feine  Sorten  sind  ferner
Volnay,  Pommard,  Beaune,  Chambole,  Savigny,
Meursault  und  Blagny.  Als  gewöhnliche  Tischweine ­
  werden  endlich  verwendet  Gevrey,  Santenay
  und  andere.  Der  Weinbau  in  Nieder-Burgund ­
  ist  zwar  der  Menge  nach  bedeutender,
erreicht  aber  die  Feinheit  der  Hochgewächse
der  Cote  d’or  nicht.  Dennoch  gehören  auch
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.