Full text : Festschrift zur Feier des 250jährigen Bestehens der Freien Baugewerks-Innung Bauhütte zu Stade

Gebrauch,  -aß  die  Zremden,  welche  au  einem  Grte  erstmalig  -aöuch
  aufmachen  wollten,  -ke  Süße  erlegten,  -le  für  »vogtländifch
Arbeiten"  (was  soviel  bedeutet,  wie  an  unzünftigen  Grten  kn  Arbeit
treten)  üblich  war;  nämlich  für  -en  Mann  ein  halbes  »Stubenrecht"
(einen  halben  Tagelohn).
Die  Gesamtsumme  dieser  Süße  wurde  unter  die  sieben  in  Setracht
kommenden  Gesellenschaften  verteilt.  Jede  Gesellenschast  konnte
auf  ihren  Anteil  zu  Gunsten  der  neuen  Kaste  verzichten,  und  sie
taten  das  in  der  Regel  alle.  Eie  konnten  aber  auch  eine  Delegation
zur  Gründung  senden,  dann  wurde  die  Süße  gewöhnlich  an  Grt
und  Stelle  verzehrt,  Außer  den  angeführten  wurden  manches  Mal
auch  noch  andere  Sedingungen  gelten-  gemacht,  wurde  die  Zustimmung ­
  einer  Gesellenschaft  an  zu  hart  scheinende  Zorderungen
geknüpft,  dann  übernahm  eine  der  zustimmenden  Gesellenschaften
die  Sefragung  aller  Gesellenschaften  durch  einen  Laufbrief.  Die
Majorität  war  entscheidend.  Die  Entscheidung  wurde  auf  demselben ­
  Wege  bekannt  gegeben,  wenn  unterdessen  die  Eröffnung
eines  öuches  für  den  Grt  aus  anderen  Gründen  hinfällig  geworden,
weil  die  fremden  Aimmergefellen  vielleicht  wieder  abgereist  waren,
dann  galt  die  Abstimmung  doch  für  die  Zukunft.  Hatte  die  Majorität ­
  sich  für  die  Eröffnung  eines  Suches  entschieden,  dann  rechnete
der  betreffende  Grt  zu  denen,  wo  schon  einmal  -as  Such  offen  war.
Nur  in  den  allergrößten  deutschen  Städten  wir-  ununterbrochen
das  Such  offen  gewesen  sein.  Als  die  bedeutendsten  Grte  für  unsere
Fremden  galten  einstmals  Hamburg,  Stettin,  Danzig,  Riga,  öreslau,
Prag,  Gfen-Pest,  Wien,  Zürich  und  inmitten  Deutschlands  Frankfurt ­
  a.  M.,  Leipzig  und  Magdeburg.  Indessen  ist  in  allen  diesen
Grten  im  neunzehnten  Jahrhundert  das  Such  öfter  zugemacht  und
in  einer  Anzahl  von  ihnen  niemals  wieder  aufgemacht.
Jede  Gesellenfchaft  wählte  aus  ihrer  Mitte  einen  Altgesellen,
einen  Süchsengesellen  (Nechnungsführer)  und  einen  voseugesellen
(dieser  trug  und  präsentierte  bei  Zusammenkünften  eine  künstlerisch,
meistens  in  Form  eines  Hobels,  gearbeitete  Schnupftabaksdose).
Dabei  war  jedoch  Gebrauch,  daß  -er  Altgeselle  bereits  die  zum
Einheimischwerden  notwendigen  Zettel  aufweisen  konnte.  Den  Posten
-es  Dosengesellen  bekleideten  die  Junggesellen,  die  ihre  drei  Freiklagen
  bereits  hinter  sich  hatten.  Große  Gesellenschaften  leisteten  sich
            
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