Full text: Festschrift zur Feier des 250jährigen Bestehens der Freien Baugewerks-Innung Bauhütte zu Stade

Kommoden; „Kamerad, zeig mir deine Zettel." Nachdem öier und 
Schnaps gebracht ist, tippt der Kommoden dreimal auf den Tisch 
und trinkt dem Zugereisten mit den Worten „Profit Kamerad" zu. 
hierauf wiederholt der Fremde dasselbe mit den gleichen Worten. 
Kommoden (lüstet den Hut): „Gesellenschaft wird so gut fein und 
es fich kommode machen." 
Fremder (Hut lüftend) r „Gesellenschaft soll bedankt sein." 
Nach erhaltener Arbeit wird dem Fremden aufdem nächsten tzuar- 
tat der Willkomm anpräsentiert. 
Sei der Nnpräsentierung des Willkomms steht der Mgefelle 
hinter dem Tisch und der offenen Lade. Der Fremde vor dem Tisch 
ergreift den Willkomm mit der rechten Hand, während er in der 
linken den Hut hält und spricht: „Mit Gunst und Erlaubnis, daß 
ich den ehrbaren Willkomm zu mir nehme aufdem ehrbaren Hand 
werkssaal nach Handwerksgebrauch und -gewohnheit." 
Altgeselle: „Ist löblich." 
Fremder (zu seinem Nebenmann): „Nit Gunst und Erlaubnis, 
Gesellenschaft wird so gut sein und dem ehrbaren Willkomm sein 
Haupt entblößen auf dem ehrbaren Handwerkssaal nach Handwerks- 
gebrauch und -gewohnheit." 
Der Nebenmann nimmt den Deckel mit der rechten Hand vom 
Willkomm und spricht: „Mit Gunst und Erlaubnis, daß ich dem 
ehrbaren Willkomm fein Haupt entblöße nach Handwerksgebrauch 
und -gewohnheit." 
Fremder: „Mi t Gunst und Erlaubnis, da mir der ehrbare Willkomm 
ist anpräsentiert von einem hochloblichen Zimmergewerk der könig 
lich hannoverschen Kauf-, See- und Handelsstadt Stade, einen 
Ehrentrunk daraus zu tun, ohne Mund und Gart zu wischen, und 
mein ehrlicher Name geschrieben ist in das Such, worin die ehr 
lichen Namen aller Fremden und verheirateten Zimmergesellen 
geschrieben stehen, so lebe die ganze Gesellenschaft. Vivat!" 
(Der den Deckel haltende Nebenmann schwenkt dabei die Fahne 
auf dem Deckel.) 
Fremder zum Nebenmann: „Gesellenschaft wird so gut sein und 
dem ehrbaren Willkomm sein Haupt bedecken." 
Der Nebenmann legt den Deckel auf den Willkomm mit den Worten: 
„Nit Gunst und Erlaubnis, daß ich dem ehrbaren Willkomm fein
	        
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