Full text : Die Eisenindustrie in Südrußland

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zur  Sanierung  der  schlecht  situierten  Gesellschaften,  nicht  aber  zur
Ausdehnung  der  Produktionsfähigkeit  der  südrussischen  Eisenindustrie
unmittelbar  diente.
Die  Gesamtsumme  der  ausgezahlten  Dividenden  bleibt  in  der
ganzen  Zeit  stabil,  sie  zeigt  sogar  eine  kleine  Verschiebung  nach
unten.  Die  Zahl  der  Gesellschaften  dagegen,  die  ihre  Jahresbilanzen
mit  Gewinnüberschüssen  schließen,  ist  etwas  gewachsen.  Da  aber
das  Aktienkapital  im  Jahre  1906  sich  etwa  auf  25Ö00000  Rubel
vergrößerte,  wurde  damit  auch  der  durchschnittliche  Prozentsatz  der
ausgezahlten  Dividenden  dementsprechend  niedriger.
Was  die  Verluste  betrifft,  so  zeigen  sie  im  großen  und  ganzen
eine  abnehmende  Tendenz;  sie  waren,  wie  aus  der  Tabelle  ersichtlich ­
  ist,  in  der  Krisis  des  Jahres  1901  besonders  groß.  Dann
nehmen  sie  allmählich  ab.  im  Jahre  1906  und  1907  sind  sie  wieder
infolge  der  schlechten  Konjunktur  gestiegen'.
Es  bleibt  uns  jetzt  noch  übrig,  ein  paar  Worte  über  die  Verhältnisse ­
  zwischen  der  südrussischen  Eisenindustrie  und  den  Banken
zu  sagen.  Die  meisten  südrussischen  Eisenunternehmungen  sind,  wie
wir  gesehen  haben,  dank  den  ausländischen  Kapitalien  gegründet.
Bei  diesen  Gründungen  hatten  verschiedene  ausländische  Kreditanstalten ­
  von  Anfang  an  eine  ausschlaggebende  Rolle  gespielt;  einige
von  ihnen,  wie  die  Banque  de  Brabant,  Banque  de  Franco  usw.
haben  sich  sogar  beim  Gründen  betätigt.
Die  südrussischen  Eisenunternehmungen  sind  auch  mit  den
russischen  Banken  eng  verbunden.  Nähere  Tatsachen  darüber  können
wir  aus  Mangel  an  Material  nicht  geben,  das  Verhältnis  selbst  aber
ist  bei  der  Vergleichung  des  Verwaltungspersonals  der  Banken  und
des  der  Aktiengesellschaften,  wo  in  vielen  Fällen  bei  beiden  dieselben ­
  Personen  beteiligt  sind,  klar  ersichtlich.  So  ist  in  dieser
Weise  z.  B.  die  Nikopol-Mariupol-A.-G.  mit  fünf  Banken 1  2  3 ,  Donez-Jurjewka
  mit,  drei  Banken 8 ,  Brjansk-A.-G.  mit  zwei  Banken 4  usw.
verbunden.
Die  verschiedene  Rentabilität  und  Kapitalkraft  der  Gesellschaften
hatte  auch  an  der  Börse  eine  ganz  verschiedene  Beurteilung  gefunden.
1  Die  Ziffern  der  Verluste,  wie  auch  insbesondere  der  Reingewinne  sind
mit  großer  Vorsicht  zu  betrachten.  Wie  erwähnt,  haben  wir  sie  aus  den  publizierten ­
  Jahresberichten  der  Aktiengesellschaften  entnommen.  Da  die  Reingewinne ­
  einer  besonderen  progressiven  Gewerbesteuer  unterworfen  sind,  so
kommen  hier  öfters  verschiedene  Hinterziehungen  vor.  Es  existiert  auch  in  den
Jahresberichten  der  Aktiengesellschaften  keine  klare  Definierung  des  Reingewinns.
Wir  enthalten  uns  darum  dessen,  die  weiteren  Schlüsse  auf  die  Wirklichkeit
daraus  zu  ziehen.
2  Nord-Bank,  St.  Petersburger-Internationale  Bank,  Asow-Donsche  Bank,
Russische  Bank  für  Außenhandel,  Wolga-Kama-Bank.
3  Asow-Donsche  Bank,  Wolga-Kama-Bank,  St.  Petersburger  Diskonto-Gesellschaft.

4  Nord-Bank,  Asow-Donsche  Bank.
            
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