Full text: Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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dann Rat Herzog Georgs von Bayern-Landsliut und war in 
dessen Diensten bei mehreren Gelegenheiten tätig. Er wohnte 
seitdem in Landshut. Seine Haltung im Landshuter Erbfolge 
krieg, wo er die drei Gerichte Kufstein, Rattenberg und Kitz 
bühel seinem Lande zu erhalten suchte, zog ihm Maximilians I. 
Ungnade zu. Albrecht IV. dagegen belohnte ihn und seinen 
Bruder Wolfgang für ihre treue Gesinnung, indem er ihnen im 
Jahre 1508 das Schloss Ering verkaufte. Peter Baumgartner, 
seit 1496 mit Anna, der Tochter Wilhelm Trenbecks, vermählt, 
trat dann in die Dienste der Herzoge von Bayern und wird im 
Jahre 1523 nochmals erwähnt als Gesandter Herzog Wilhelms 
zusammen mit Johann v. d. Leiter 1 ). 
Der neueste Herausgeber von Ulrich Füetrers 2 ) Chronik, 
Reinhold Spiller, hat starke Gründe dafür beigebracht, dass 
unser Peter Baumgartner der Fortsetzer der Chronik Füetrers 
ist. Auch das Spiller nicht bekannte Datum aus Peter Baum 
gartners Leben, das Jahr 1523, scheint mir seinen Beweis nicht 
zu entkräften, da Baumgartner ja schon zu seinen Lebzeiten 
sein Geschichtswerk seinem Schwager Bernhard Trenbeck über 
geben konnte, der im Jahre 1520 nachweisbar im Besitz der 
Handschrift war. 
Ganz sicher aber dürfen wir Dr. Peter Baumgartners 
Bruder Wolf gang in der Reihe der bayrischen Geschichts 
schreiber aufführen. Er war seit 1500 Rentmeister zu Wasser 
burg und erlebte im Jahre 1504 die Einnahme seiner Vaterstadt 
durch Ruprecht von der Pfalz (23.—28. Mai). Der anschauliche 
Bericht, den er über diesen Vorgang verfasste und den schon 
Westenrieder der Veröffentlichung für wert gehalten hat, ist 
eine Art Rechtfertigungsschrift seines damaligen Verhaltens 3 ). 
Der dritte der Brüder, Hans, war Vorgänger Wolfgangs 
im Rentmeisteramt Wasserburg und im Gebirg (seit ca. 1479 
bis 1500). Er starb im Jahre 1500 zu Wasserburg, wo sein 
l ) Deutsche Reichstagsakten, jüngere Reihe Bd. 4 S. 26, 27, 28. 
Die beiden waren zu dem Reichstag nach Nürnberg, der am 13. Juli 
1523 beginnen sollte, dann aber verschoben wurde, abgeordnet. 
a ) Ulrich F ü e t r e r: Bayerische Chronik. Hrsg. v. Reinhold 
Spiller (= Quellen und Erörterungen z. bayer. Geschichte. Neue 
Folge II Abt. 2 S. LXXX). 
3 ) Westenrieder: Historische Schriften I (München 1784) 
S. 181—206. Vgl. Riezler, Geschichte Bayerns III S. 595 u. 918.
	        
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