Full text: Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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„Humanisten unter den Juristen“, verband ihn eine innige 
Freundschaft, von der mehrere Briefe Zeugnis geben. Ein 
Rechtsstreit, in dem Paumgartner sich bei Zasius Rat erholt 
hatte, gab den Anlass zu der näheren Bekanntschaft. Durch 
ein reiches Geschenk zeigte sich der Kaufmann dem Gelehrten 
dafür erkenntlich 1 ). Wir haben bereits oben erwähnt, wie Paum 
gartner sich dann weiterhin an den Juristen wandte, als er 
daran ging, für seine Besitzungen Rechtsordnungen und Sta 
tuten auszuarbeiten. Am 17. Oktober 1535 übersandte er ihm 
ein kürzlich (am 5. Mai) aufgerichtetes Testament und bat ihn 
um ein Gutachten darüber. Gleichzeitig ersuchte er Zasius 
um Ratschläge für die Errichtung eines Familienstatuts, doch 
sollte dieser die Sache geheimhalten 2 ). Da der gelehrte Jurist 
bereits am 24. November 1535 starb, wird er nur geringen oder 
gar keinen Anteil an der Ausführung des Planes gehabt haben. 
Er hatte aber bereits vorher dem Freunde durch Zueignung 
seines Werks „Usus feudorum“ die Mittel an die Hand gegeben, 
um sich auf dem Gebiet des Lehensrechtes zu orientieren. 
Bereits im Jahre 1534 hatte Zasius beschlossen, Paumgartner 
dieses Werk zu widmen, wie er mehrmals seinen Freunden 
(z. B. Amerbach) mitteilt 3 ), aber erst an Pfingsten 1535 über 
sandte er es ihm mit einer schmeichelhaften Widmungsepistel 
zu 4 ). Er preist darin Paumgartners Freigebigkeit gegen die 
Armen und rühmt den Glanz seines Hauses sowie die sorg 
fältige Erziehung, die er seinen Söhnen angedeihen lasse. 
Um sich für empfangene Wohltaten dankbar zu erweisen, 
zugleich aber, damit Paumgartner aus dem Werke für die 
Verwaltung seiner Güter (er nennt ausdrücklich das kürzlich 
erworbene Erbach) Nutzen ziehen könne, eigne er ihm dieses zu. 
*) Paumgartner war bereits im Jahre 1530 mit Zasius bekannt 
(siehe ff. S.). Im Jahre 1332 vermittelte er Briefe des Viglius von 
Zwichem an Zasius. Riegger: Udalr. Zasii epp. S. 399. Ueber Zasius 
vgl. R. Stintzing: Ulrich Zasius. Ein Beitrag zur Geschichte der 
Rechtswissenschaft im Zeitalter der Reformation, Basel 1857 bes. 
S. 293. 
2 ) Riegger a. a. O. S. 507. Kurz zuvor war der Kauf von 
Hohenschwangau gelungen. 
3 ) Riegger a. a. O. S. 223, 227, 229. 
*) Diese steht sowohl an der Spitze des Werkes von Zasius: Usus 
feudorum epitome, Basel 1535, als auch bei R i e g g e r a. a. O. S. 431 
und ist datiert v. 13. Juni 1535.
	        
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