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deswegen, weil sich die richtigen und falschen Ansichten
des Publikums mischen und es darauf ankommt, welche die
. Oberhand behalten oder die Mittelmeinung herauskommt«. 1 )
Diese Äußerung, welche ökonomische Erscheinungen in
solchem Grade von richtigen oder falschen »Ansichten des
Publikums« abhängen läßt, ist nicht gerade eine Empfehlung
für unseren Autor als Nationalökonomen.
Das Papiergeldwesen hat überhaupt seine Vorteile und
seine Nachteile. Zu den Vorteilen ist nach Kankrin zuerst
die künstliche Vermehrung des Geldkapitals zu zählen,
welches zu verschiedenen neuen Unternehmungen benutzt
werden kann. Dazu kommt noch die Ersparung der Kosten
der Remonte des Metallgeldes. Endlich werden »die Geld
kommunikationen .. — .. im Innern ungemein erleichtert,
unendlich besser, als es in vielen Fällen durch Wechsel
geschehen kann«. 2 ) Wiederum hat das Papiergeld auch sehr
viele Nachteile. Zuerst sei es* schwer, das Verhältnis der
auszugebenden Masse des Papiers praktisch zu bestimmen
und dessen Kredit zu halten, denn »das Papiergeld führt
schon an sich die Tendenz einer Überfüllung mit sich«. 3 )
Diese Überfüllung aber bewirkt, daß das Metallgeld aus
der Zirkulation verschwindet und das Papiergeld selbst im
Preise zu schwanken, evtl, zu sinken beginnt. Es entsteht
die Teurung und nicht weniger die Verwirrung auf dem
Markte. »Die Folgen dieses Zustandes sind: einzelne
Klassen verarmen, der Handel stockt, die Gewerbe leiden,
alle Schuldverhältnisse fallen in ein Chaos, der Wert der
liegenden Güter schwankt« 4 ) usw. Dazu kommen noch ver
schiedene Mißgriffe der Regierungen in Bezug auf das
Papiergeld. Kankrin führt mehrere Beispiele an. So sei es
falsch, wenn man bei der Vermehrung des Papiergeldes
verlangt, daß alle Abgaben damit bezahlt würden, oder um
gekehrt bei der Wiedereinführung des Metallgeldes nur
dieses in Zahlung nimmt. 5 ) Dann seien auch besonders i)
i) Ök. 128. - 2 ) Weltr. 54. — 3) Weltr 57. - J ) Weltr.61. - ä ) Weltr. 74