Full text: Graf Georg Kankrin in nationalökonomischer und finanzwirtschaftlicher Beziehung

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zli raten, zu Papiergeld zu schreiten, als einem Jüngling, ins 
Spielhaus zu gehen.« 1 ) 
Wenn man sich an damalige russische Finanzverhältnisse 
erinnert, in denen es Kankrin zu wirken beschieden war, 
wird man diesen Ausspruch wohl verstehen. 
Indessen sind die Schäden, welche die Papiergeldkrisen 
angerichtet haben, nicht derart, daß man nicht wieder in der 
|^Jot zu diesem Zirkulationsmittel greifen dürfte. Nur müsse 
man mit größter Vorsicht dazu schreiten und bestimmte 
Regeln beobachten. Vor allem müsse die Einführung des 
Papiergeldes nur allmählich geschehen, es solle nur »eine 
Succursale für das Metallgeld sein« und durch einen Aus 
wechslungsfonds gesichert sein«. 2 ) Eine verantwortliche 
Landesstelle müsse das Papiergeld verwalten und keine ge 
heimen »Emanationen« zulassen. Neue Ausgaben (»Ema 
nationen«) müßten unter »genauer Beobachtung ihrer Wirkung 
geschehen, damit man bei Zeiten einhalten könne«. 8 ) Auch 
sollten neue Ausgaben nicht »zur Deckung eines Defizits 
in den gewöhnlichen Staatsausgaben, sondern zu öffentlichen 
Unternehmungen« verwendet werden, welche den National 
reichtum vermehren. 3 ) In einem Kriegsfälle müsse man sich 
zuerst durch Anleihen, Schatzkammerscheine und Kriegs 
steuern helfen und dann erst zum Papiergelde greifen. Und 
zwar müsse man in diesem Falle öffentlich, durch einen 
Aufruf an die Nation, Vorgehen. 4 ) 
Ist nun aber durch Überfüllung des Papiergeldes eine 
Krise eingetreten, müsse man vorerst zu der Fixierung und 
dann auch zu der Vernichtung des Papiers schreiten. Die 
Vernichtung oder Verminderung der Papiermassen aber 
können nur mit Hilfe von Ersparnissen oder besonderen 
Auflagen, nicht aber durch Anleihen geschehen. 5 ) 
Neben den hier besprochenen Momenten, welche beim 
Papiergeld in Frage kommen, will Kankrin auch andere 
1) Weltr. 62. - 2 ) Ök. 130. — «) Ök. 131. — *) Ök. 132. — 
5 1 Weltr. 64—65.
	        
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