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zu Jahr, im gleichen Verhältnisse wie das Kapital an Wert
verliert, und bleiben bis zur Auflösung der Gesellschaft
ohne zweckentsprechende Verwendung. Die Verteilung an
die Aktionäre resp. die Amortisation der Aktien wird als
eine Erleichterung und Vereinfachung des Betriebes von
allen empfunden werden. Hie und da wird auch auf ein
bei der Liquidation übrigbleibendes Aktivsaldo Rücksicht
genommen werden 1 ), so dass es Vorkommen kann, dass nur
ein Teil der Aktien amortisiert wird 2 ).
Aber auch andere Gesellschaften sind den Tücken
des Schicksals unterworfen 8 ). Die besten Installationen,
Maschinen etc. sind bei einer Liquidation schwer zu ver
kaufen 4 ) und besonders in Zeiten allgemeiner wirtschaft
licher Depression nicht mehr wert als altes Eisen. Durch
neue Erfindungen ferner können grosse und blühende In
dustriezweige auf einen Schlag vernichtet werden. Die
wenigen Aktiven, die aus einer solchen Katastrophe ge
rettet werden können, nehmen die Gläubiger für sich in
Anspruch, während die Aktionäre leer ausgehen. Die
Amortisation der Aktien sollte unmöglich sein, nur weil
der Zeitpunkt der Auflösung und der Stand des Vermögens
in diesem Zeitpunkte ungewiss ist und nicht zum voraus
') Statuten der Compagnie generale electrique du sud-ouest.
2 ) Statuten der Societe des carrieres de St. Tryphon.
s ) So z. B. Dynamitfabriken. Der Transport grösserer Mengen
dieser Sprengstoffe, wie sie bei einem grösseren Tunnelbau be
nötigt werden, ist nicht ratsam, weil zu gefährlich. Man erstellt
daher in der Nähe des Tunnels eine Dynamitfabrik, welche die not
wendigen Sprengmaterialien dazu liefert. Nach Beendigung des
Tunnels ist kaum mehr eine genügende Verwendung dafür vor
handen. Die Installationen erleiden somit eine plötzliche grosse Wert
minderung. Ferner ist bei diesen Gesellschaften immer die Gefahr
vorhanden, dass alle Anlagen durch eine Explosion vernichtet werden.
Die Amortisation der Aktien drängt sich also geradezu auf.
4 ) Les choses vieillissent comme les hommes, et ä la fin elles
ne representent pas 10% de ce qu’elles ont coüte. Journ. des So-
cietes 1895, 137.