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Geschäftsbericht für das Jahr 1899 der Mangel an größeren
Mitteln für die Einrichtung einer geeigneten Organisation
angeführt. Unstreitig hat dieser Grund mitgewirkt. In erster
Linie sind die Gründe aber in der Einrichtung selbst zu suchen.
Es zeigte sich, daß ein auf das Todesfallrisiko beschränkter
Versicherungsschutz von vornherein einen zu engen Fassungs
bereich besitzt, da nur ein kleiner Teil des zu deckenden ge
samten Unfallversicherungs-Bedürfnisses befriedigt wird. Eine
derartige Versicherung kann allein keinen genügenden Anreiz
für ihre Inanspruchnahme bilden. Verstärkt wird die daraus
für die Verbreitung der Einrichtung entspringende Hemmung
durch den Charakter der Unfallversicherung als reiner Risiko
versicherung. Mit Ablauf der Zeit, für die die Versicherung
genommen ist, ist auch die Prämie vollständig verbraucht.
Eine Leistung unter allen Umständen bei Weiterzahlung
der Prämie wie bei der Volks-Lebensversicherung tritt nicht
ein. Die Fortsetzung einer einmal abgeschlossenen Versicherung
hat somit allein auf die wirtschaftliche Einsicht sowie die
moralische Festigkeit des Versicherten zu bauen. Nun liegt
aber bei einer derartigen Risikoversicherung die Gefahr vor, daß
leichter ein Versicherungskandidat für den ersten Abschluß
zu gewinnen ist, als für die Wiederholung, wenn mehrere
Jahre keinerlei für die Urteilsfähigkeit der breiten Massen
ersichtliche Gegenleistung in Form bestimmter Entschädigungen
vorliegt oder mit Sicherheit in Aussicht steht. Ist die Zahl
der Todesopfer, welche die Unfälle alljährlich erfordern, absolut
genommen, auch groß, so ist sie doch im Verhältnis zur Ge
samtzahl der Bevölkerung gering und gelangt dem einzelnen
trotz der Verbreitung der Presse nur in beschränkter Weise
zur Kenntnis, so daß von einem lebhaften Bewußtsein der
Gefahr und damit verbunden einem auf Befriedigung
drängenden Versicherungsbedürfnis nicht gesprochen werden
kann. Gewiß liegt das Bedürfnis vor. Aber nur latent und
bedarf zu seiner Erweckung und Wachhaltung im Bewußtsein
des einzelnen einer nachhaltigen Propagandatätigkeit durch
unmittelbare Einwirkung seitens eines Vermittlers, der
sich über den Gesichtskreis des einzelnen hinausgreifende
statistische Zusammenstellungen und bestimmte Einzelfälle,