Full text : Die private Volksunfallversicherung in Deutschland

19

Die  Prämie  war  also  zunächst  eine  einmalige  Prämie
und  in  voller  Höhe  bei  Abschluß  der  Versicherung  zahlbar.
Das  andere  Merkmal  der  Prämie  war  ihre  Einheitlichkeit
für  sämtliche  nach  den  Bedingungen  für  die  Versicherung  in
Betracht  kommenden  Personen.
Der  Versicherungs-Abschluß  erfolgte,  wenn  auch  nicht  in
Form,  so  doch  nach  den  Grundsätzen  der  Coupon-Police.  Der
Vertreter  wurde  mit  den  fertigen  Scheinen  ausgerüstet  und
verkaufte  diese  gegen  die  Grundprämie  von  M.  1.—.  Der
Versicherte  hatte  sodann  seinen  Namen  auf  den  Schein  einzutragen, ­
  sowie  Stand,  Geburtsort  und  Tag,  Eine  Postkarte
mit  gleichlautenden  Angaben  war  an  die  Direktion  der
„Securitas“  zu  senden,  um  dort  von  dem  Abschluß  Kenntnis
zu  erhalten.
Der  Versicherungsschutz  trat  mit  dem  Tage  in  Kraft,
der  auf  den  Eingang  der  Postkarte  bei  der  Direktion  folgte,
und  zwar  Jeweils  auf  die  Dauer  eines  Jahres.  Eine  stillschweigende ­
  Verlängerung  erfolgte  nicht.  Es  war  also  bei
Ablauf  neuerdings  eine  Werbetätigkeit  vorzunehmen,  um  die
Geschäftsverbindung  aufrecht  zu  erhalten.
Irgendeine  Gebühr,  die  die  Unkosten  der  Gesellschaft  zum
Teil  ersetzt  hätte,  wurde  nicht  erhoben.
Einen  Einfluß  auf  die  Auswahl  der  Risiken  konnte  die
Gesellschaft  bei  dieser  Antragsstellung  nicht  ausüben.
Für  die  Zusammensetzung  der  Wagnisse  war  also  der  in
den  Bedingungen  festgelegte  Rahmen  maßgebend;.  daneben
konnten  nur  Hinweise  an  die  Vertreter  in  Betracht  kommen,
bestimmte  Berufsgruppen  zu  meiden.  Der  praktische  Wert
solcher  Maßnahmen  ist  aber  nicht  zu  hoch  anzuschlagen,  da
das  Verdienstinteresse  des  Vermittlers  einer  strengen  Beachtung
im  Wege  steht.
Nach  kaum  zweijährigem  Bestehen  mußte  die  „Securitas“
die  Volks-Unfallversicherung  wieder  aufgeben.  Eine  Verwirklichung ­
  des  Grundsatzes,  „die  Unfallversicherung  muß  populär
werden“,  war  nicht  erreicht.  Kleeberg  schätzt  die  Zahl  der
insgesamt  abgeschlossenen  Volks-Unfallversicherungen  für
einen  Zeitraum  von  2'/ 4  Jahren  auf  etwa  8600  Verträge.
Als  Gründe  des  Mißerfolges  wird  von  der  „Securitas“  in  ihrem
9*
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.