Full text : Der Safranhandel im Mittelalter

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In  Mailand  begegneten  uns  die  Ravensburger  als  Käufer  der
toskanischen  und  lombardischen  Sorte.  In  Spanien  haben
sie  in  der  ersten  Hälfte  des  15.  Jahrhunderts  eine  Niederlassung ­
  in  Barcelona.  Ende  dieses  Jahrhunderts  finden  wir
Faktoreien  in  Barcelona  und  Saragossa,  die  ständig  von  verschiedenen ­
  Deutschen  verwaltet  werden.  Barcelona  hat
wohl  in  erster  Linie  Wert  als  Ausfuhrhafen,  doch  ist  es  auch
für  den  Einkauf  nicht  unwichtig.  Von  hier  aus  wird  der
Delegier  eingekauft  im  Lande  Urgel.  Märkte,  die  von  Barcelona ­
  aus  besucht  werden,  sind  nicht  genannt,  doch  sind  deren
verschiedene  zu  erschließen  ‘).  Der  Haupteinkaufsplatz  ist
Saragossa.  Auch  hier  wird  die  Niederlassung  von  mehreren
dort  ansässigen  deutschen  Faktoren  geleitet.  Bei  der  Abtrennung ­
  der  Ankenreute  —  Gesellschaft  1477  wird  die
Niederlassung  und  ein  Teil  des  Safranvorrats  dieser  zugesprochen, ­
  doch  Saragossa  ist  von  so  großer  Wichtigkeit,
daß  die  Ravensburger  Gesellschaft  den  Ort  nicht  verläßt,
sondern  sofort  eine  neue  Niederlassung  gründet.  Sie  motivieren ­
  es  damit:  „An  dem  end  schafft  Aragon  mit  dem
saffra,  dan  daruff  ist  uniser  haertz"  2 ).  Man  mietet  ein  Haus
mit  ein  oder  zwei  Butiken  und  ein  oder  zwei  Kammern.
Zwei  Faktoren  werden  mit  der  Verwaltung  beauftragt.  Sie
sollen  nicht  in  Saragossa  festsitzen,  sondern  im  Land  von
Aragon  und  Urgel  umherreiten  und  dort  die  Geschäfte  abschließen. ­
  Sonst  scheinen  keine  deutschen  Angestellten  an
einem  spanischen  Ort  beständig  zu  wohnen.  In  Cervera  besorgt ­
  ein  Spanier  die  Geschäfte  s )  der  Gesellschaft.  Die
Märkte  von  Calatayud'),  Alcaniz  5 )  und  Roden  de  Rugesas")
  werden  von  Saragossa  aus  besucht.  Außer  diesen
Deutschen  sind  auch  zahlreiche  Spanier  im  Dienst  der  Gesellschaft ­
  tätig.  Sie  werden  „Respondenten“  genannt ! ),  und
ihre  Aufgabe  besteht  darin,  den  Safran  auf  dem  platten
Lande  und  auf  den  Landmärkten  einzukaufen.
1)  Rav.  Pap.  8.  2)  Rav.  Pap.  66.  3)  Rav.  Pap.  66.
4)  Rav.  Pap.  9.  5)  Rav.  Pap.  11,  7.  6)  Rav.  Pap.  9.
7)  Rav.  Pap.  66.  Unter  den  Namen  Respondenten  kennt  Lorenz
Meder  auch  die  Einheimischen  in  Apulien,  die  teils  mit  den  Deutschen
die  Safranmärkte  besuchen,  teils  selbständig  für  die  Deutschen  einkaufen.
            
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