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für den Bellegier sein l ). Auch die letzten Verkäufe auf den
Märkten stehen schon im Zeichen der Ernteaussichten.
Schiebt in Frankfurt den Safran von der Hand, schreibt man,
doch haltet ihn fest, wenn ihr hört, daß der Regen der neuen
Ernte Schaden getan hat 2 ).
Zu den Obliegenheiten der Faktoren gehört endlich
auch, einen Überblick zu gewinnen über die Mengen des
produzierten Safrans überhaupt, über die Firmen, die einge
kauft, die Preise, die sie gezahlt haben. Dabei ertönen
Klagen, daß die eine oder die andere Firma zu teuer ein
gekauft und die Preise verdorben habe ’).
Die Einkäufe selbst finden hauptsächlich im Winter statt.
Wir sahen, wie Steinhüsler von Dezember bis Februar in die
Abruzzen reist und im Januar in Aquila und Foligno kauft.
Im März sind auch die Einkäufe in Spanien in der Haupt
sache beendigt. Doch ist damit der ganze Safranvorrat der
Bauern noch nicht aufgekauft. Durch den ganzen Sommer
bis August finden Einkäufe statt, die sogenannte Sommer
anlegung. Klarer als aus den Ravensburger Papieren geht
die zeitliche Verteilung der Einkäufe aus dem Zollbuch von
Barcelona hervor. Die Durchschnittsausfuhr der einzelnen
Monate beträgt in den 16 Jahren in runden Zahlen:
April 228 Pfd. August 37 Pfd. Dezember 1176 Pfd.
Mai 195 „ September 94 „ Januar 1195 „
Juni 287 „ Oktober 299 „ Februar 990 „
Juli 127 „ November 707 „ März 326 „
Schon vor der eigentlichen Ernte beziehen sich indeß
einzelne Geschäftsabschlüsse auf den neuen Safran in einer
Form, die als Käufe von „ersta balla“, „ersta flors", „pri
meras flors" bezeichnet wird. In Saragossa sind solche 1480
schon vor Mitte Oktober abgeschlossen worden, zu einer
Zeit, als der meiste Safran noch auf dem Felde steht : ).
Diese Käufe gelten als besonders spekulativ. Es heißt von
ihnen, sie seien ein blindes Ding 5 ). Man unterscheidet aus
drücklich ersta flor von dem neuen Safran"). Auch fällt
die Tatsache auf, daß man ersta flor einkauft, ohne den
1) Rav. Pap. 66.
4) Rav. Pap. 11.
2) Rav. Pap. 72.
5) Rav. Pap. 10.
3) Rav. Pap. 7, 9.
6) Rav. Pap. 9.