Full text : Der Safranhandel im Mittelalter

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1576  berichtet  der  Faktor  Mathäus  Jenisch  aus  Saragossa
über  die  Einkäufe  der  konkurrierenden  deutschen  Firmen
dort.  In  Aquila  und  in  Bari  sind  sie  neben  den  Weisem  die
herrschende  deutsche  Firma.  Lorenz  Meder  rät  den  deutschen ­
  Kaufleuten,  bei  Safraneinkäufen  in  Apulien  obacht  auf
die  Geschäfte  der  Imhof  und  Welser  dort  zu  geben,  die  täglich ­
  Nachricht  von  allen  Safranmärkten  Apuliens  empfingen.
Auch  solle  man,  wenn  man  von  dort  Safran  nach  Venedig
führen  wolle,  möglichst  die  Schiffe  benutzen,  die  Güter  der
Welser  und  Imhof  führen,  da  sie  zuverlässig  seien.  Wir
sahen,  wie  vor  1517  die  Safrangeschäfte  der  Welser  Spanien
und  Italien  umspannten.  Im  16.  Jahrhundert  finden  wir  sowohl ­
  die  Augsburger  als  auch  die  Nürnberger  Welser  am
italienischen  Safranhandel  beteiligt.  Ein  päpstlicher  Geleitsbrief ­
  von  1541  nennt  Bartholome  von  der  Augsburger  Linie
und  Hans,  den  Leiter  der  Augsburger  Filiale  von  Jakob
Welser  aus  Nürnberg  ‘).  In  Spanien  dauern  ihre  Beziehungen, ­
  besonders  die  der  Augsburger  Welser,  fort.  Von  1576
an  verknüpfen  sich  die  spanischen  Safraneinkäufe  der  Welser ­
  und  Imhof  mit  Geldgeschäften  der  Fugger.  —  Spekulative ­
  Safrangeschäfte  treiben  auch  die  Tücher.  In  der
zweiten  Hälfte  des  15.  Jahrhunderts  haben  sie  Niederlassungen ­
  in  Genf  und  Lyon.  Dem  Safranhandel  scheinen  sie
sich  erst  später  zuzuwenden,  doch  erscheint  er  in  den  dreißiger ­
  Jahren  des  16.  Jahrhunderts  als  altgeübt.  Tuchersche
Briefe  vom  Jahr  1547  lassen  erkennen,  daß  man  mehrmals
Safrantransporte  den  beschwerlichen  Weg  über  den  Col  de
la  Perche  nehmen  läßt.  Man  hält  die  Unkosten,  die  dabei
durch  Mitnehmung  eines  Geleitsmannes  erforderlich  sind,
für  aufgewogen  durch  den  Gewinn,  der  aus  dem  rascheren
Transport  der  Safranernten  erzielt  wird 1  2 ).  Auch  in  Toulouse ­
  haben  die  Tücher  Anfangs  des  16.  Jahrhunderts  einen
Respondenten,  wohl  für  den  Safraneinkauf  im  Albigeois  3 ),  —
1)  J.  Strieder:  Zur  Genesis  des  modernen  Kapitalismus.  Leipzig
1904.  S.  127.
2)  J.  Müller:  Der  Umfang  und  die  Hauptrouten  des  Nürnberger
Handelsgebietes  im  Mittelalter.  Vierteljahrsschr.  f.  Soz.  und  Wirtschaftsgeschichte ­
  VI.  1908.  3)  Müller  a.  a.  O.
            
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