Full text : Der Safranhandel im Mittelalter

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im  Zusammenhang  mit  Flandern  Köln  als  Durchgangsstation,
Die  Ravensburger  Gesellschaft  hat  hier  einen  ständigen  Faktor, ­
  der  die  Rheintransporte  besorgt;  zu  unserer  Zeit  ist  es
Peter  Lützelkirchen.  1477  bleibt  in  Köln  ein  Transport  Ort
liegen,  bis  in  Flandern  bessere  Nachfrage  eingetreten  ist').
An  einigen  Stellen  Deutschlands,  wo  Klima  und  Boden
es  gestatten,  regt  der  Handel  mit  dem  kostbaren  Bodenprodukt ­
  einen  Anbau  an.  Am  frühesten  läßt  er  sich  feststellen
in  Basel.  Schon  1372  wird  hier  die  Krämerzunft  „Gesellschaft ­
  zum  Safran“  genannt  1  2  3 ).  1423  nennt  sie  ihr  neu  erbautes ­
  Zunfthaus  „Zum  Safran“.  Zwar  bestehen  neben  ihr
eine  Zunft  zum  Ingwer  und  zum  Pfeffer;  eine  Benennung
nach  Gewürzen  ist  also  allgemein  gebräuchlich.  Doch  gewinnt ­
  hier  die  Namensänderung  tiefere  Bedeutung  im  Zusammenhang ­
  mit  einer  Ratsverordnung  von  1420,  die  mit
folgenden  Worten  beginnt:  „Als  ir  wol  sehet,  wie  jetzt  hier
bei  uns  ein  louff  uferstanden  ist,  der,  ob  Gott  will,  nutz  wird
sin,  daß  viel  Rite,  edel  und  unedel,  zu  unser  stat  angefangen
haben,  saffrant  zu  setzen,  der  auch  gut  an  sich  selbst
ist  .  .  .“  s ).  Es  handelt  sich  also  um  einen  plötzlich  sehr
lebhaft  einsetzenden  Anbau.  Man  geht  wohl  nicht  fehl,  wenn
man  ihn  in  Beziehung  setzt  zu  den  auswärtigen,  besonders
spanischen  Safrangeschäften  der  Baseler,  die  von  1420  an
reichlich  belegt  sind,  aber  sicher  schon  früher  bestanden 4  5 ).
Daß  da  der  Gedanke  aufgetaucht  ist,  das  unter  großen
Kosten  aus  der  Ferne  herbeigeführte  Produkt  in  der  Heimat
selbst  anzubauen,  ist  leicht  erklärlich.  1420  greift  der  Rat
mit  einer  Verordnung  in  die  Safranproduktion  ein 6 ).  Die
Narben  sollen  sauber  aus  den  Blumen  genommen,  und  nur
gut  gedörrter  Safran  soll  in  den  Handel  gebracht  werden.
Verboten  wird,  ihn  mit  Öl  oder  sonstwie  anzufeuchten,  damit
1)  Rav.  Pap.  81.  2)  R.  Wackernagel:  Mitteilungen  aus  der
Geschichte  der  Safranzunft  zu  Basel.  Basel  1902.
3)  Tr.  Geering:  Handel  und  Industrie  der  Stadt  Basel.  Basel
1886.  S.  238.
4)  1374  werden  einem  von  Lyon  kommenden  Baseler  Kaufmann
5—8  Zentner  Safran  geraubt.  Geering  145.
5)  Geering  238  f.  Ochs:  Geschichte  der  Stadt  und  Landschaft
Basel  1819.  III.  188  f.
            
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