Full text : Der Safranhandel im Mittelalter

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Aquarellmalerei.  Auch  Goldbuchstaben  werden  manchmal
mit  Safran  hergestellt.  Pierre  von  S.  Omer  macht  auch  auf
die  Sortenunterschiede  aufmerksam  und  schätzt  den  italienischen ­
  und  spanischen  vor  dem  französischen  Safran.  Nicht
nur  bei  diesen  Theoretikern,  auch  in  der  Praxis  finden  wir
den  Safran  zur  Malerei  benutzt.  So  vermerken  die  Bücher
eines  neapolitanischen  Klosters  eine  Ausgabe  für  Safran
zum  Bemalen  einer  Tür  ’).
Die  Verwendung  in  der  Seidenfärberei  geht  aus  einer
Abhandlung  über  die  Florentiner  Seidenindustrie  aus  dem
16.  Jahrhundert  hervor 1  2  3 ].  Ein  besonderes  Kapitel  Del
tignere  giallo  di  zafferano  gibt  dem  Färber  Anweisung  über
die  Benutzung  dieses  Farbstoffs,  Dreiviertel  Unzen  Safran
reichen  hin,  um  1  Pfund  Seide  zu  färben,  während  von  den
andern  aufgeführten  Farbstoffen  durchweg  weit  größere
Quantitäten  nötig  sind.  Wegen  dieser  intensiven  Wirkung
stellt  sich  auch  die  Färberei  mit  Safran  billiger  als  die  mit
den  meisten  anderen  Farbstoffen.
In  weit  bedeutungsvollerem  Lichte  würde  der  Safranhandel ­
  erscheinen,  wenn  sich  die  Verwendung  des  Safrans
auch  für  die  Färberei  von  Baumwoll-  und  Leinengeweben
nachweisen  ließe.  Wohl  kennt  die  Literatur  den  Safran  als
Farbmittel,  so  das  spätmittelalterliche  Gedicht  des  „Teufels
Netz"  *).  Es  erzählt  u.  a.,  wie  der  Teufel  das  Gesinde  zum
Stehlen  verleitet,  so  auch  die  Magd,  die  den  Kittel  mit  Safran
färbt.
„Färwt  ain  denn  den  kittel  gelen
Si  sol  wol  vier  lot  davon  stelen.
Das  ist  och  ain  hofflicher  list:
Ist  denn  das  da  saffran  brist
Und  nit  genuog  gel  wil  werden,
So  was  kam  saffran  ietz  uff  erden
Der  boeser  ze  färwen  waer,
Also  macht  si  ir  ain  maer.“
1)  Faraglia  S.  112.
2)  L'Arte  della  seta  in  Firenze.  Trattato  del  secolo  XV  pubblicato
da  Girol.  Gargiolli.  Firenze  1868.
3)  Herausgeg.  von  Barack.  Stuttgart  1863,  Zeile  1219  ff.
            
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