Full text : Abriss einer Geschichte der Theorie von den Produktionsfaktoren

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und  wir  denken,  es  wird  genügen,  wenn  wir  hier  am  Anfang  darauf
hinweisen,  daß  im  folgenden  unter  „Reichtum“  stets  eine  konkrete
Gütermenge  zu  verstehen  ist.  Als  nähere  Definition  finden  wir  angegeben: ­
  Reichtum  ist  die  Summe  aller  Güter,  die  von  menschlicher
Arbeit  erzeugt  sind  und  aufbewahrt  werden,  um  zur  Befriedigung  von
Bedürfnissen  zu  dienen.
Dreierlei  muß  also  Zusammenkommen,  wenn  ein  Gut  im  wirtschaftlichen ­
  Sinne  entstehen  soll:  erstens  menschliche  Aabeit  muß  es
geschaffen  haben,  also  nicht  bloß  Naturkräfte,  zweitens  es  muß  zur
Befriedigung  menschlicher  Bedürfnisse  geeignet  sein,  und  drittens:  es
muß  sich  auf  bewahren  lassen  können 1 ).  Wenn  diese  drei  die  Vorbedingungen ­
  für  das  Vorhandensein  von  „Gütern“,  um  uns  kurz  auszudrücken, ­
  sein  sollen,  so  müßten  sie  auch  neben  anderen  Wertfaktoren
mitbestimmend  für  die  Höhe  des  Wertes  sein:  d.  h.  ein  Ding,  das
viele  Arbeit  gekostet  hat,  zur  Befriedigung  menschlicher  Bedürfnisse
hervorragend  geeignet  ist,  und  sich  zugleich  sehr  leicht  aufbewahren
läßt,  und  muß  wert  sein,  als  ein  Gut,  daß  diese  drei  Eigenschaften
uur  in  geringerem  Grade  besitzt.  Dies  würde  sich  aus  den  von
Sismondi  aufgestellten  Vorbedingungen  ergeben  müssen.  Aber  was
lesen  wir  im  nächsten  Kapitel?:  wo  die  Anfänge  des  Tauschverkehrs
geschildert  werden  sollen  ?:  es  gibt  drei  Grundlagen  für  die  Bestimmung
des  Preises,  also  des  äußeren  Ausdruckes  für  den  Wert  der  Tauschgegenstände: ­
  erstens  die  Dringlichkeit  des  Bedürfnisses,  zweitens  die
Menge  Arbeit,  die  die  Herstellung  des  Gutes  erfordert  hat,  und
drittens  die  Zeit,  die  dazu  nötig  gewesen  ist *  2  3  4  5  *  * );  wobei  zu  beachten  ist,
daß  es  ausdrücklich  heißt:  der  Austausch  habe  die  Natur  der
»richesse“  nicht  im  geringsten  verändert 8 ).  Man  kann  also  nicht  mit
dem  Einwande  kommen,  für  die  Tauschverkehr  seien  die  Bedingungen
andere  als  für  den  isolierten  Menschen.  Reihen  wir  zu  diesen  beiden
sich  widersprechenden  Stellen  noch  eine  dritte  *) B ),  die  besagt,  daß
aller  Preis,  den  ein  Ding  erhalten  kann,  einzig  und  allein  in  der

*)  Sismondi,  a.  a.  0.,  I,  64.
*)  Ders.,  a.  a.  0.,  I,  69:  „Ce  sont  les  bases  du  prix  “
3 )  Ders.,  a.  a.  0.,  I,  69:  L’echange  n’avait  point  altere  la  nature  de
la  richesse  “
4 )  Ders.,  a.  a.  0.,  1,  60:  „Tont  ce  ä  quoi  l’homme  met  du  prix  est  cree  par
son  industrie  “
5 )  v.  Schullern-Schrattenhofen  (a.  a.  0„  S.  308)  nimmt  diese  letztere  Werttheorie ­
  als  die  einzige  Sismondische  an,  aus  welchem  Grunde  ist  nicht  recht  ersichtlich; ­
  er  scheint  die  oben  angeführten  Widersprüche  übersehen  zu  haben.
            
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