Full text: Die Schweiz

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Stadt und 
L«nv 
Innere 
Wanderung 
von Schaffhausen und Neuhausen von 8600 auf 
23500 Seelen angewachsen, während sich diejenige 
des übrigen Kantonsteiles von 26 700 auf 22 400 
Seelen verminderte. Im Durchschnitt beträgt der 
jährliche Bevölkerungszuwachs in den landwirt 
schaftlichen Bezirken der Schweiz 6 Promille, in den 
industriellen Gebieten 15 Promille, in den Städten 
von über 10 000 Einwohnern dagegen 20 Promille. 
Trotz der stark entwickelten Industrie lebt heute 
noch der weit überwiegende Teil der Bevölkerung 
aus dem Lande. Während in manchem Industriestaat 
die industrielle Bevölkerung sich auf einige große 
Fabrikstädte konzentriert, sind in der Schweiz die Fabri 
ken und die Arbeiterschaft viel gleichmäßiger über die 
verschiedenen Gebiete des Landes verteilt, wie aus dem 
Beispiel der Uhrenindustrie erhellt. So ist es einem 
ansehnlichen Teil der Fabrikbevölkerung möglich, die 
Vorzüge des Landlebens mit ihrem städtischen Beruf 
zu vereinigen. Immerhin fallen bei dem ungleichmäßi 
gen Volkszuwachs die Städte und großen Orte immer 
mehr ins Gewicht. Die Orte von über 10 000 Ein 
wohnern beherbergten 1900 22 o/ 0r igio aber schon 
24 o/o der Gesamtbevölkerung; für die Orte von über 
«000 Einwohner stieg der Anteil im gleichen Zeitraum 
sogar von 26 o/o auf 36 o/ 0 . Unser Volk ist auf dem 
Weg, immer städtischer zu werden. 
Viele Städte haben in den letzten Jahrzehnten 
einen ungewöhnlich starken Zuwachs erfahren. 1850 
zählte Zürich (mit Außengemeinden) 35 000 Einwohner, 
im Jahre 1910 dagegen 190000, also mehr als das 
Fünffache,- Basel stieg in der gleichen Zeit von 28 000 
auf 132 000, Bern von 28 000 auf 85 000 Einwohner. 
Von 1900 —1910 vermehrte sich die Bewohnerzahl 
von Lausanne um mehr als 1 /~, die von Bern um 
1 /. d , die von Zürich um 1 / i . 
Innere Wanderung. Nach langen Jahr 
hunderten der Seßhaftigkeit und der Anhänglichkeit
	        
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