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selb 8400 E. Die Thur zieht auf kiesiger Tal
sohle der Steilhalde des Nordufers entlang an dem
zürcherischen Andelfingen vorüber zum Rhein hin
aus. Im Quellgebiet der Murg liegt Fischin-
g e n am Fuß des Hörnli.
Der Höhenzug nördlich der Thur senkt sich im
Osten mit sanfter Abdachung, im Westen mit stei
lem Abfall zuin Bodcnseeufer. Der Bodensee bildet
auf eine lange Strecke die natürliche Grenze des
Landes, nnr unterbrochen durch das einspringende
Gebiet der badischen Stadt Konstanz herwärts des
Rheins, da wo er den Untersee an die große Was
serfläche des Bodensees anschließt. Der See erfüllt
den tiefsten Teil einer sehr ausgedehnten und mit
Moränenhügeln des eiszeitlichen Rheingletschers be
setzten Mulde, aus der von allen Seiten her die
Bäche der zentralen Wasserfläche zustreben. In der
untern Hälfte spaltet sich der Bodensec in die bei
den Becken des Ubcrlingersees und des Untersees,
dessen südlichster Arm sich allmählich zum Rhein
ausfluß bei Stein verengert. Fünf Staaten haben
sich mehr oder weniger bedeutende Uferanteile ge
sichert: Außer der Schweiz sind es Baden mit
Konstanz, Württemberg mit Friedrichshafen, ein
schmaler Streifen bayrischen Bodens längs der alten
Handelsstraße von Augsburg her mit der Kopf-
station Lindau und endlich das österreichische Vor
arlberg mit Bregenz.
» Rn der grüßen Wasserfläche des „schwäbischen Meeres"
läßt sich bei klarer Fernsicht die Wölbung des Secspicgels
infolge der Kugelgestalt der Erde beobachten. Aus der 40
fcm langen Strecke zwischen Lindau und Konstanz wölbt sich
der Wasserspiegel 31,4 in hoch über der Geraden (über der
Bogensehne.) Wer vom Ufer von Lindau aus mit dem Fern
glas die Seefläche absucht, dein scheint die Häusermnsse von
Konstanz hinter der Waflerwölbung versunken zu sein;
riicht einmal die Türme tauche» in den Gesichtskreis empor.
Bodensec