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Das waadtländische Mittelland umfaßt das flach-
wellige, meist von engen Waldtälern durchzogene
Plateau der Westschweiz im Winkel zwischen Jura
und Genfersee. Von den Jurarandseen steigt es
südwestwärts allmählich zu den wasserscheidenden
Höhen an, die sich mit einem Steilabfall von einigen
hundert Metern zum Spiegel des Genfersees in nur
375 m Mecreshöhe senken. Hier erhebt sich hart
über dem See der an ausgedehnten Forsten reiche
Jorat (-Waldgebirge) zu 928 in. Seine Ausläufer
erstrecken sich dem Südufer des Neucnburgersees
entlang zum Tafelberg des Vully und trennen die
nordostwärts ziehende Hauptfurche Orbe-Thitzlc
(Zihl)-Neuenburgersee vom Broyetal. Zum Genfer
see steigen zahlreiche Bäche in kurzen, steilen Tä
lern hinab. Das waadtländische Mittelland ist ein
Gebiet hochentwickelten Ackerbaues, der im Erwerb
der Bevölkerung an erster Stelle steht. Im beson
dern bringt der westliche Teil, das „Gros de Vaud",
als Trockengebiet im Regenschatten des Jura gegen
über dem alles beherrschenden Wiesenbau der höher»
und feuchtern Lagen des Mittellandes noch heutq
reiche Ernten an Getreide hervor. Am Neuenburger
fee und im Orbetal, sowie an geschützten Stellen
überall im Hügelland zerstreut wird Wein gebaut;
vor altem aber ist das Nordufer des Genfersees
ein einziger riesiger Weinbezirk. Die Tabakfelder
des Broyetales liefern den Zigarren- und Tabak
fabriken von Grandson, Iverdon, Payerne nnd
Vevey einen Teil des Rohmaterials.
Die Broye wurzelt mit malerischen Waldtäl-
chen in der Nordflanke des Jorat. Die Quellbächc
treten bei M o u d o n zusammen; in immer breiter
und flacher werdendem, gefällsarmem Tal strebt
der Fluß dem Murtensee zu; er berührt weiterhin
L u c e n s und Payerne, das als Eisenbahn-
knoten und durch die Tabakindustrie den gewerb-
Mitteilsmd
Erwerb
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