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Förderung
der Jndustrl
Wasserkraft'.'
Industrie-
»weilte
satz in diesen Ländern verzichten, so blieb ihnen nur
übrig, einen Teil des Betriebs über die Grenze zu
verlegen. Die Basler Seidenbandweberei arbeitet
für den deutschen Bedarf jenseits der Grenze auf
badischem Boden, um den Zoll zu vermeiden. Die
Maschinenfabriken haben Filialen in deutschen
Städten errichtet. Ein beträchtlicher Teil der Baum
wollindustrie wurde für den italienischen Bedarf
nach Italien verlegt.
Am Erfolg unseres Landes im Wettkampf mit
'den ersten, von der Natur begünstigten Industrie
ländern haben die technische und kaufmännische
Tüchtigkeit der Unternehmer und die Geschicklichkeit
der Arbeiter einen großen Anteil. Die allgemeine
Volksbildung bildet die Grundlage guter Leistun
gen. Zahlreiche Unterrichtsanstalten vermitteln spe
zielt die Berufsausbildung. So fördern das Poly
technikum und die technischen Schulen den Maschi
nenbau; für Uhrmacher, Sticker, Seidenweber und
andere Berufsleute bestehen besondere Schulen. Nicht
wenig kommt der Industrie zu statten, daß viele
unternehmende Schweizer Kaufleute in fernen Län
dern als Inhaber von Geschäftshäusern oder als
Agenten den Absatz der heimischen Fabrikate för
dern und für den vorteilhaften Einkauf der fremden
Rohstoffe besorgt sind.
Die hohen Kohlenpreise nötigen die schweize
rische Industrie, die Wasserkräfte des Landes in
immer stärkerem Maße auszunützen. War bis dahin
die Großindustrie hauptsächlich auf das Mittelland
beschränkt, so geht sie jetzt den verfügbaren Wasser
kräften nach und dringt tief in die Täler des Ge
birges hinein. Sie gewinnt ständig an Boden und
an Zahl der Arbeiter; die Schweiz ist zum Indu
striestaat geworden.
Die größten und für das Erwerbsleben maß
gebenden Fabrikationszweige sind die Stickerei und