Full text: Die Schweiz

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Die Maschine ahmt die Handstickerei nach, ahne je 
doch den gleichen Grad der Feinheil zu erreichen. 
Sie erzeugt in Menge den Besatz für Weißzeug 
(Entredeux), Roben, Taschentücher, Schleier. Ein 
anderer Zweig, die Kettenstich- oder Grobstickerei, 
befaßt sich mit der Anfertigung der Stören und der 
weißen, großgemusterten Vorhänge (Rideaux). Die 
Stickmaschine wird von Hand betrieben. Sie fin 
det sich vorwiegend in den Wohnhäusern, in ge 
ringer Zahl in Fabriken. Die mit Wasser oder 
Dampf betriebene Schiffli-Stickmaschine ist dagegen 
ausschließlich für den Fabrikbetrieb berechnet. 
Arbeitsraum der Haussticker ist heute selten mehr 
der feuchte Keller, der vor dem Ernzug der Stik- 
kerei als Webkeller diente. Häufig steht die Maschine 
in einem dem Wohnhaus angebauten Raum, dessen 
große und zahlreiche Fenster schon von weitem die 
Bestimmung erkennen lassen. Im nahen Umkreis 
der Stadt St. Gallen und im untern Toggenburg 
widmen sich die Hausarbeiter fast ausschließlich ihrer 
Lerdwdung Industrie. In den übrigen Landschaften verbinden 
die Maschinenstickerei meist mit dem Landbau. 
Die Landwirtschaft beschränkt sich dann auf Wie 
senkultur und Viehzucht, die nicht so viel Zeit und 
Arbeitskräfte erfordern wie der Fruchtbau, der übri 
gens im obern Toggenburg und im Appenzell wegen 
der hohen Lage kaum lohnen würde. Landwirtschaft 
und Stickerei lassen sich recht wohl vereinigen; die 
große Nachfrage nach Stickereien fällt auf den Win 
ter; wenn die Launen der Mode oder die Über 
produktion einen schlechten Geschäftsgang hervor 
rufen, so bewahrt die Landwirtschaft den Sticker 
vor vollständiger Verdienstlosigkeit. Anderseits min 
dert die bäuerliche Hantierung die Fähigkeit, die 
feinsten Stickereien auszuführen. Das Maschinen 
sticken erfordert eine gewisse körperliche Kraft und 
ist deshalb meist Männerarbeit. Den Frauen und
	        
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