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Glaubensverfolgte aus Locarno in Zürich die Sei-Zur-hrrSeid-
denindustrie ein, die für die Stadt und einen weiten
Umkreis zur Quelle des Reichtums geworden ist.
Die Seidenstoffweberei umfaßt außer Zürich haupt
sächlich die beiden Secufer und das obere Glatt
tal. Weiterhin tritt sie mehr vereinzelt auf im
Knonaueramt, im Aargau und in der Jnnerschweiz.
Die letzten Ausläufer reichen über den Brünig ins
Haslital und im Jura bis nach Delsberg. Im
Zürcher Oberland trifft sie mit der St. Galler
Baumwollindustrie und Stickerei zusammen, und
im Aargau begegnet sie bereits den Bandwebstüh
len, die für Basel tätig sind. Die althergebrachte
Hausweberei mußte immer mehr hinter dem Fabrik
betrieb zurücktreten; sie hat sich nur abseits der
größern Verkehrswege und der Fabriken meist als
Nebenverdienst zur Landwirtschaft erhalten.
Italien und China liefern die Rohseide. Die
Seidenraupenzucht in der Südschweiz vermag in
folge der ausländischen Konkurrenz und einer weit
verbreiteten Krankheit des Maulbeerbaumes eine
nur geringe Menge von Rohseide beizusteuern,
die zum Teil an Ort und Stelle gesponnen wird.
Die Hauptausfuhr an Zürcher Seidenstoffen geht äu * fu * c
"ach den Vereinigten Staaten und nach England.
Was an diesen Waren in der Schweiz bleibt, be
läuft sich auf jährlich 8 — 10 Mill. Fr. Immerhin
ist der Selbstverbrauch nicht so hoch, da für einen
ansehnlichen Betrag Seide an den Fremdenorten
verkauft wird.
Die Seidenindustrie Basels geht ebenfalls auf «Ers-id-
die Mitte des 16. Jahrhunderts zurück, da Locarner
und französische Hugenotten in der Stadt Aufnahme
fanden. Neben. der Spinnerei und der Färberei
ist das Weben von Seidenbändcrn, die „Posa-
nienterie", der wichtigste Zweig der Industrie ge
worden. Die Bandweberei ist außerdem im höher