Full text : Taxämter oder private Schätzungen?

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Diese  Momente  werden  denn  auch  wohl  die  Hypothekenbanken ­
  veranlaßt  haben,  die  öffentliche
Taxe  (d.  h.  die  der  Taxämter),  wo  sie  gebräuchlich  ist,
nur  ausnahmsweise  als  Grundlage  zu  benutzen.
Dannenbaum  sagt  in  seinem  Werke  „Deutsche  Hypotheken-  •>
banken"  darüber  im  Hinblick  auf  die  Hypothekenbanken  wörtlich ­
  folgendes:
„Man  hat  mit  ihnen  (den  Taxamtsschätzungen)  keine  schlechten ­
  Erfahrungen  gemacht  (das  ist  sehr  erklärlich!  D.  V.)
doch  werden  sie,  was  betont  werden  muß,  nur  selten ­
  als  Grundlage  für  Bankbeleihungen  benutzt."
Daß  die  öffentlichen  Taxen  gewissermaßen  grundsätzlich ­
  unter  dem  Werte  bleiben,  erweisen  noch  folgende
Einzelheiten:
Der  Referent,  der  auf  dem  13.  Verbandstage  des  preußischen ­
  Landesverbandes  der  Haus-  und  Grundbesitzervereine  die  Hessennassauischen ­
  Feldgerichte  (Taxämter)  behandelte,  führte  u.  a.  folgendes ­
  aus:*)
„Wie  geschätzt  (?)  die  Taxen  (der  Feldgerichte)  für  u  n  -
bebaute  Grundstücke  sind,  dürfte  daraus  hervorgehen,  daß  Privat ­
  geldleiher  häufig  Grundstücke  zum  vollen  Werte  der  feldgerichtlichen ­
  Taxe  beleihen."  _  -
Universitätsprofessor  Dr.  Magnus  Biermer,  der  eine  Zeit  lang
Mitglied  des  Rufsichtsrates  der  hessischen  Landeshypothekenbank
war,  teilte  auf  der  10.  Mitgliederversammlung  des  Westfäl.  Vereins
für  Kleinwohnungswesen  mit,  daß  sich  bei  dieser  Lank  die
ortsgerichtliche  Taxe  in  drei  vierteln  der  Fälle  als
zu  niedrig  erwiesen  habe.
Tine  Bestätigung  der  Biermerschen  Rusführungen  geben  uns
die  von  der  hessischen  Landeshypothekenbank  gesammelten  Kaufpreise ­
  im  vergleich  mit  den  Beleihungswerten  (Tabelle  6):
Tabelle  6.

Die  von  der  hessischen  Landeshypothekenbank**)  in  Darmstadt  gesammelten ­
  Kaufpreise  im  vergleich  mit  den  auf  Grund  ortsgerichtlicher ­
  Lchätzungsn  festgesetzten  Beleihungswerte.

Die  Kaufpreise  betrugen
in  Prozenten  der
Beleihungswerte

1907

Anzahl  der  F
1908  |  1909

alle
1910

1911

bis  60  Proz.  ausschl.

—

—

—

—

—

50-60  ,.

1

—

1

—

2

60-70  „

1

—

3

1

3

70-80  „

3

4

3

3

12

80-90  „

6

11

10

13

23

90—100  „

13

27

13

25

30

100—120  „

60

72

65

67

84

120  und  mehr

30

61

50

58

72

zusammen

123

175

145  ;

166

226

*J  Mitteilungen  Heft  58.  **)  Unter  Leitung  und  mit  Zinsgarantie  des  Staates.
            
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