Metadata : Wirtschaft als Leben

Anhang,  XXII.

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Daher  besagt  es  auch  keinen  bloßen  Ersatz  von  schätzungsweisen
durch  präzise  Zeitangaben,  wenn  sich  die  Grenzen  der  Geschichtsschreibung ­
  auf  Tatsachenbezirke  vorschieben,  die  sich  bisher  nur  zu
Schichtung  verarbeiten  ließen.  Praktisch  wird  dies  doch  nur  der
historischen  Anthropologie  gegenüber,  und  bei  der  fragwürdigen ­
  Haltung  dieser  Disziplin  erscheint  die  Erörterung  mißlich;
es  kann  da  leicht  nach  einer  Berührung  zwischen  Geschichte  und
Schichtung  aussehen,  was  in  Wahrheit  eine  Grenzverletzung  von  Seite
des  Forschens  ist.  Im  Prinzipe  aber  könnte  gewiß  nur  das  eintreten,
daß  im  Angesichte  der  nämlichen  Tatsachenkreise  —  Gräberfunde,
Kulturreste  u.  dgl.  —  die  Ziffern  der  Zeitangaben,  die  als  historische
schlechthin  wahr  sind,  bis  zur  Höhe  der  Ziffern  jener  Zeitangaben
anwachsen,  die  nur  von  der  inneren  Wahrheit  des  metahistorischen
Systems,  historisch  also  irrelevant  sind.  Eine  Kontrolle,  eine  Korrektur
der  Zeitangaben,  tritt  dann  nur  scheinbar  ein.  Denn  im  Prinzipe
ist  die  Übereinstimmung  oder  Diskrepanz  zwischen  den  präzisen
historischen  und  den  schätzungsweise  metahistorischen  Zeitangaben
ganz  ohne  Belang.  Die  ersteren  vermögen  die  letzteren  genau
so  wenig  zu  erhärten,  wie  es  etwa  die  Solidität  einer  Papierwährung
bekundet,  wenn  in  ihren  Scheidemünzen  der  Metallgehalt  genau  der
Proportion  des  Münzwertes  entspricht;  also  die  Münze  von  zehn  Einheiten ­
  auch  den  zehnfachen  Metallgehalt  der  Münze  von  einer  Einheit
besitzt.  Relevanter  sind  tatsächlich  die  historischen  und  die  metahistorischen ­
  Zeitangaben  füreinander  nicht;  immer  vorausgesetzt,  daß
es  sich  effektiv  um  metahistorisch-naturwissenschaftliche  und  nicht  um
eingeschmuggelte  historische  Erkenntnis  handelt.
Eine  Beziehung  zwischen  der  Zeitbestimmung  da  und  dort  besteht
überhaupt  nur  in  dem  äußerlichen  Sinne,  daß  alle  bisherigen  historischen ­
  Data  Konstruktionselemente  des  metahistorischen ­
  Systems  sind,  und  es  daher  leicht  möglich  ist,  daß  eine
neue  historische  Feststellung  äußerlich  im  Einklang  mit  der  metahistorischen ­
  Konstruktion  bleibt.  Eine  Kontrolle  liegt  aber  deshalb
nicht  darin,  weil  die  metahistorischen  Zeitangaben  gar  nicht  unmittelbar
der  Vergangenheit,  sondern  direkt  nur  dem  metahistorischen  Systeme
verantwortlich  sind.  Nicht  die  einzelne  Zeitangabe  erleidet
eine  Korrektur,  sondern  das  ganze  System  bedarf  dann
einer  Revision.  Denn  an  Stelle  eines  Details  der  Konstruktion ­
  ist  nun  ein  neues  Konstruktionselement  getreten,  im
Angesichte  dessen  eine  Überarbeitung  des  Systems  nötig  wird.
Es  ist  auch  nie  abzusehen,  wie  tief  dies  ins  System  einschneidet.  In
dieser  Weise  schwebt  z.  B.  über  dem  anthropologisch-metahistorischen
            
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