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Untersuchungen sorgfältig Rücksicht genommen."«) Der Breslauer
Konsumverein schreibt hierüber gelegentlich in einem Geschäftsberichte:
Auch im Berichtsjahre standen die Vereinswaren bezüglich ihrer Beschaffenheit
unter der dauernden Kontrolle des vereidigten, staatlich approbierten
Nahrungsmittel-Chemikers Dr. 36. Sie erstreckte sich nicht nur auf
Proben von unseren Lieferanten und auf Waren aus unserem Hauptlager,
sondern auch auf die in den Verkaufsstellen befindlichen Vorräte. Die uns
von dem Genannten eingereichten Analysen und Begutachtungen leisteten
uns beim Einkauf gute Dienste und erhöhten die Gewähr usw.
Noch andere Beispiele ließen sich dafür anführen. Besonders
interessant in dieser Beziehung sind die Einrichtungen der Großeinkaufsgesellschaft
in Hamburg, auf die ich noch später zurückkomme?«)
Gerade darin, daß Konsumvereine nur einwandfreie Güter vermitteln
wollen, liegt auch ein Grund, daß mittelmäßige Vereine auf
die Vermittlung einzelner Artikel verzichten müssen, da sie keinen
genügenden Einfluß auf den Produzenten ausüben können.
Nicht jeder Verein ist so gestellt, wie der Basler Konsumverein,
der z. B. seinen Milchlieferanten in besonderen Reglements Vorschriften
über Qualität, Behandlung und Transport der Milch, sowie über
die Pflege und Fütterung der Kühe usw. gibt.")
Die Erwerbsgeschäfte dagegen nehmen nicht immer bei ihren Einkäufen
auf tadellose Beschaffenheit der Ware Rücksicht, wenn sie daraus
einen Vorteil ziehen können. Ein heute noch leider allzu häufig
angewandtes Konkurrenzmittel ist es gerade, „billig und schlecht"")
zu liefern. Daneben besteht allerdings ein anderes Mittel, d. i. auf
Grund der besseren Qualität Sieger im Konkurrenzkampf zu bleiben.
Die erste Art der Konkurrenzmittel hat aber viel mehr Aussicht auf
Erfolg, da die Käufer nicht immer in der Lage sind, über Qualitäts-«)
vr. Hugo Kramer, Kleinhandel und Konsumvereine, besonders in
Württemberg, S. 85.
io) S. Seite 50 f.
") Es dürfte hier nicht uninteressant sein, wie der Milchbezug des
Basler Vereins selbst vor sich geht: Die gesamte Milchproduktion einer Milchgenossenschaft
wird für ein halbes oder ganzes Jahr käuflich übernommen.
Die Milchbauern eines Dorfes vereinigen sich zu einer Milchgesellschaft und
errichten eine Sammelstelle, wo die Milch gewogen und dann spediert wird.
Die Milchbauern sind verpflichtet, ihr gesamtes Milchquantum, abzüglich des
Hausbedarfs, an diese Sammelstellen abzuliefern. Die Milch wird per Kilo
eingekauft, wobei 1030 Gramm ein Liter sind. Die zu viel gelieferte Milch
wird verkäst oder zentrifugiert. Die Käsereien und Milchküchen sind die Regulierstellen
für den Milchbezug. (Nach einem Referat von dem Basler Konsumgenossenschafter
G. Angst auf dem 10. ordentlichen Genossenschaftstag in
Dresden 1913.)
") Schär, a. a. O. S, 255 ff.