fullscreen : Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Kapitel  III.  Die  Assozialisten.
gleichen  Rang  zuweist,  indem  er  der  ersten
(was  wahrscheinlich  mehr  ist  als  es  heute  erhält)  und  dem  dritten
:i /i2  zubilligt;  —  der,  über  die  Anpreisungen  der  gewissenlosesten
Gründer  hinausgehend,  Dividenden  von  30,  ja  selbst  von  36%  verspricht, ­
  und  denen,  die  eine  feste  Verzinsung  vorziehen,  8 1
sichert 1 );  der  aus  der  Erwartung,  ja  sogar  aus  der  Jagd  nach
Erbschaften  eine  der  anziehendsten  Unterhaltungen  der  zukünftigen
phalansterischen  Gesellschaft  macht;  und  der  behauptete,  daß  der
,Unterschied  zwischen  Reichen  und  Armen  „dem  Plane  Gottes  entspricht“ ­
  und  daher  auch  seinem  eigenen,  denn:  „man  muß  verstehen,
daß  Gott  alles  das,  was  er  gemacht  hat,  gut  gemacht  hat“  2 ).
Und  doch  erscheint  Fourier  allen  Menschen  seiner  Zeit  und
noch  heute  allen  denen,  die  ihn  nicht  gelesen  haben,  d.  h.  beinahe
last  allen,  als  ein  ültrasozialist,  als  ein  Kommunist.  Das  findet
seine  Erklärung  weniger  in  den  Übertreibungen  seiner  Zukunftsbilder ­
  und  seiner  Sprache,  die  wir  eben  erwähnten,  als  in  dem
bizarren  Namen,  den  er  seiner  Genossenschaft  gibt:  lePhalan  stere,
ein  Name,  der  auf  irgendeine  geheimnisvoll  anziehende,  gruselige
Stadt  hinwies,  wo  alles  gemeinsam  sei,  die  Güter  wde  die  Frauen.
Wir  müssen  daher  auch  die  Darstellung  seines  Systems  mit  dem
Phalanstere  beginnen:  es  ist  sein  Kern  und  Stern.

§  1.  Das  Phalanstere.
Nichts  kann  auf  den  ersten  Blick  weniger  erschrecken  als  das
Phalanstere;  hier  ist  nichts,  was  der  Neuen  Harmonie  Owen’s,  dem
Icarien  Cabet’s,  der  Sonnenstadt  Campanella’s,  der  Utopia
Morus’  ähnelt.  Von  außen  gesehen  ist  es  in  seinem  ganzen  Betriebe ­
  weiter  nichts  als  ein  großes  Hotel,  ein  PjAs-at  Ipot  e  1,  das  für
1500  Personen  eingerichtet  ist,  größer,  aber  allen  denen  ähnlich,  die
sich  jetzt  in  allen  Winter-  und  Sommerkurorten  erheben,  mit  Zimmern
und  ganzen  Wohnungen,  tables  d’hote,  Salons,  Lese-,  Spiel-,  Konzertsälen, ­
  mit  Theatern  usw.,  eine  Anlage,  die  er,  ohne  müde  zu  werden,
bis  in  die  letzten  Einzelheiten  beschreibt.  Jedem  Gast  steht  es
übrigens  frei,  ganz  wie  heute,  nicht  nur  eine  vollständige  Wohnung  zu
bewohnen,  sondern  auch  auf  dem  Zimmer  zu  speisen,  wenn  er  nicht
z u  der  table  d’hote  gehen  will.  Nur  unterscheidet  sich  das  Phalanstere

l )  Briet  vom  28.  Januar  1831,  von  Pellarin  angeführt,  Vie  de  louner
lP “ i VS„.nM-d.I.du,t,l.l,  S.  26.  -
unser  kleines  Buch;  (Euvres  choisies  de  Fourier,  mit  g,
starken  Band  von  Hubert  Bourgin,  Fourier.

V
            
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