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beziehen. Ob die landwirtschaftliche Produktion der Konsumvereine
dauernd Erfolg haben wird, läßt sich heute noch nicht sagen.
Eine große Zahl der konsumgenossenschaftlichen Produktions
betriebe sind Großbetriebe. Laut einer Statistik des Zentral
verbandes der Bäcker und Konditoren betrug die Zahl der Großbetriebe
(mit über 10 Personen) im Bäckereigewerbe im Jahre 1912 532 mit
10 755 beschäftigten Personen. Davon waren 81 Betriebe (15,22
Proz.) mit 2304 Personen (21,42 Proz.) Genossenschafts-, in der
Hauptsache wohl Konsumgenossenschaftsbetriebe?)
Die Betriebe sind ausgestattet mit den modernsten Mittel der
Technik. Die Handarbeit spielt nur eine geringe Rolle; wo es nur
möglich war, ist sie durch Maschinenarbeit ersetzt worden. Es herrscht
überall die peinlichste Sauberkeit, wovon sich ein jeder, der Lust
hat, überzeugen kann. Ich brauche wohl nicht darauf hinzuweisen,
daß dem in Privatbetrieben nicht immer so ist; das wird uns sehr
häufig in den Zeitungen und Gerichtsverhandlungen vor Augen ge
führt. Auch in den Berichten der Gewerberäte heißt es immer wieder,
daß vielen Bäckereien das richtige Gefühl für Reinlichkeit noch fehlt.
Aehnlich wie mit den Bäckereien ist es auch mit den anderen Pro
duktionsbetrieben. Vollkommene Technik, peinlich st e
Sauberkeit, gutes und hygienisch einwandfreies
Rohmaterial, und man kann noch hinzufügen ausgezeich
nete Arbeitsbedingungen, das sind die vier Merkmale der
konsumgenossenschaftlichen Eigenproduktion.
Was die Arbeitsbedingungen betrifft, so sind sie aller
dings geeignet, auf die Entwicklung der konsumgenossenschaftlichen
Eigenproduktion hemmend zu wirken. Wenn man den kurze Zeit vor
der Drucklegung dieser Arbeit erneuerten Reichstarif der Konsum
genossenschaften mit dem Verbände der Bäcker und Konditoren be
trachtet, so fragt man sich, wie die Konsumgenossenschaften gegenüber
den erwerbsmäßig betriebenen Bäckereien noch leistungsfähig bleiben
können. Es scheint, als ob die Gewerkschaften noch nicht das richtige
Verständnis für den konsumgenossenschaftlichen Gedanken hätten, sonst
würden sie nicht so hohe tarifliche Anforderungen stellen. Allerdings
könnten die Gewerkschaften das, was sie den Konsumvereinen auf
der einen Seite nehmen, auf der anderen Seite wiedergeben, indem die
Gewerkschaftsmitglieder ihren Bedarf in größerem Maße als vorher
in der Konsumgenossenschaft decken. Von offizieller Seite werden die
Gewerkschaftsmitglieder auch regelmäßig zur Unterstützung der Kon-
3) Kons. Rundschau Nr. 49/1912, S. 928.