Full text : Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

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das  Personal,  welches  an  der  ganzen  Verteilung  vom  Zentrallager
bis  zuni  Konsumenten  mit  tätig  ist.  Dem  Sprachgebrauch  in  analogen
Fällen  gemäße")  ist  es  möglich,  den  Ausdruck  Verteilungspersonal
nur  auf  den  Hauptakt  der  Verteilung,  d.  h.  die  Tätigkeit  innerhalb
der  Verteilungsstelle  zu  beziehen.  An  dieser  Gewohnheit  haben  wir
in  den  folgenden  Kapiteln  festgehalten.
Es  würde  für  die  Konsumgenossenschaftsbewegung  unbedingt  ein
Vorteil  sein,  wenn  die  konsumgenossenschaftliche  Sprache  mehr  als  bisher ­
  Anwendung  finden  würde.  Der  Außenstehende  würde  sich  unwillkürlich ­
  fragen,  warum  man  nicht  von  „Waren",  von  „Gewinn",  von
„kaufen"  und  „verkaufen"  spricht,  sondern  eine  Reihe  von  andern  Ausdrücken ­
  braucht,  die  ihm  ganz  ungeläufig  sind.  Manchen  würde  es
sicherlich  zum  Nachdenken  anregen,  und  mancher  würde  versuchen,  eine
Erklärung  für  diese  Ausdrücke  zu  finden,  und  so  auf  die  Grundidee
der  konsumgenossenschaftlichen  Gütervermittlung  stoßen.  Es  ist  wirklich ­
  heute  noch  so,  daß  das  große  Publikum  nicht  unterscheidet ­
  zwischen  einem  privaten  Konsumgeschäft  und  einer  Konsumgenossenschaft. ­
  Es  macht  auch  vielfach  keinen  Unterschied  zwischen  der
Rückvergütung  einer  Genossenschaft  und  dem  Rabatt  eines  Privatgeschäfts. ­
  Derartige  Fälle  wiederholen  sich  immer  wieder.  Die  konsequent ­
  durchgeführte  Anwendung  der  konsumgenossenschaftlichen  Sprache
würde  sicherlich  bessernd  wirken.")
II.  Die  „Reklame"  der  Konsumgenossenschaften.
Man  kann  von  Reklame  im  weiteren  Sinne  und  von  geschäftlicher
Reklame  sprechen.  Mataja  sagt  von  der  geschäftlichen  Rek
  l  a  m  e,  „daß  bei  ihr  nicht  die  Absicht  vorherrscht,  im  Interesse  des
Publikums  zu  wirken,  dessen  Aufmerksamkeit  gewonnen  werden  soll,
sondern  im  Interesse  einer  Person  oder  eines  Gegenstandes/")  Nun
liegt  bei  den  Konsumgenossenschaften  die  Sache  aber  doch  so,  daß  es
im  letzten  Grunde  der  Zweck  der  konsnmgenossenschaftlichen  Reklame  ist,
im  Interesse  des  Publikums  zu  wirken.  Dennoch  möchte  ich  aber
einen  Teil  der  konsumgcnossenschaftlichen  Reklame  unter  die  geschäft-10

 )  Z.  B.  versteht  man  unter  Produzent  häufig  nur  den  Urproduzenten,
vielleicht  auch  noch  den  Fabrikanten,  nicht  aber  den  Händler,  obwohl  er  doch
auch  produziert.
u )  Verfasser  hat  sich  bemüht,  die  vorliegende  Arbeit  in  der  Sprache
des  organisierten  Konsums  abzufassen.  Da  es  sich  dabei  um  einen  ersten
Versuch  handelt,  bittet  er,  etwaige  Härten  und  Unklarheiten  im  Ausdruck
zu  entschuldigen.
x )  Mataj  a,  Die  Reklame.  Leipzig  1910.  S.  20.
            
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