Full text : Einführung in die Kriegswirtschaftslehre

34

Tabelle  XXIV.

Begleichung  des  Clearingsaldos  durch  Noten-  und  Oirozahlung.

Fall

A

B

C

D

Aktiva

Passiva

Aktiva

Passiva

Aktiva

Passiva

Aktiva

Passiva

i  bJD
n  c
<L>  ;3

1000  Noten

200

1000  Noten

200

1000  Noten
400

—

1000  Noten

--o

  jd
2  rcj
N

800  Noten

—

800  Noten

—

1400  Noten

-

1000  Noten

—  .

hß
c
JC

1000  Girokonto ­


200

1000  Girokonto ­


200

1000  Girokonto ­

400

1000  Girokonto ­


—

N
O
Ö

800  Girokonto ­


—

800  Girokonto ­


—

1400  Girokonto ­


1000  Girokonto ­


-

besonders  wichtig,  weil  wir  in  Hinblick  auf  unsere
Gesamtentwicklung,  insbesondere  was  die  Industrie ­
  anbelangt,  manches  schwere  Manko  aufzuweisen ­
  haben.  Wir  sollten  wenigstens  bemüht
sein,  jene  Mängel  möglichst  rasch  zu  beseitigen,
weiche  aus  einer  mangelhaften  Organisation  herrühren. ­

Die  Beschaffung  der  für  den  Krieg  erforderlichen ­
  Ware  kann  auch  in  der  Weise  erfolgen,
daß  Noten  emittiert  werden  oder  das  Girogeld
vermehrt  wird.  Ich  habe  bereits  darüber  gesprochen. ­
  welche  Wirkungen  dies  auf  die  Preise
ausübt  und  wie  die  Realeinkommen  der  Bevölkerung ­
  dadurch  beeinflußt  werden.  Es  ist  für
kriegswirtschaftliche  Untersuchungen  selbstverständlich ­
  von  der  größten  Wichtigkeit,  die  Veränderungen ­
  in  der  Kaufkraft  des  Geldes  nachzuweisen. ­

Aber  dies  allein  genügt  nicht,  ich  muß  auch
festzustellen  suchen,  wie  sich  die  Löhne  verändert
haben.  Da  ergeben  sich  nun  mannigfache  Schwierigkeiten. ­
  Vielfach  geht  man  in  der  Weise  vor,  daß
man  die  Löhne  bestimmter  Arbeitertypen  zu  einer
Zeit  feststellt  und  dann  die  Löhne  derselben
Typen  zu  einer  anderen  Zeit.  Diese  Methode  ist
aber  ungeeignet,  wenn  starke  Verschiebungen  vorgekommen ­
  sind.
Ich  will  dies  ganz  kurz  anzudeuten  versuchen,
ln  Tabelle  XXV  sehen  wir  drei  Typen  von  Arbeitern ­
  :  arbeitslose,  ungelernte  und  gelernte  Arbeiter ­
  vertreten.  In  jeder  Klasse  sei  eine  bestimmte
Anzahl  von  Individuen  enthalten,  der  Reallohn
werde  für  jede  Kategorie  festgestellt.  Im  ersten
Zeitpunkt  sind  die  Reallöhne  der  Reihe  nach  :
0,  10,  20.  Im  zweiten  Zeitpunkt  dagegen  :  0,  6,12'
Wir  sehen,  daß  die  Reallöhne  der  einzelnen
Klassen  gesunken  sind.  Dennoch  hat  der  Wohlstand ­
  der  Bevölkerung  zugenommen.  Wir  nahmen
nämlich  in  unserem  Schema  an,  daß  alle  Arbeitslosen ­
  Arbeit  gefunden  haben  und  alle  Ungelernten
zu  gelernten  Arbeitern  aufgerückt  sind.  Wer  früher
als  Individuum  gar  nichts  erhielt,  bekommt  jetzt  6,

wer  früher  als  Individuum  10  erhielt,  erhält  jetzt
12;  für  die  verschiedenen  Arten  der  Arbeitsleistungen ­
  sind  die  Leute  jetzt  freilich  schlechter
bezahlt;  während  früher  die  ungelernten  10  bekamen, ­
  erhalten  sie  jetzt  nur  6.  Die  Gesamtbevölkerung ­
  erhält  aber  jetzt  54  Reallohn  statt  wie
früher  30.  Dieser  eine  Hinweis  zeigt  zur  Genüge, ­
  wie  es  schwer  ist,  die  Rückwirkungen  der
Veränderungen,  welche  das  Geld-  und  Kreditwesen
betreffen,  richtig  zu  würdigen.  Wir  sehen,  welche
Fülle  von  Komplikationen  sich  im  Geld-  und
Kreditwesen  ergeben,  die  zum  Teil  aus  dessen
Unübersichtlichkeit  herrühren.
Dies  ist  ein  weiteres  Moment,  welches  dafür
spricht,  daß  im  Kriegsfälle  die  Schaffung  einer
Großnaturalwirtschaft  von  leitenden  Politikern  gewünscht ­
  werden  kann.  Wenn  sie  sich  auch  nur
auf  Nahrungsmittel,  Kohle  und  einige  wichtige
andere  Bedarfsartikel  erstreckt,  so  ist  damit  doch
sehr  viel  für  die  Durchsichtigkeit  der  Güterzirkulation ­
  geschehen  und  gerade  sie  erleichtert  viele
Maßnahmen.  Nichts  ist  störender  als  die  Unmöglichkeit, ­
  sich  über  das  Schicksal  der  Geldsummen
und  Güter  zu  orientieren.
IX.  Rückwirkungen  des  Krieges  und  der
Rüstungen  auf  Produktion  und  Handel.
Ich  habe  schon  gelegentlich  darauf  hingewiesen, ­
  daß  die  Ausgaben  für  Rüstungen  und
Kriegszwecke  auf  die  Produktion  und  den  Handel
in  sehr  verschiedener  Weise  wirken  können.  Sie
vermögen  unter  Umständen  den  Handel,  die  Landwirtschaft, ­
  die  Industrie  erheblich  zu  schädigen.
Man  entzieht  ihnen  Geld,  das  sie  zur  Erweiterung
ihrer  Betriebe  brauchen  und  führt  es  nur  jenen
Industriellen  und  Landwirten  zu,  welche  für  die
Armee  liefern.
Gewiß  kommt  das  Geld  wieder  in  Zirkulation,
aber  nachdem  vorher  die  Geldentziehungen  bereits
Betriebsreduktionen  zurFolge  gehabthaben  können,
nachdem  bereits  Arbeitskräfte  der  Landwirtschaft
und  der  Industrie  entzogen  wurden.  Die  Geld-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.