Full text : Die Fabriksparkasse

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Wie  bei  der  Bergisehen  Stahlindustrie  stellte  unsere
Arbeitsordnung  die  Benutzung  der  Spareinrichtung  allen
verheirateten  und  allen  Arbeitern  über  25  Jahre  frei.
Während  nun  die  Bergische  Stahlindustrie  mit  dieser  Bestimmung, ­
  wie  aus  dem  Vorträge  des  Herrn  Geheimrat
Böker  hervorging,  die  besten  Erfolge  erzielt  hat,  brachte
sie  uns  nur  ganz  vereinzelt  freiwillige  Sparer.  Die  Gründe
hierfür  werden  mannigfacher  Art  sein.  Einmal  kann  die
Bergische  Stahlindustrie  bei  der  Art  der  von  ihr  hergestellten ­
  schweren  Artikel  -wesentlich  höhere  Löhne  zahlen
(soviel  mir  bekannt,  verdienen  etwa  50%  ihrer  Arbeiter
über  6  ofl,  während  es  bei  meiner  Eirma  nur  etwa  16%
sin  d),  sodann  aber  wird  ein  indirekter  Sparzwang  insofern
ausgeübt,  als  der  Bezug  von  Kohlen,  die  die  Firma  zu
den  Selbstkosten  abgibt,  und  die  Gewährung  von  Vorschuß ­
  von  dem  Vorhandensein  eines  bestimmten  Sparguthabens ­
  abhängig  gemacht  werden.  Ein  solcher  indirekter ­
  Sparzwang  dürfte  durchaus  zweckmäßig  sein,
denn  den  Arbeitern  kann  es  nur  angenehm  sein,  wenn
z -  B.  die  Beträge  für  Kohlen  nach  und  nach  in  ganz
kleinen  Baten  angesammelt  werden,  während  es  sonst  für
sie  ziemlich  drückend  wäre,  den  Betrag  auf  einmal  oder
in.zwei  Baten  zahlen  zu  müssen.  Da  es  —-  wie  gesagt  —
bei  unserer  Eirma  nach  Erledigung  des  Sparzwanges  nicht
gelang,  eine  nennenswerte  Anzahl  freiwilliger  Sparer  zu
bekommen,  so  wurde  im  Oktober  1910  zwecks  Förderung
des  freiwilligen  Sparens  unter  der  Arbeiterschaft  neben
der  seitherigen  Zwangssparkasse  eine  Spareinrichtung  für
freiwillige  Sparer  ins  Leben  gerufen.  Diese  Spareinrichtung ­
  soll  den  verheirateten  und  den  ledigen  Arbeitern
Über  25  Jahre  Gelegenheit  zur  sicheren  und  gutverzinshchen
  Anlage  von  Ersparnissen  geben.  Dabei  ist  der  Befi-ig
  der  Mindesteinlage  auf  1  di  für  die  vierzehn  tägige
Löhnung  festgesetzt,  so  daß  es  auch  den  Arbeitern  mit
Weniger  hohem  Verdienste  möglich  ist,  sich  an  der  Spareinrichtung ­
  Z u  beteiligen.  Als  besondere  Vorteile  werden
geboten:  eine  Verzinsung  der  Einlagen  mit  6%  (1%
seitens  der  städtischen  Sparkasse  und  2%  seitens  der
Birma)  und  die  Gewährung  von  Prämien  für  beharrliches
Sparen.  Die  Arbeiter,  die  ein  Jahr  lang  ununterbrochen
gespart  haben,  nehmen  an  der  jährlichen  Verlosung  der
Sparprämien  im  Gesamtbeträge  von  500  dl  (ein  erster
Breis  von  100  dl,  zwei  zweite  Preise  von  je  75  dl,  drei
            
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