Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Eisenbahnen:  Sigiialwesen  und  Weichensichernng.

werden  und  so  lange  verschlossen  bleiben,  bis  Freigabe  von  der  vorgelegenen  Blockstation
erfolgt.  Die  Einfahrts-Blockfelder  (1  in  A  und  2  in  35)  sind  vom  Stationsbüreau  abhängig, ­
  zeigen  somit,  solange  die  Einfahrt  gesperrt  ist,  rot.
Mit  dem  Farbenwechsel  der  Fenster  hat  der  Wärter  auch  hörbare  Signale,  sogenannte
Vorwecksignale,  den  Nachbarwärtern  zu  geben.  So  drückt  z.  B.  der  Wärter  in  A  bei
Ausfahrt  des  Zuges  nach  B  die  Weckertaste  über  Feld  2  nieder  und  dreht  gleichzeitig  die
Jnduktorkurbel.  Sofort  nach  dem  Vvrwecken  stellt  A  das  Fenster  2  rot  ein.  Wärter  B  gibt
als  Empfangsbescheinigung  das  hörbare  Signal  zurück  nach  A,  zieht  das  Fahrsignal  und
beobachtet  die  Strecke.  Nach  Vorbeifahrt  des  Zuges  weckt  er  nach  0  vor,  stellt  sein  Feld
2  auf  rot,  das  in  A  damit  auf  weiß.  Von  0  erhält  er  das  Empfangsbescheinigungssignal,
  desgleichen  von  A  ein  solches  für  die  Freigabe  der  Strecke  B—A.
_  Wird  in  der  Art  von  jedem  Blockbeamten  nach  Vorschrift  verfahren,  so  ist  eine  zu
schnelle  Zugfolge  und  ein  Aufeiuanderrennen  von  zwei  Zügen  in  einem  Blockabschnitt  unmöglich. ­
  Leider  ist  aber  mit  der  Unachtsamkeit  und  Vergeßlichkeit  mancher  Menschen  auch
hier  zu  rechnen,  und  so  sind  trotz  der  so  trefflich  erdachten  Blockwerke  und  des  so  sinnreich ­
  angeordneten  Blockverfahrens  Unglücksfälle  vereinzelt  aufgetreten.  Es  ist  z.  B.  vorgekommen, ­
  daß  ein  Wärter,  sagen  wir  in  0  der  Abb.  326,  eingeschlafen  war,  so  daß  der
Zug  infolge  des  Haltsignals  zum  Halten  vor  0  gezwungen  wurde.  Der  Wärter,  durch
die  Lokomotivpfeife  geweckt,  blockierte,  um  einen  Entschuldigungsgrund  für  sein  Haltsignal ­
  zu  haben,  schleunigst  die  vorgelegene  Strecke  6—D,  machte  also  sein  Feld  2  rot,
was  mit  einer  Freigabe  der  rückwärtigen  Strecke  6—B  verbunden  war.  Dadurch  wurde
der  Wärter  B  veranlaßt,  einem  zweiten  Zuge  das  Fahrsignal  zu  geben,  der  auf  den  vor
0  haltenden  Zug  aufrannte.
Im  Jahre  1881  haben  Siemens  &  Halske  das  Blockwerk  und  das  Blockierverfahren ­
  mit  Erfolg  dahin  verbessert,  daß  derartige,  durch  Unaufmerksamkeit  der  Wärter
veranlaßte  Unglücksfälle  nicht  mehr  möglich  sind.  Der  Blockwärter  kann  bei  dieser
neueren  Einrichtung  nicht  ohne  weiteres  über  das  weiße  Feld  2  verfügen,  wenn  dieses
durch  die  vorgelegene  Station  bei  ihm  eingestellt  wird,  sondern  er  ist  gezwungen,  zuvor
das  Haltsignal  auf  „Fahrt"  zu  stellen,  und  dann  den  gezogenen  Flügel  wieder  auf  „Halt"
zurückzulegen.  Erst  dann  kann  er  an  seinem  Blockwerk  die  weiße  Scheibe  in  rot  verwandeln, ­
  also  vorwärts  die  Strecke  sperren,  rückwärts  die  andere  freigeben.  Wollte  hier
ein  Wärter  sich  blockieren,  lvenn  sein  Signal  bei  weißem  Felde  auf  „Halt"  steht,  so
müßte  er  dieses  zuvor  auf  „Fahrt"  und  dann  wieder  auf  „Halt"  legen.  Eine  derartige
Flügelbewegung  Ivürde  aber  von  dem  Zug-  und  Lokomotivpersonal  bemerkt  werden,  das
dann  von  dem  Wärter  die  nötige  Aufklärung  verlangen  würde.
Nur  durch  böswillige  oder  völlig  überflüssige  Bewegungen  des  Signalhebels  kann
sonach  ein  Blockwärter  einen  Zusammenstoß  ans  der  Strecke  herbeiführen.  Um  auch  hiergegen ­
  gesichert  zu  sein,  finden  (schon  an  zahlreichen  Stellen)  sogenannte  elektrische  Druckknopfsperren ­
  Verwendung.  Sie  hindern  so  lange  ein  Niederdrücken  der  Blocktaste  und
damit  ein  Bewegen  des  Signalhebels,  bis  der  Zug  selbst  durch  Befahren  eines  Schienenkontaktes ­
  die  Sperre  elektrisch  auslöst.  Die  Betriebssicherheit  ist  demnach  eine  sehr  große
und  nur  getrübt,  wenn  auch  das  Lokomotivpersonal  es  an  der  erforderlichen  Aufmerksamkeit ­
  fehlen  läßt  oder  die  Blockvorrichtung  versagt.
Für  Linien  mit  besonders  schneller  Zugfolge  haben  neuerdings  Siemens  &  Halske
ein  noch  weiter  verbessertes  Blockverfahren  erdacht,  das  auf  einigen  Bahnen  sich  bereits
gut  bewährt  hat.  Hierbei  werden  ans  den  Blockstationen  statt  der  vorerörterten  zweifenstrigen ­
  Blockwerke  solche  mit  vier  Feldern  verwendet.  Zu  jeder  Fahrtrichtung  gehören ­
  zwei  Felder  des  Blockwerks,  eins  für  die  vorgelegene,  das  andere  für  die  rückgelegene
Strecke.  Beide  Endfelder  einer  Blockstrecke  aber  werden  hier  durch  den  Wärter  übereinstimmend ­
  in  der  Farbe  gehalten,  so  daß  ein  von  einem  Zuge  besetzter  Blockabschnitt  an
seinen  beiden  Enden  rote  Felder  zeigt;  ein  freier  weiße.  Hier  kann  also  der  Wärter  sofort
sehen,  ob  seine  rückgelegene  Strecke  besetzt  ist  oder  nicht.  Die  Blocktasten  sind  bei  dieser
Einrichtung  paarweise  gekuppelt,  infolgedessen  stellt  der  Wärter  z.  B.  0  in  Abb.  327,
falls  ein  Zug  in  den  Abschnitt  0—v  eingefahren  ist,  die  beiden  zu  6—D  gehörigen  Felder
            
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