Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Englands  Verkehrswege  im  Mittelalter.
Unternehmungen  Anwendung  fand,  der  in  der  Folgezeit  die  weitaus  größte  Zahl  der
englischen  Wasserstraßen  ihre  Ausnutzungsfähigkeit  verdankte.  Im  Jahre  1660  traten
nämlich  eine  Anzahl  der  an  der  Schiffahrt  auf  dem  Medway  Jnteressierteu  zusammen
und  beantragren  beim  Parlament  die  Genehmigung  zur  Regulierung  durch  Vertiefuug,
Erweiterung  und  Geradelegung  des  Flußbettes.  Als  Äquivalent  erbaten  sich  die  Unternehmer ­
  die  Erlaubnis  zur  Erhebung  gewisser  Zölle.  Im  Jahre  1664  wurde  die  parlamentarische ­
  Sanktion  erteilt.  Im  Anschlüsse  und  in  Anlehnung  an  dieses  Unternehmen
ward  in  der  Folgezeit  die  Regulierung  der  Flüsse  Bure,  Aare,  Avon,  Frome,  Fal,  Val,
Wavenay,  Aire  und  Calder  beschafft.
Englands  Bedeutung  in  der  Geschichte  des  Verkehrs  liegt  zwar  in  erster  Linie
auf  dem  Gebiete  der  Schiffahrt,  immerhin  ist  dieses  Eiland  von  einer  Größe,  daß  auch
der  innere  Verkehr,  wenn  auch  von  untergeordneter  Bedeutung,  die  Schaffung  von  Verbindungswegen ­
  bedingte.  In  früherer  Zeit  war  England  ein  ackerbautreibender  Staat,
und  der  Pflege  der  Landstraßen  mußte  aus  diesem  Grunde  Beachtung  geschenkt  werden.

10.  Uirdrrlagegcbiiudr  in  Birmingham  1780.  Nach  Hagrere.

Die  ältesten  Wege  Englands  waren  die  sogenannten  Spur-  oder  Rainwege.  Dieselben
folgten  den  natürlichen  Rainen  des  Landes  und  mögen  in  früheren  Zeiten  als  örtliche
Grenzen  gedient  haben.  Wie  in  anderen  Ländern,  so  ergingen  auch  in  England  von  den
Herrschern  zahlreiche  Befehle,  welche  sich  auf  die  Anlegung  und  Unterhaltung  der  Wege
bezogen.  Nach  der  Verfügung  Heinrichs  I.  (gest.  1135)  sollten  die  Hauptstraßen  so  breit
sein,  daß  sich  zwei  Wagen  ausweichen  konnten.  Ein  Gesetz  aus  dem  Jahre  1285  ordnete
die  Entfernung  der  Bäume  und  Büsche  längs  der  Straßen  in  einem  beiderseitigen  Abstand
von  200  Fuß  an.  Es  geschah  dieses,  um  die  den  Passanten  durch  Räuber  drohenden
Gefahren  abzuschwächen.  Die  Wegeverhältnisse  Englands  blieben  trotz  aller  Bemühungen
im  allgemeinen  das  ganze  Mittelalter  hindurch  sehr  trostlose  und  ließen  auch  späterhin
sehr  viel  zu  wünschen  übrig.  Selbst  noch  bis  gegen  Ende  des  18.  Jahrhunderts  waren
die  nach  Birmingham,  eine  der  regsamsten  Städte  des  Königreiches,  führenden  Wege  durch
die  Hufe  der  Packpferde  und  durch  die  Regengüsse  in  dem  sandigen  Boden  derartig  ausgetieft, ­
  daß  sie  stellenweise  12  bis  14  Fuß  unter  Geländefläche  lagen  und  man  von  den
Reisenden  sagte,  sie  näherten  sich  der  Stadt  in  Minen.  Der  Schriftsteller  Arthur  Joung
erklärte  noch  um  das  Jahr  1780,  daß  es  im  Winter  wohl  gleich  viel  kosten  dürfte,  ob
man  die  Wege  fest  oder  schiffbar  mache.  Selbst  auf  den  besten  Verbindungsstraßen  waren
durch  die  Wagen  tiefe  Gleise  eiugeschnitten.  Die  Abhänge  waren  steil  und  der  Weg
meistens  derart,  daß  er  in  der  Dunkelheit  von  dem  anliegenden  Heide-  und  Sumpfland
            
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