Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

696  '  Schiffbau:  Schiffsmaschinen.

getrennt.  Die  Seitenwände  sowie  die  Rückwand  der  Rauchkammer  werden  mit  dem  Kesselmantel ­
  bezw.  der  Rückwand  durch  Stehbolzen  verbunden,  während  die  Decke  durch  eine  Brücke
und  die  Rohrwand  durch  die  Siederohre  beziv.  besondere  Ankerrohre  versteift  ist.  Zur  Vergrößerung ­
  der  Rostfläche  und  Ersparung  an  Raum  und  Gewicht  baut  man  die  Cylinderkessel
doppelendig,  sogenannte  Doppelender,  und  erhalten  dieselben  an  beiden  Endflächen
Flammrohre,  welche  in  der  Mitte  in  eine  gemeinsame  oder  in  getrennte  Rauchkammern
münden.  Bei  den  Lokomotivkesseln,  welche  vorzugsweise  auf  Kriegsschiffen,  Avisos  und
Torpedofahrzeugen  Verwendung  fanden,  werden  die  Flammrohre  durch  eine  hohe,  kastenförmige ­
  Feuerbüchse,  früher  aus  Kupfer,  später  aus  Stahlblech  gefertigt,  ersetzt  und  durch
einen  Mantel  von  ähnlicher  Form  umgeben  und  mit  demselben  durch  Stehbolzen  versteift.

716.  KeUroiürkrffrl.  Nach  „Engineering".  '
a  Speisewasscrlammelrohr.  b  Dampssaminler,  c  Rohrbündel,  d  Speisewasserregler,  f  Rost.
,  Die  Cylinder-  und  Lokomotivkessel  werden  bis  zu  Kesselspannungen  von  15  Atmosphären ­
  gebaut.  Bei  höheren  Dampfspannungen  ergeben  sich  ungewöhnliche  Wandstärken,
welche  für  Mantelbleche  sich  bis  auf  42  mm  steigerten.  Man  wandte  sich  daher  einem
Kesselsystem  zu,  welches  nur  geringe  Cylinderdurchmesser  erfordert  und  dementsprechend
eine  Verankerung  unnötig  machte,  den  sogenannten  Wasserrohrkesseln.  In  diesen
Kesseln  wird  das  Wasser  in  einem  System  von  Rohren  von  geringem  Durchmesser  zum
Verdampfen  gebracht  und  der  Dampf  in  einen  cylindrischen  Dampfsammler  von  größerem
Durchmesser  geleitet,  von  wo  er  nach  dem  Passieren  eines  besonderen  Apparates  zum
Abscheiden  des  mitgerissenen  Wassers  in  das  Hauptdampfrohr  geleitet  wird.  Die  Wasserrohrkessel ­
  haben  dementsprechend  einen  verhältnismäßig  kleinen  Wasserraum.  wodurch
das  Gewicht  gering  ausfällt  und  das  Dampfmachen  in  kurzer  Zeit  erfolgen  kann.  Die
anfänglichen  Nachteile  der  Wasserrohrkessel,  Neigung  zum  Überkochen  und  Erzeugung
nassen  Dainpfes,  aufmerksame  Bedienung  mit  Bezug  auf  Kesselspeisung  und  Aufrechterhaltung ­
  des  Dampfdruckes  bei  wechselnder  Dampfentnahme,  sind  zum  großen  Teil
durch  selbstthätig  wirkende  Apparate,  wie  Speisewasserregulatoren,  gehoben;  die  weiteren
            
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