Full text : Bankpolitik

3.  Das  Ligenkapital  der  Bansen.

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eine  günstigere  Relation  als  jene  Ban!,  bei  der  in  der  Zeit  von  1905—10
das  Eigsnkapitcck  unter  allen  Berliner  Instituten  die  höchste  Ouote  der
Bilanzsumme  erreichte.
Das  Maß  der  Herabsetzung  der  Bedeutung  des  Ligenkapitals
ist  in  den  einzelnen  Reichen  je  nach  der  Geschäftspolitik  den  Rreditbanken
  verschieden,  die  Tendenz  ist  überall  gleich.  Bei  dem  immer
stärkeren  Zurücktreten  der  Aufgaben  des  Eigenkapitals  ist  es  begreiflich,
daß  die  Banken  die  teuerste  Korm  der  Kapitalbeschaffung,  die  Erhöhung ­
  des  Aktienkapitals,  nur  mit  großem  Widerstreben  rvählsn.  Oie
Aktien  der  deutschen  größeren  Banken  tragen  selbst  in  günstigen  Zeiten
zum  Rurswert  zwischen  5  und  5y 2 %;  neue  Aktien  müssen  zu  niedrigerem ­
  Rurs  ausgegeben  werden,  kosten  daher  5  %—5%%;  dazu  kommen ­
  infolge  der  Steigerung  des  absoluten  Betrags  der  Dividende
erhöhte  Steuern  und  Tantiemen,-  auf  das  neue  Aktienkapital  muß
daher  im  günstigsten  Kall  ca.  6y 2 %  dauernd  reinverdient  werden,
ein  Zinssatz,  der  für  Einlagen  auch  in  den  ungünstigsten  Ronjunkturmomenten
  nicht  entrichtet  zu  werden  braucht.
Das  Zurückbleiben  des  Eigenkapitals  bei  den  Rreditbanken  und
das  Aufbauen  eines  immer  größeren  Geschäftes  hat,  wenn  der  Ausgabenkoeffizient ­
  nicht  zunimmt,  entweder  ein  Emporsteigen  der  Dividende ­
  oder  eine  Verbilligung  der  Banileistungen  zur  Folge;  der  erste
Kall  pflegt  bei  Ronditionsvereinbarungen  (England),  der  zweite  bei
freier  Konkurrenz  (bisher  Deutschland)  einzutreten.  Es  ist  ferner  dadurch ­
  eine  Schranke  weggefallen,  die  sich  noch  vor  wenigen  Jahrzehnten ­
  die  Kreditbanken  selbst  gestellt  hatten:  sie  ließen  das  Geschäft
nicht  zu  sehr  anwachsen,  wenn  sie  keine  Möglichkeit  sahen  neue  Aktien
zu  plazieren,  heute  geht  man  über  dieses  Bedenken  leichter  hinweg
—  ob  nicht  zu  leicht,  das  mag  erst  eine  große  Krise  erweisen.
8.  Ungleich  den  Rreditbanken  haben  die  Sparkassen  von  ihrer
Gründung  an  entweder  ohne  oder  mit  geringem  Eigenkapital  gearbeitet.
Das  Vertrauen  kam  ihnen  von  Anfang  an  entgegen,  infolge  staatlicher
Organisation  wie  bei  den  Postsparkassen,  den  französischen  und  englischen ­
  Instituten,  städtischer  Garantie  wie  meist  in  Deutschland  oder
des  Ansehens  der  Gründer  wie  bei  den  freien  Sparkassen  in  Oesterreich,
Italien  und  der  Union.  Verluste  sind  bei  der  schematischen  Art  des
Geschäftsbetriebs  begrenzt,  werden  überdies  von  öffentlichrechtlichen
Körperschaften  getragen,  wo  ein  Garantieverhältnis  besteht.  Die
Sicherung  der  Geschäftsdisposition  ist  durch  das  reguläre  Ueberwiegen
langfristiger  Einlagen  gewährleistet.
Aus  der  historischen  Entstehung  als  kleine  Volksinstitute  ist  die
            
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