Full text : Bankpolitik

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II.  Der  Geldmarkt.

Wechsel  in  starkem  Matz  bei  der  Reichsbank  rediskontiert  werden.
Eine  selbständige  Rassenreserve,  in  normalen  Zeiten  nutz-  und  zinslos,
würde  in  Panikzeiten  den  Lanken  ermöglichen  dem  ersten  Anprall
der  Thesaurierungsansprüche  ohne  außerordentliche  Maßregeln  standzuhalten ­
  und  neben  der  Zentralbank  den  Bedarf  an  Zahlungsmitteln
für  Auslcmdzahlungen  in  solchen  Zeiten  zu  decken,  in  welchen  der
bankmäßige  Ueberweisungsverkehr  und  die  Devisen  versagen.
Die  Durchbrechung  des  Einreservesgstems  ist  mit  erheblichen
Rosten  verbunden,  namentlich  in  Ländern,  in  welchen  alle  Einlagen
verzinst  zu  werden  pflegen;  die  Schaffung  größerer  selbständiger  Rassenbestände ­
  verteuert  die  Bedingungen,  die  für  Effekten-  und  Betriebskredite ­
  berechnet  werden,  oder  zwingt  zu  niedrigerer  Vergütung  für
Einlagegelder,  wodurch  die  Mittel  des  Geldmarkts  zu  Gunsten  des  Rapitalmarkts
  verringert  werden  können.  Dies  legt  der  Bildung  selbständiger ­
  Rassenbestände  der  Rreditbanken  in  Uebergangszeiten  enge
Grenzen  auf.
Soweit  die  Larkassenbestände  der  Banken  nicht  ausreichen,  muß
die  Notenbank  herangezogen  werden,-  sie  allein  kann  ohne  schwere  Erschütterung ­
  der  Wirtschaft  jene  Mittel  gewähren,  die  wirksame  Hilfe
schaffen,  wenn  dem  Spstem  des  bankmäßigen  Ueberweisungsverkehrs
Gefahr  droht,  von  dem  vertrauen,  das  sie  genießt,  hängt  die  Zahlungsfähigkeit ­
  der  ganzen  Volkswirtschaft,  von  der  Elastizität  ihrer
Notenausgabe  die  Liquidität  der  Rreditbanken  in  Panik-  und  Rriegz
  eiten  ab.

U.  Die  Stellung  der  Notenbanken  auf  dem  Geldmarkt.
Die  Notenbanken  haben  die  Pflicht  die  Währung'  des  Landes
zu  schützen;  sie  halten  den  Edelmetallvorrat,  soweit  er  nicht  in  die  Zirkulation ­
  übergegangen  ist  und  sind  allein  zur  Notenausgabe  berechtigt.
Oie  Uebertragung  dieser  Aufgaben  an  eine  Monopolbank  ist  überall
als  notwendig  erkannt  worden:  in  den  letzten  Zähren  wurde  nach  hartem ­
  Rampf  die  schweizer  Nationalbank  errichtet,  in  Amerika  hat  sich
der  Gedanke  der  Zentralbanken  durchgerungen,  die  schottischen  Lanken ­
  stellen  nur  scheinbare  Ausnahmen  von  dem  Prinzip  dar,  da  sie  sich
in  Währungsfragen  auf  die  Bank  von  England  stützen  und  die  Notenausgabe ­
  der  kleinen  deutschen  und  englischen  Provinzbanken  ist  begrenzt ­
  und  für  die  Volkswirtschaft  von  geringer  Bedeutung.
Wohl  können  die  Edelmetallvorräte  auch  unter  die  einzelnen  Rreditbanken ­
  verteilt  liegen;  aber  dann  sind  sie  im  Bedarfsfall  nicht  zu  er-
            
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