Full text : Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

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Continental-Caoutchouc-  &  Cutta-Percha-Compagnie,  Hannover.

rin,  daß  im  jetzt  verflossenen
Jahre  ca.  40000  Ausleihungen
erfolgten.
Angrenzend  an  ihr  Fabrikgrundstück ­
  im  Weichbilde  der
Stadt  hat  die  Firma  in  neuester
Zeit  einen  Komplex  in  Größe  von
1  ha  67  ar  38  qm  mit  einem  Kostenaufwand ­
  von  annähernd  einer
halben  Million  Mark  erworben,  um
hierauf  Wohnstätten  für  ihre
Arbeiter  zu  bauen.  —  Diese
Wohnungen  sollen  allen  neuzeitlichen ­
  Anforderungen  an  Bequemlichkeit, ­
  Wohnlichkeit  und
Hygiene  erfüllen  und  den  Arbeitern ­
  ein  Heim  bieten,  in
welchem  sie  sich  im  Kreise  der  Ihren  nach  vollbrachter  Tagesarbeit  wohlfühlen  können.
FÜRSORGE  INNERHALB  DER  FABRIK.  Im  Betrieb  hat  die  Erfahrung  gelehrt,
daß  es  für  den  angestrengt  tätigen  Arbeiter  belebend  wirkt,  wenn  ihm  Gelegenheit  geboten
wird,  den  Körper  jederzeit  von  Staub  und  Schweiß  zu  säubern.  Jedem  Arbeiter  oder  jeder
Arbeiterin  ist  daher  die  Erlaubnis  erteilt,  während  der  Arbeitszeit  innerhalb  der
Fabrik  ein  Brausebad  zu  nehmen,  zu  dem  Seife  und  Handtuch  gratis  geliefert  werden.
Lohnabzug  für  die  versäumte  Zeit  findet  nicht  statt.
Der  Genuß  von  Branntwein  ist  innerhalb  der  Arbeitszeit  verboten,  und  bei  Zuwiderhandlung ­
  sofortige  Entlassung  angedroht.  Dagegen  verschenkt  die  Firma  gratis
während  der  Arbeitszeit  an  ihre  Werkangehörigen  Kaffee  mit  Milch  und  Zucker.  Im
Jahre  1912  wurden  ca.  x  500  000  Liter  Kaffee  verabreicht.  Durch  das  Schnapsverbot  ist
die  Zahl  der  Unfälle  im  Betrieb,  wie  die  statistischen  Aufzeichnungen  der  Firma  genau
nachweisen,  dauernd  zurückgegangen.
Im  Anfang  des  Sommers  vorigen  Jahres  hat  die  Firma,  angeregt  durch  die  Erfahrungen
des  heißen  Sommers  1911,  eine  Selterwasserfabrikation  eingerichtet.  Sie  gibt  dieses
Wasser  zum  Selbstkostenpreise  und  zwar  mit  3  Pf.  pro  Flasche  und  Limonadenwasser
mit  6  Pf.  pro  Flasche  an  ihre  Arbeiterschaft  ab.  An  einzelnen  warmen  Tagen  wurden  auch
im  letzten  Sommer  6000—7000  Flaschen  konsumiert.
Das  gute  Einvernehmen,  das  seit  Bestehen  der  Firma  zwischen  der  Leitung  der  Gesellschaft ­
  einerseits,  der  Beamten-  und  Arbeiterschaft  andererseits  besteht,  und  welchem  bisher
eine  Trübung  erspart  geblieben  ist,  wird  auch  sicherlich  weiterhin  die  stete  und  sorgsamste
Pflege  seitens  der  Leitung  des  Unternehmens  finden,  eine  Pflege,  die  ihr  leicht  gemacht
wird,  durch  das  Interesse,  die  Treue  und  Anhänglichkeit,  die  Beamten-  und  Arbeiterschaft
mit  der  Firma  sowohl,  als  auch  ihren  Leitern  verbinden.
            
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