Full text : Weltporto-Reform

und  die  Höhe  des  vom  Publikum  zu  entrichtenden  Portos  überhaupt ­
  mit  einander  verkettet  und  von  einander  abhängig  gemacht
werden.  Das  ist  entschieden  nicht  richtig,  denn  es  ist  doch
eine  Anschauung,  die  einer  überwundenen  Epoche  des  Postwesens ­
  angehört.  Auch  im  Inlandsverkehr  bemessen  wir  das
Porto  nicht  mehr  verschieden,  je  nach  den  Unterhaltungskosten
und  der  Rentabilität  der  einzelnen  Postlinien  und  Strecken.

Nun  blieben  nacli  Wegfall  dieser  80  Verwaltungen  von  den  136
noch  f>6  Postgebiete  übrig,  welche  über  den  Landtrausit  abzurechnen ­
  hatten.  Ihre  Zahlungen  beliefen  sich  (nach  Abzug  jener
88  013  Franken)  zusammen  auf  9  605  681  Franken,  d.  h.  durchschnittlich ­
  für  jede  auf  171  530  Franken.  Doch  kommen  darauf  sowohl
Guthaben  wie  Schulden.
Deutschland  z.  B.  hatte  für  Landtransit  an  fremde  Länder
15112-21  Franken  zu  zahlen  und  von  fremden  Ländern  wieder  1423  751
Franken  zu  bekommen,  so  dass  es  im  Ganzen  also  mit  einer  Schuld  von
87  470  Franken  absohnitt.  Von  den  genannten  56  Verwaltungen
hatten  37  Verwaltungen  zusammen  3  331  836  Franken  an  andere
zu  leisten,  und  19  Verwaltungen  hatten  in  gleicher  Höhe
(3  331  836  Franken)  Guthaben  zu  empfangen.  Diese  3331836  Franken
machen  fast  Vg  der  Summe  von  9  605  681  Franken  aus.  Also  nur  etwa
bei  Vg  der  zu  verrechnenden  Transitgebührensumme  muss  der
Ausgleich  noch  durch  Barzahlung  erfolgen,  während  bei  2 /g
die  Schulden  und  Guthaben  sich  aufhehen  und  ausgleichen.
Die  Guthaben  sind  nun  sehr  ungleich.  Von  den  3  331  836  Fr.  hatten
zu  fordern:  Belgien,  „der  Kreuznngspuukt  der  grossen  Poststrassen
unseres  Kontinents“  (wie  es  1874  auf  dem  Berner  Kongresse  genannt  wurde),
allein  1  106  417  Fr.  und  Holland  446  005  Fr.  Denn  über  Holland  und
Belgien  geht  grösstenteils  der  Welt-Verkehr  nach  England  und  Amerika.
Weiter  hatten  zu  fordern:
Dänemark,  Frankreich,  das  Kapland  je  2—300  000  Fr.
Oesterreich,.Bulgarien,  Serbien,  Portugal,  Uruguay ­
  und  der  Oranjestaat  „  1—200  000  „
Spanien,  die  Schweiz  und  die  Türkei  „  50  —  100000  „
Zu  zahlen  hatten  dagegen,  weil  mehr  Transit  in  Anspruch  nehmend
als  selber  für  andere  leistend:
Grossbritannien  920  730  Fr.
Die  Vereinigten  Staaten  779  976  „
Russland  217616  „
Norwegen,  Brasilien,  Transvaal  je  100—200  000  „
Deutschland  und  6  andere  Länder  „  50—100  000  „
Nach  dem  erwähnten  Kongressheschluss  von  Washington  (1897)  sollte
nun  die  Transitgebühr  bis  1903  und  von  da  ab  um  15%  (d.  h.  499  775  Fr.)
            
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