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1- WZe- Alk UroKtmnmntr MMdk» m 20. gqnttrr 1890. -^g is»j.
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für Hit Merklseii Her Ivanen miü Mäüchkii Bes nrbeiteiiöen $üto.
fcvgnit aller auf dem Kode» der modernen Sebrilerbewegiiug stellende» VreeiniHnngrn der Arbrilerinnen.
-«o- Eintracht macht stark - SildnttA macht frei!
NkdaNion: Emma Ihrer. Velten (Mark). — Expedition und Verlag: E. Iensen & (io., Hamburg, 35 Rosenstrahc.
Erscheint wSchentlich einmal und zwar am
Sonnabend.
Annoiicci, pro Zeile 20 Pfennig. Vereine erhalle,!
Rabatt.
Aboiineincnt pro Vierteljahr 1 Mark, Einzelnummer
10 Ps. Dirclt per Kreuzband Mk. 1.40.
Freunde und Freundinnen! Sorgt für die Verbreitung der „Arbeiterin"!
Aufruf!
Wir lebten hier !» Dämm'ruug tief.
In unser',» Haupt das Denken schlies.
Wir schafften spät, wir schassten frühe.
Bei hartem Zwang, mit schwerer Mühe.
Dian hat von jeher uns gelehrt,
Daß wir nicht haben eig'nen Werth.
Nicht» darf für sich die Frau erstreben.
Für Mann lind Kind nur soll sie leben
So war'» gelehrt, so war'» geglaubt,
So ward der Frau da» Recht geraubt:
Da« Recht, zu wosten und zu denikn.
Da» cig'ne Schicksal selbst zu lenken.
.Doch plötzlich sind wir aufgewacht, —
Die bitt're Noth hat es vollbracht.
Sie pocht an uns'rcü Hirne» Schranken:
Heraus Ihr schluuuucrnden Gedanken!
Sie spricht: Ermanne Dich, o Frau!
Ter Kraft im eig'nen Busen trau.
Wirf ab der Kette» schwere Bürde
Und fühle Deine Menschenwürde.
Im Lichte .sieh'n wir',' frei und frank.
O herbe Noth, Dir werde-Dank!
Dil hasi zu denke» uns gelehrt,
Du gabst die Kraft, die Dich zerstört-Nicht
mit deiti Mann, der unser Feind,
Der uns're Rechte schroff verneint;
Nur mit Genossen gleichen Streben»
Geschlossen sei der Bund de» Leben»--Dieselbe
Pflicht, daffelbe Recht
Führt Mann und Weib nun in'» Gefecht,
Mil gleicher Kraft, mit gleichen Waste»
Ein schöne» Leben unü zu schaffen.
In Ost und West, in Nord und Süd. —
Arbeiterinnen, hört da» Lied!
Erwacht und folget unser'» Bahnen
Hub führt zum Siege uns're Fahne:,.
So laßt unü wirken, dich! geschaart.
Nu» Frauen neuer, echter Art.
Daß siegessroh der Ruf erschalle:
Freiheit und gleiche» Recht für Alle!
. Obeustcliciider poetische Aufruf, von einer u»s»«r
beliebtesten Genossinnen, ivrtcht bereits aus. welchen
Zwecken unsere Zeitung dienen soll: dem Kampfe
für die Gleichberechtigung des weiblichen
Geschlecht» aus wirlbschastlrchem und
Volt tischen, Gebiete! Wenn auch heute bereit»
alle wahren VotlSfrcunde diesen Kamps mit zu c-em
ihren machte,,, wenn die Arbeiterzeitungen auch ebenfalls
für die weiblichen Arbeiter ciutrclcn, so bat 11,18
doch bisher ei» eigentlicher Zusammenhalt gefehlt,
denn eine völkische Tageszeitung ist nicht im Stand:
uuS den Raum zu gewähren. den wir brauche», um
genau berichte» zu können über de» Stand der
Arbeiterinnen-Bewegung und die Organisationen derselben.
Auch bcdüricn die Frauen ein Organ, das
in verständlichster und schlichtester Weise de» Frauen
die für da» ganzr Volk wichtigen Tagcsfraacn
erläutert, da wir hier rin volles Verständniß nicht
voraussetze» können, weil dem größten Theil dcr
Fraucn bis jetzt die Vorbildung dafür fehlt.
Wir haben lang- gewartet, bevor wir aus de»
von-allen Seiten laut gewordenen Wunsch, eine
speziell für die Frauen bestimmte Zeitung hcrauszuaeden.
eingingen. Es ist aber nicht das erste Mal,
daß ein solches Unternehmen versucht wird und guten
Erfolg Hai. Bereits in der ersten Hülste der achtziger
Jahre gab Frau Gm't.a»nic-Schack die „Slaaksbürgcrii?
heraus (Orgc.i für die Frauen undMädchcn
des arbeitenden Volkes), und seil dieses nach
lauin einjährige». Erscheinen cbcnsalls dem Socialistengesetz
zum Ovsir fiel, verband • uns nur der gleiche
Gedanke, das gleiche Strebe» mi, cinander, daS
Streben nach der völligen Selbstständigkeit, auch dcr
Frauen.
Und von alle,, Frauen und Mädchen, welche
schon thätig- Milarbeiteriimcii in der ArbeilcrinNen-Bcwcauna
sind, sowie von allen Männer», welche
für die Befreiung de» arbeitenden Volkes eintreten,
erwarten wir tbatkräftige Unterstützung dieses tlnlcrnchincnS.
Es stehen uns keine anderen Mittel zur
Verfügung, als unsere Arbeitskraft, zu der jede
einzelne Arbeiterin die eigene hinzusiigen möge, damit
wir nicht SchiffbruÄ leiden mit unsern, Zeitunas-„„tcrnchmen,
sondern bald beweisen können, was der
weibliche Theil des Proletariats mi8 eigener Kraft
vermag, wenn es gilt, den ärgsten Feind Aller, de»
Unverstand zu bekämvscn und mit dicfcm dir moderne
Ausbeutung der Frauen auf allen Gebieten. -
„Was wollen die Fronen mit einer eigenen
Zeitung?" wird man uns vielseitig-entgegenhalten,
„sind nicht Arbeiterblättcr genug da, die des Lesens
werth sind?" Gewiß! Doch gebt dem ländlichen
Arbeiter, der abseits von aller.Kultur lrbt. eine volitische
Zeitung, eine Fachzeirung in di- Hand und er
wird ne bald wieder ungelesen sortlcgcn. weil daS
Interesse für Dinge, die außerhalb fcincS.Gcstchlskreiscs
liege», bei ihm noch nicht geweckt- ist. Ganz
ebenso bei den Frauen, die man bisher hinter den
Hccrd, daS Waschfaß oder die Kindcrwicgc verwies,
wen» sic sich außerhalb des HauscS umsehen wollten.
Wen» wir wollen, daß die Bewegung der grraucn
erstarkt, müssen wir darauf bedacht sein, nicht nur
die Jndnstricorbcitcrii, zu gewinnen, sondern auch die
Hausfrau, denn die Letztere ist theilweisc ebenso entmündigt
wie die Erstere.
Wir wollen nicht nur die materielle, sondern
helfci^'^ Hebung der Frauen herbeiführen
Um die Frauen aber kanivsfähig zu machen,
gut -S vor Allem die unwürdigen Fesseln, welche
das weibliche Geschlecht einengen, abzustreiten, und
dies tonnen wir nur. indem wir jederzeit unsere
Selbstständigkeit beweisen, indem wir die Lücken
unseres Wissen« auszufüllen versuche» und uns über
AllcS zu unterrichten trachten, waS uns, in falscher
Beurtheilung dcS weiblichen Geschlechts, vo» der
bcnllgcn Gesellschaft vorcnihanen wird. Doch dieS
kann nur durch Schriften geschehen, die sich ganz
dem Verständniß der Mehrzahl der heutigen Franc»
anvassen. Wir wollen Mittämvscrinncn werden für
die Emanzivalio» des arbeitenden Volkes aller Länder.
Vorerst aber müssen die Frauen selbst frei werden
von allen Ausnaomebestimmungen!
S-tetS wollen wir kämpfen für Freiheit,
Wahrheit und Recht!
An den Frauen,und Mädchen, für die dies«
Zeitung ins Leben trift, wird cs nun liegen, selbst
energisch ,ür dieselbe einzutreten, dieselbe so viel als
niöglich zu verbreiten und auch fleißige Ätiiarbciicri,iitci
dafür zu fein, damit wir bald durch eine
stattliche Anzahl Abonnciiiinnen ßic Verechiignng und
Nothwendigkeit unserer Zeitung nachweisen können.
Arbeiterinnen werbet für Eure Zeitung,
cs gilt dem Kamps gegen die Sklaverei
der Frauen!
Für die weitere Folge habt» wir uns um die
Milarbeit der bekannten Schriftstellerinnen
Frau El. Zetkin? Paris,
» Marx-Av'tliiig-London,
„ Kautskr,.
Guillaumc-Schack
beworben und erwarten wir bercilS für nächste
Nummer einen Beitrag )u crhalicn.
Wir werden den Leserinnen auch UntcrhaltcndcSbicleii.
indem wir auch Nomane.und Novellen bringen,
die unsere,-.. Anschguunaer. rmsvrcchcn -.:i:t-»/uL>.ich-Bclehrung
biete». Auch für Küche und Hauswirtb--'
schüft werden wir in Znkunsl Interessantes und
Wisseiiöwerlhes bringe» und überhaupt den Wünschen
der Leserinnen „ach allein Richmiigen nach Möglichkeit
Rechnung tragen.
Dir Rrdalriion.
AkoNncnieirts-KtstlingMkM.
„Die Arbeiterin" erscheint wöchentlich einmal
und kostet vierteljährlich 1 Mark.
Ein Exemplar direkt per Kreuzband bezogen
kostet 1 Mark-40 Pfennig.
Bei Einzelbezug, numiiieriiweisc, kostet die Nummer
10 Pfennig.
Für Diejenigen, welche mininicriiweisc beziehen,
ist moiiatliche Zahlung gestattet und zwar öö Psg.
pro Exemplar.
Der Betrag ist nach EnTpsang der zweiten
Nu,linier per Poslanmcisniig oder in Bricsmnrkcn zu
zahlen. Die ferneren Nummern werden ausnahmslos
nur an Diejenigen gesandt, welche bczabll haben.
. Es emviichtl sich, in jeder Stadt eine Annahmestelle
für AboiiiicmentS zti errichte» und die Wahl der
betrestciidcn Kslvortißun in öffentlicher oder Mitgliederversammlung
vvrznnchmc». '
Weilers Exemplare dieser erste» Nummer stehen
gerne zu Diensten.
Die Erprditis» der „Arbeiterin"
Hamburg. Roscnsiraße 35.
Al, Die strrljt!. pahtiom litt ArbliwMItll!
An Bit Mwt to Al»M-«Ml>istIiMllI
Indem wir Ihnen vorliegend die Probcniinimer
des bereits auf dem Parlcikongrcß in Halle angekündigten
ArbeitcrinnenorganS unterbreiten,
bitte» wir Sic, auch in Ihren Kreisen für die Verbreitung
desselben thätig zu sein. Wo cS angebt,
bitten wir das Proara MIN der Zeitung den
Ihnen nahe stehenden Frauenkrciscn zur Kenntniß
zu bringen, auch die Bildung von Arbcitcnnncn-Vereincn
,m Anschlüsse daran in die Hand zu nehmen.
Im Voraus Dank.
Redaktion und Verlag.
Achtung!
An alle Empfänger ton Vro6e«am«ero
richten.wir die dringende Bitte, d>e erhaltenen Rum»
„uro sofort ia Umlauf zu setzen! -
Redaktion und Verlag.
176. Titelseite der Probenummer: „Die Arbeiterin"