Full text : Weltporto-Reform

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gleichen  Verwaltungsgrundsätzen,  die  zum  Teil  vorbildlich
blieben  für  den  genau  25  Jahre  später  ins  Leben  tretenden
Weltpostverein. 2 )  Das  Porto  behielt  schon  1850  stets  ungeteilt ­
  der  absendende  Staat,  der  Transit  durch  fremde  Gebiete
(im  Verein)  wurde  ohne  besondere  Verträge  allgemein  gestattet
und  war  für  das  Publikum  unentgeltlich,  während  die  Verwaltungen ­
  ebenso,  wie  später  der  Weltpostverein,  die  Transite
verrechneten  und  vergüteten.
In  einem  Punkte  freilich  blieb  der  Verein  von  1850,  dem
der  ältere  Zollverein  vielfach  zum  Muster  gedient  hatte,  noch
lange  Zeit  rückständig:  das  war  das  Porto.  Denn  nicht  ein  ganz
wohlfeiles  Einheitsporto,  sondern  ein  dreistufiges  Entfernungsporto ­
  wurde  bei  seiner  Entstehung  eingeführt  und  lange  Jahre
beibehalten,  nämlich;  für  je  ein  Zollot  (16 2 /s  g)  bis  zu  10  Meilen
(75  km)  1  Silbergroschen  oder  3  alte  Kreuzer  ( 3 /oo  Gulden),  über
10  bis  zu  20  Meilen  2  Silbergroschen  oder  6  alte  Kreuzer,  über
20  Meilen  3  Silbergroschen  oder  9  alte  Kreuzer.
Erst  Ende  1861  ging  Österreich  im  Innern  zum  Einheitsporto ­
  von  5  Kreuzern  und  ei’st  1868  (am  1.  Januar)  der  Korddeutsche
  Bund  zum  einheitlichen  Porto  von  1  Silbergroschen
(10  R.-Pf.)  über,  während  die  Einheitstaxe  in  Russland  bereits
1844,  in  Erankreich  1848  (vom  1.  Januar  1849  ab),  in  Dänemark ­
  1850,  in  Spanien  1854,  in  der  Schweiz  1862,  in  Italien
1863  eingeführt  wurde,  wobei  allerdings  nicht  gerade  auch  stets
der  billige  Satz  Englands  von  8  Pf.  durchdrang.
Am  1.  Juli  1875  trat  dann  der  „Allgemeine  Postverein“
ins  Leben,  der  sich  nach  dem  Pariser  Weltpostvertrag  vom
1.  Juni  1878  (in  Kraft  vom  1.  April  1879  ab)  gemäss  dem
Artikel  1  fortan  amtlich  „Weltpostverein“  (Union  postale
universelle)  nannte,  entsprechend  einem  Antragfe  des  spanischen
Delegierten  Kavasques,  mit  Rücksicht  auf  die  bereits  erfolgte
Ausbreitung  des  Vereins  über  alle  fünf  Erdteile.  In  Wirklichkeit ­
  ist  dieser  Name  („Weltpostverein“)  freilich  schon  37  Jahre
älter  und  nicht  erst  damals  erfunden  worden.
2 )  Vgl.  Stephan,  G-eschichto  der  preußischen  Post  (Berlin  18ö9),
S.  Ö39  und  641.
            
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