Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

milk 1  ist,  tvtebcr  als  Arbeiter  und  Sicherheitsmann  eingestellt
wird,  weil  er  zweifellos  zu  Unrecht  entlassen  ist.
Ebenso  bitten  wir  dringend,  daß  das  Generalkommando
die  Gendarmen  und  Polizeimannschaften  anweisen  möchte,  der
Zechenverwaltung  in  Zukunft  bei  derartigen  ungesetzlichen
Exmissionen  nicht  behilflich  zu  sein,-weil  dadurch  dem  Recht  und
Gesetz  keine  Achtung  verschafft  wird.
Einer  geneigten  Antwort  entgegensetzend,  zeichnet  ehrerbietigst ­

Ter  Vorstand  des  Verbandes  der  Bergarbeiter  Deutschlands.
Die  Antwort  des  Generalkommandos,  datiert  vom  9,  Dezember, ­
  lautete:
„Auf  das  Schreiben  vom  11.  November  erwidert  das  Generalkommando, ­
  daß  dasselbe  in  der  Angelegenheit  nichts  tun  kann."

Eingabe  betreffend  Versagung  der  Beschäftigung  russischer
Gefangener  in  de»  Braunkohlenwerken.
B  o  ch  n  ni,  den  12.  November  1914.
An  das  Ministerium  des  Innern  in  Berlin.
Nach  Mitteilung  in  Nummer  30  der  „Braunkohle"  vom
23.  Oktober  1914  hat  der  Deutsche  Braunkohle  n-I
  n  d  u  st  r  i  e  -  V  c  r  e  i  n  iu  Halle  (S.)  an  das  Hohe  Ministerium
des  Innern  eine  Eingabe  gerichtet.  In  dieser  wird  das
Hohe  Ministerium  gebeten,  dahin  zu  wirken,  daß  für  die  Dauer
des  Krieges  das  Verbot  der  Beschäftigung  russisch-polnischer  Arbeiter ­
  in  der  Industrie  fiir  die  betreffenden  Provinzen  aufgehoben ­
  ivird.  Es  handelt  sich  hierbei  um  die  russisch-polnischen
Arbeiter  im  wehrpflichtigen  Alter  von  17  bis  45  Jahren,  welche
als  Kriegsgefangene  behandelt  werden.
Tiefe  Forderung  wird  damit  begründet,  daß  der  Versuch
der  Braunkohlenwerke,  von  den  stillgelegten  Kalibergwerken  und
aus  den  Reihen  der  unbeschäftigten  Arbeiter  anderer  Industriezweige ­
  ausreichenden  Ersatz  zur  Ausfüllung  der  in  den  Belegschaften ­
  entstandenen  Lücken  zu  beschaffen,  vollständig  gescheitert
sei.  Es  hätten  sich  trotz  aller  Bekanntmachungen  überhaupt  nicht
viel  Arbeiter  zur  Arbeit  in  Brannkohlenwerken  gemeldet.  Begründend ­
  wird  dann  folgendes  ausgeführt:
Die  Heranziehung  der  Arbeiter  der  zum  Teil  stillgelegten
Kaliwerke  sei  deshalb  nicht  geglückt,  weil  die  im  Braunkohlen-
            
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