Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

291

politischer  Hinsicht  soweit  wie  nur  möglich  entgegengekommen
wird.  Dies  sei  der  Tank  des  Vaterlandes,  das  beste  Denkmal,
das  wir  unseren  Gefallenen  für  ihre  Hinterbliebenen  fetzen
können.
Reform  und  Ausbau  sind  nicht  nur  notwendig,  sondern  auch
dringlich.  Gewiß  wird  es  nicht  an  Stimmen  fehlen,  die  unter
Hinweis  auf  die  wirtschaftliche  Gesanitlage  und  die  erhöhten  Anforderungen, ­
  welche  der  Staat  an  die  Steuerkraft  der  Nation
stellt,  den  gegenwärtigen  Zeitpunkt  als  wenig  geeignet  für  eine
Ausdehnung  sozialer  Maßnahmen  halten.  Doch  dies  darf  unsere ­
  einsichtigen  Parlamentarier  nicht  davon  abhalten,  mit  aller
Kraft  für  die  von  uns  vorgeschlagenen  Reformen  einzutreten,
denn  nur  ein  auf  sozialem  Gebiet  hochstehendes  Volk  wird  imstande ­
  sein,  die  Zukunftsaufgaben,  die  ihm  gestellt,  zu  erfüllen.
Je  mehr  Elend  und  Not  in  unserem  Vaterlande  zurückgedrängt ­
  und  die  Fürsorge  um  Kranke,  Invaliden  und  Hinterbliebenen ­
  verstärkt  wird,  desto  größer  wird  die  Liebe  zur  Heimaterde, ­
  desto  stärker  die  Volkskraft,  die  wir  im  Konkurrenzkampf
gegen  andere  Staaten  erst  recht  nach  Friedensschluß  benötigen.
Es  muß  deshalb  darauf  gesehen  werden,  daß  im  Krieg,  der
sowie!  Elend  geboren  hat,  das  Segenswerk  der  Reformierung
unserer  sozialen  Gesetzgebung  weiter  fortschreitet  und  der  Dank
all  derer,  die  um  das  tägliche  Brot  kämpfen,  die  nicht  mit  Glücksgütern
  gesegnet  sind,  ist  gewiß,  Sticht  Steinbildnisse  von  kaltem
Marmor  sollen  von  diesem  Kriege,  von  dem  Opfermut  des  deutschen ­
  Volkes  zeugen,  sondern  ein  Werk,  das  von  warmer  Liebe
spricht:  Der  Ausbau  der  sozialen  Gesetzgebung.
Mit  hochachtungsvollem  Glückauf!
Der  Vorstand  des  Verbandes  der  Bergarbeiter  Deutschlands.

Eingabe  des  Verbandsvorstandes  um  Abänderung  bzw.
Verbesserung  des  Knappschaftsgesetzes.
B  o  ch  u  in,  den  17.  Oktober  1917.
An  Se.  Exzellenz,  den  Herrn  Handelsminister  Dr.  Sydow  und
das  Hohe  Haus  der  Abgeordneten,  Berlin.
Beauftragt  von  den  im  Verbände  der  Bergarbeiter  organisierten ­
  Knappschaftsmitglicdern  erlaubt  sich  der  Unterzeichnete,
folgende  Abänderung  des  7.  Titels  des  Berggesetzes  sowohl
Ew.  Exzellenz  als  auch  dem  Hohen  Haus  der  Abgeordneten  zu
unterbreiten,  mit  der  Bitte,  die  vorgeschlagenen  Aenderungen
befürworten  sowie  in  das  Knappschaftsgesetz  aufnehmen  zu
wollen.
1.  Im  8  3  des  Knapvschafrsgesetzes  ersuchen  wir  im  ersten
Absatz  in  der  ersten  und  zweiten  Zeile  folgende  Worte  zu
streichen:  „für  welche  neue  Knappschastsvereiue  gegründet,  sowie ­
  die  Bestimmung".

19*
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.