Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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schichten  machen.  Wer  dann  kündigen  wich  dem  droht  man  mit
Zurückziehung  der  Reklamation  und  mit  dem  Schützengraben.
Von  den  Zechenverwaltungen  Preußen  J  und  II,  ebenso
von  G  n  e  i  s  e  n  a  u  sei  einfach  angeschlagen  worden,  daß  wöchentlich ­
  zwei  Ueberschichten  verfahren  werden,  die  Belegs  ch  a  f  t
oder  der  Ausschuß  werden  gar  nicht  gefragt.
Es  werde  einfach  dekretiert.  Auch  auf  ältliche  oder  schwächliche
Leute  würde  keine  Rücksicht  genommen,  ja  selbst  die  Jungens
unter  16  Jahren  sollen  die  Ueberschichten  mitmachen.  Alles
das  macht  böses  Blut.  Ueber  die  Lohnkürzungen  ist  in  den
Dortmunder  Revieren  im  allgemeinen  weniger  Klage  zu  hören.
Aber  von  den  Zechen  Wiendahlsbank,  Glückauf-Tiefbau,
  Kaiser  Friedrich  und  Zollern  I  u.  II
klagen  die  Arbeiter  stark  üöer  Herabsetzung  der  Schicht-  und
Gedingelöhne.  Die  Belegschaften  der  ersten  drei  Zechen  haben
kürzlich  durch  die  Ausschüsse  Lohnforderungen  stellen  lassen.
Diese  sind  abgelehnt  worden.  Nach  dem  Kriege,  wenn  er  gut
ausfalle,  sind  von  der  Verwaltung  Glückauf-Tiefbau
Lohnaufbesserungen  in  Aussicht  gestellt.  Besonders  üblen  Eindruck ­
  machte  es,  daß  diese  Verwaltungen  bestritten,  daß  die
Lebensmtitel  teurer  geworden  seien,  wo  doch  jedes  Kind  weiß,
daß  das  Gegenteil  wahr  ist.
AIs  sich  auf  Zeche  Wiendahlsbank  die  Belegschaft
wegen  der  schlechten  Löhne  weigerte,  Sonntags-  und  Nebenschichten ­
  zu  verfahren,  drohte  der  Steiger  Hahne:  „Wenn  das
so  weiter  geht.  wird  die  Belegschaft  einfach  gezwungen."  Die
Arbeiter  antworteten  dem  Steiger  wiederholt:  „Zahl  t  den
Leuten  einen  ordentlichen  Lohn  und  gebt  den
Leuten,  denen  Ihr  abgebrochen  habt,  ihre  n
alten  Lohn  wieder,  dann  werden  auch  Uebers
  ch  i  ch  t  e  n  verfahr  e  n."
Auf  Zeche  Wiendahlsbank,  tvo  mau  die  Schichtzeit
für  Tagesarbeiter  3—4  Stunden  verlängerte  —  sie  hatten  bisher ­
  um  2  Uhr,  jetzt  aber  erst  um  6  Uhr  Schicht  bei  einer
Stunde  Pause  —,  zahlt  man  den  Leuten  für  diese  Mehrleistung
von  3  Stunden  täglich  sage  und  schreibe  20—30  Pf.  mehr  Lohn!
Für  die.Zechen  Kaiser  Friedrich,  Glückauf  und
Wien  dahlsbank  sind  auch  schon  240  Gefangene  eingestellt.
Herr  Assessor  Eichler  von  Zeche  Zollern  II  sagte  in  der
Ausschußsitzung,  die  Leute  sollen  wöchentlich  zwei  Ueberschichten
Verfahren,  dann  hätten  sie  ebensoviel  als  vor  dem  Kriege.  Also
dann  erst  kommen  sie  auf  ihren  alten  Lohn.
Auf  der  Zeche  E  r  i  n  erhalten  solche  Bergarbeiter,  die  keine
Ueber-  oder  Nebenschichten  Verfahren,  keinen  Vorschuß.  Der
Hauer  Karl  Mosakowski,  welcher  Baptist  ist  und  das  Verfahren
            
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